Probezeit Motorrad: Regeln, WAB-Kurs und Strafen erklärt
Die Probezeit Motorrad dauert in der Schweiz drei Jahre. Erfahre alles zum WAB-Kurs, der Nullpromille-Grenze und was bei …
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Den Grundkurs Leihmotorrad zu absolvieren, ist für viele der cleverste Einstieg in die Zweiradwelt. Du musst nicht sofort blind ein teures Bike kaufen, bevor du überhaupt weisst, ob dir das Fahren in der Praxis wirklich liegt. In St.Gallen kannst du die obligatorischen 12 Stunden problemlos mit einer gemieteten Maschine oder einem Roller machen. Stand heute, 26. September 2026, entscheiden sich rund 30 Prozent meiner Fahrschüler für diesen Weg. Ich zeige dir, wie der Ablauf funktioniert, was es kostet und worauf du bei der Versicherung zwingend achten musst, damit der Kurs nicht zur Kostenfalle wird.
Viele angehende Motorradfahrer glauben, sie müssten vor der ersten Fahrstunde zwingend eine eigene Maschine in der Garage stehen haben. Das stimmt nicht. Ein Grundkurs Leihmotorrad bietet dir enorme Flexibilität. Seit der Gesetzesänderung 2021 gibt es den Direkteinstieg in die unlimitierte Kategorie A nicht mehr. Das heisst, alle müssen zuerst auf einer auf 35 kW gedrosselten Maschine (oder 125 cm³ bei A1) lernen und die Prüfung ablegen. Erst nach zwei Jahren klagloser Fahrpraxis darfst du auf die grossen Maschinen umsteigen.
Genau hier liegt das Problem beim sofortigen Kauf: Du kaufst ein Motorrad, das du nach zwei Jahren vielleicht gar nicht mehr fahren willst, weil du auf ein stärkeres Modell wechseln möchtest. Der Wertverlust bei einem Neukauf ist in den ersten zwei Jahren am höchsten. Zudem weisst du vor dem Kurs noch gar nicht, welche Sitzposition, welche Motorcharakteristik und welches Gewicht wirklich zu dir passen. Ein Mietmotorrad für die Dauer des Grundkurses nimmt dir diesen Druck komplett ab.
Der organisatorische Ablauf ist simpel. Sobald du deinen Lernfahrausweis vom Strassenverkehrsamt erhalten hast, suchst du dir einen Kursanbieter. Viele Motorradhändler in St.Gallen arbeiten direkt mit Fahrschulen zusammen oder vermieten spezielle Fahrschul-Bikes tageweise. Du buchst also deinen Platz im Kurs und reservierst parallel für diese Daten das Motorrad.
Am Kurstag holst du die Maschine beim Händler ab. Da du den Lernfahrausweis besitzt und das blaue L-Schild montiert ist, darfst du legal vom Händler zum Kursplatz fahren. Nach den vier Stunden bringst du das Motorrad wieder zurück. Einige Fahrschulen bieten sogar einen Rundum-Service an, bei dem das Leihmotorrad bereits auf dem Übungsplatz für dich bereitsteht. Frag am besten direkt bei der Anmeldung nach, welche Optionen verfügbar sind.
Lass uns über die Finanzen sprechen. Der Motorrad-Grundkurs kostet in der Regel ab 540 Franken für die obligatorischen 12 Stunden (aufgeteilt in drei Blöcke à vier Stunden). Wenn du ein Motorrad kaufst, kommen Kosten für Einlösung, Nummernschild, Versicherung und Steuern dazu – selbst wenn du das Bike gebraucht kaufst. Mieten ist kurzfristig immer günstiger.
| Kostenpunkt | Eigenes Motorrad (Gebraucht) | Leihmotorrad (für 3 Kurstage) |
|---|---|---|
| Anschaffung / Miete | ab CHF 3’000.– | CHF 150.– bis 300.– |
| Versicherung (jährlich vs. Kurs) | ca. CHF 400.– (Teilkasko) | Inklusive (Vollkasko) |
| Strassenverkehrsamt & Schilder | ca. CHF 100.– | CHF 0.– |
| Wartung & Verschleiss | Dein Risiko | Risiko des Vermieters |
Wenn du nach dem Grundkurs merkst, dass Motorradfahren doch nichts für dich ist, gibst du den Schlüssel ab und die Sache ist erledigt. Hast du hingegen ein Motorrad gekauft, musst du dich um den Wiederverkauf kümmern.
Die Wahl des richtigen Bikes ist entscheidend für deinen Lernerfolg. Ein Grundkurs Leihmotorrad sollte fehlerverzeihend, leicht und mit ABS ausgestattet sein. Gerade beim Grundkurs Teil 2, wo wir Vollbremsungen aus 50 km/h üben, ist ein modernes ABS Gold wert und verhindert Stürze durch ein blockierendes Vorderrad.
Achte unbedingt auf die Sitzhöhe. Du musst mit beiden Füssen flach und sicher auf dem Boden stehen können. Ein Naked Bike (wie eine Yamaha MT-07 oder Kawasaki Z650) eignet sich hervorragend, da die aufrechte Sitzposition dir eine gute Übersicht bietet. Wenn du die Kategorie A1 Motorrad anstrebst, empfehle ich oft einen 125er-Roller für den Anfang. Du musst nicht schalten und kannst dich voll auf die Balance und die Blicktechnik konzentrieren.
