Probezeit Motorrad: Regeln, WAB-Kurs und Strafen erklärt
Die Probezeit Motorrad dauert in der Schweiz drei Jahre. Erfahre alles zum WAB-Kurs, der Nullpromille-Grenze und was bei …
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Für viele meiner Fahrschüler in St.Gallen heisst es zunächst: Motorrad mieten Prüfung bestehen und erst dann eine eigene Maschine kaufen. Das ist eine kluge und finanziell sichere Entscheidung, denn so sparst du dir den Stress eines überstürzten Fahrzeugkaufs. Den Lernfahrausweis kannst du beantragen, sobald du den Nothelferkurs und die Theorieprüfung abgeschlossen hast. Anschliessend zeige ich dir im Grundkurs, wie du das geliehene Motorrad sicher beherrschst, bevor wir gemeinsam die praktische Prüfung in Angriff nehmen.
Ein eigenes Motorrad kostet schnell über 5’000 Franken, dazu kommen Versicherung, Einlösung und Wartung. Wenn du dir noch unsicher bist, welches Modell zu deiner Körpergrösse und deinem Fahrstil passt, ist die Miete ideal. Du kannst verschiedene Maschinen testen, ohne dich finanziell langfristig zu binden. Besonders für den obligatorischen Grundkurs nutzen viele Fahrschüler diese flexible Lösung.
In meinen Fahrstunden sehe ich oft, dass Fahrschüler mit einer zu schweren oder zu grossen Maschine ankommen, die sie sich hastig gekauft haben, nur um schnell loslegen zu können. Das führt zu enormen Unsicherheiten beim Manövrieren auf dem Platz. Eine gemietete Maschine, beispielsweise eine leichte und wendige 125er für die Kategorie A1 oder ein gut ausbalanciertes Naked Bike für die Kategorie A beschränkt, nimmt dir diese Angst. Du konzentrierst dich voll auf die Fahrtechnik, die richtige Blickführung und das Bremsen. Wenn das Leihmotorrad einmal umfällt – was im Grundkurs durchaus passieren kann –, bist du durch die Versicherung des Vermieters abgedeckt. Das schont die Nerven enorm. Lies auch meinen Beitrag zum Thema Grundkurs Leihmotorrad, um dich optimal auf die ersten Stunden vorzubereiten.
Für das Motorrad mieten Prüfung und den Grundkurs brauchst du einen gültigen Lernfahrausweis der entsprechenden Kategorie. Das Mietfahrzeug muss absolut verkehrssicher sein, ein gut sichtbares L-Schild montiert haben und die Leistungsvorgaben deiner Ausweiskategorie exakt erfüllen. Der Fahrzeugausweis muss zwingend im Original beim Experten des Strassenverkehrsamts vorgelegt werden.
Das Strassenverkehrsamt St.Gallen prüft vor der Fahrt den Zustand der Maschine sehr genau. Wenn du bei einem professionellen Motorradhändler oder über die Fahrschule mietest, kannst du dich darauf verlassen, dass Reifenprofil, Bremsen und Beleuchtung in tadellosem Zustand sind. Miete niemals ein Motorrad von einer Privatperson ohne klare vertragliche Regelung für Lernfahrten. Der Experte wird dich nicht zur Prüfung zulassen, wenn das Motorrad offensichtliche Mängel aufweist. Ein fehlendes L-Schild, ein defekter Blinker oder abgefahrene Reifen bedeuten das sofortige Ende, noch bevor du den Motor gestartet hast. Weitere Details zu den nötigen Papieren findest du in meiner Übersicht Dokumente Prüfung.
Zudem muss das Motorrad über eine ausreichende Leistung für die jeweilige Kategorie verfügen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) legt die genauen kW-Grenzen fest, die auf dem Fahrzeugausweis vermerkt sind. Ein zu schwaches Motorrad wird für eine höhere Kategorie nicht akzeptiert.
Du darfst nur mit einem Motorrad zur Prüfung antreten, das deiner beantragten Kategorie entspricht. Für A1 (ab 15 oder 16 Jahren) reicht ein Roller oder Leichtmotorrad bis 125 Kubikzentimeter und maximal 11 kW. Für die Kategorie A (ab 18 Jahren) brauchst du eine Maschine, die anfangs auf maximal 35 kW gedrosselt ist.