Der Grundkurs ist in drei Blöcke aufgebaut. Im ersten Teil geht es um die absolute Fahrzeugbeherrschung bei langsamer Fahrt. Hier lernst du das Schleifpunkt-Gefühl der Kupplung deines Miet-Bikes kennen. Da jede Kupplung anders greift, ist es wichtig, dass du dir in den ersten Minuten Zeit nimmst, dich an das Leihmotorrad zu gewöhnen.
Im zweiten Teil fokussieren wir uns auf höhere Geschwindigkeiten und Bremsmanöver. Hier profitierst du massiv davon, wenn du ein modernes Leihmotorrad mit Top-Bremsen und ABS gemietet hast. Alte, günstige Gebrauchtmaschinen ohne ABS erfordern hier deutlich mehr Feingefühl, um einen Sturz zu vermeiden.
Der Grundkurs Teil 3 bringt uns in den realen Strassenverkehr und auf kurvige Landstrassen. Hier zeigt sich, ob die Maschine ergonomisch zu dir passt. Wenn dir nach diesen vier Stunden der Rücken oder die Handgelenke schmerzen, weisst du für deinen späteren Motorradkauf genau, welche Fahrzeuggeometrie du meiden solltest.
Das ist der wichtigste Punkt, wenn du nicht auf eigenen Rädern anrollst. Ein Motorrad umzuwerfen, passiert schnell – ein kurzer Moment der Unachtsamkeit beim Anhalten am Hang, und die 200 Kilogramm liegen auf der Seite. Kläre daher vor der Unterschrift des Mietvertrags folgende Punkte ab:
Erstens: Ist eine Vollkaskoversicherung inklusive? Zweitens: Wie hoch ist der Selbstbehalt bei einem selbstverschuldeten Schaden? Ein Selbstbehalt von 500 bis 1’000 Franken ist branchenüblich. Drittens: Sind Fahrschul-Manöver explizit gedeckt? Manche Standard-Mietverträge schliessen Übungsfahrten aus. Da du aber einen offiziellen Kurs absolvierst, muss das vertraglich abgesichert sein. Lies dir die Bedingungen genau durch oder frage direkt nach, ob der Vertrag für Fahrschüler optimiert ist. Mehr zu den offiziellen Regeln zum Motorradführerausweis auf ch.ch hilft dir, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verstehen.
Hast du die 12 Stunden erfolgreich absolviert, wird dir der Kursbesuch im System des Strassenverkehrsamtes bestätigt. Dein Lernfahrausweis verlängert sich dadurch automatisch um 12 Monate. Nun hast du ein Jahr Zeit, um dich auf die praktische Prüfung vorzubereiten. Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Weiter mieten oder kaufen?
Wenn du nur ab und zu am Wochenende üben möchtest, kannst du weiterhin auf Leihmaschinen setzen. Bedenke aber, dass du für die Prüfung ein Fahrzeug brauchst, das du blind beherrschst. Wenn du dich entscheidest, die Motorradprüfung vorbereiten zu wollen, empfehle ich dir, die letzten Wochen vor dem Termin immer mit demselben Motorrad zu fahren. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen prüft sehr genau, ob du mit der Maschine eine Einheit bildest. Ein ständiger Wechsel des Leihmotorrads kurz vor der Prüfung ist kontraproduktiv.
Ja, absolut. Kein seriöser Händler wird dir ein Motorrad für den Strassenverkehr aushändigen, wenn du keinen gültigen Lernfahrausweis der entsprechenden Kategorie vorweisen kannst. Du musst den Ausweis bei der Abholung im Original zeigen.
Bei vielen Fahrschulen und grossen Händlern ist das möglich. Oft kannst du Helm, Jacke, Handschuhe und Knieprotektoren gegen eine kleine Gebühr ausleihen. Aus hygienischen Gründen und für die perfekte Passform empfehle ich jedoch, zumindest Helm und Handschuhe selbst zu kaufen.
Ja, solange du einen gültigen Mietvertrag hast und das blaue L-Schild gut sichtbar am Heck montiert ist. Du darfst in der Schweiz mit dem Lernfahrausweis alleine fahren, brauchst also keine Begleitperson auf dem Sozius. Fahrten ins Ausland sind mit dem Lernfahrausweis jedoch streng verboten.
Sichere zuerst die Unfallstelle und prüfe, ob du verletzt bist. Danach informierst du sofort deinen Fahrlehrer. Wenn das Motorrad beschädigt ist, meldest du dies bei der Rückgabe dem Vermieter. Die Vollkaskoversicherung übernimmt den Schaden am Fahrzeug, du bezahlst lediglich den vertraglich vereinbarten Selbstbehalt.
Ja, für die Kategorien A1 und A beschränkt darfst du den Grundkurs problemlos auf einem Automatik-Roller absolvieren. Das nimmt dir den Stress des Schaltens, sodass du dich voll auf die Verkehrsregeln und die Blicktechnik konzentrieren kannst.