Nach zwei Jahren klagloser Fahrpraxis mit 35 kW kannst du die unbeschränkte Kategorie A beantragen und offene Maschinen fahren. Es ist extrem wichtig, dass dein Mietmotorrad diese Vorgaben exakt erfüllt. Ein zu starkes oder zu schwaches Motorrad führt zur sofortigen Abweisung am Prüfungstag.
| Kategorie | Mindestalter | Hubraum / Leistung | Bemerkung Mietmotorrad |
|---|---|---|---|
| A1 (Kleinmotorrad) | 15 Jahre | max. 50 cm³, max. 4 kW | Ideal für den Einstieg, oft als Roller gemietet. |
| A1 (Leichtmotorrad) | 16 Jahre | max. 125 cm³, max. 11 kW | Sehr beliebt, grosse Auswahl an Leihfahrzeugen in St.Gallen. |
| A beschränkt | 18 Jahre | max. 35 kW | Leistungsgewicht max. 0,20 kW/kg. Standard für Neulenker. |
| A unbeschränkt | ab 20 Jahren | über 35 kW | Nur nach 2 Jahren Praxis mit 35 kW. Direkteinstieg nicht mehr möglich. |
Stand der gesetzlichen Regelungen: 27. September 2026. Beachte, dass der Direkteinstieg in die grosse Kategorie A seit 2021 in der Schweiz komplett abgeschafft wurde. Du musst immer zuerst die 35-kW-Phase durchlaufen. Wenn du dir unsicher bist, wie du dich mit der gemieteten Maschine auf dem Platz verhältst, schau dir meine Tipps unter Grundkurs Teil 2 an.
Die Miete für ein prüfungstaugliches Motorrad kostet in der Schweiz pro Tag meist zwischen 80 und 150 Franken. Für eine ganze Woche, was für Grundkurs und Übungsfahrten ideal ist, zahlst du rund 300 bis 500 Franken. Entscheidend ist eine Vollkaskoversicherung, die ausdrücklich Lernfahrten abdeckt.
Wenn du mietest, hinterlegst du in der Regel eine Kaution per Kreditkarte. Achte darauf, wie hoch der Selbstbehalt im Schadensfall ist. Bei Lernfahrten ist das Risiko für kleine Umfaller beim Manövrieren deutlich höher als im normalen Strassenverkehr. Ein Kratzer am Auspuff oder ein verbogener Kupplungshebel können schnell ein paar Hundert Franken kosten. Kläre also vor der Unterschrift, ob der Vermieter Lernfahrten erlaubt. Offizielle Motorradhändler in der Region Ostschweiz sind darauf spezialisiert und bieten oft spezielle Fahrschul-Tarife an.
Die Anforderungen an die Motorradprüfung in der Schweiz haben sich über die Jahrzehnte stark gewandelt. Während in den 1980er-Jahren noch ein einfacher Parcours und eine kurze Ausfahrt genügten, liegt der Fokus heute auf komplexer Verkehrsdynamik und präziser Fahrzeugbeherrschung. Der Wegfall des Direkteinstiegs 2021 war der grösste Meilenstein der jüngeren Geschichte.
Früher kaufte man sich mit 25 Jahren direkt eine 1000er-Maschine, montierte das L-Schild und durfte losfahren. Das führte leider zu vielen Unfällen, da die brachiale Leistung dieser Motorräder die Fähigkeiten der Neulenker oft völlig überstieg. Der Gesetzgeber, unterstützt durch Organisationen wie die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa), hat deshalb das obligatorische Stufensystem eingeführt. Heute musst du dir deine Sporen abverdienen. Das bedeutet: Klein anfangen, Erfahrung sammeln und erst dann aufsteigen.
Für den Mietmarkt war diese Gesetzesänderung ein enormer Schub. Da Fahrschüler nun für die ersten zwei Jahre zwingend ein 35-kW-Motorrad benötigen, lohnt sich der Kauf für viele nicht mehr, wenn sie danach ohnehin eine offene Maschine fahren wollen. Sie mieten stattdessen für die Dauer der Lernphase oder zumindest für den Grundkurs und die Prüfung. Das fördert die Sicherheit auf unseren Strassen, weil die Schüler auf modernen, ABS-ausgerüsteten Maschinen lernen, statt auf veralteten Gebrauchttöffs ohne Assistenzsysteme. Mehr zur optimalen Vorbereitung findest du in meinem Artikel Motorradprüfung vorbereiten.
Auch wenn du das Motorrad nur für wenige Tage mietest, bei der Schutzausrüstung gibt es keine Kompromisse. Das Strassenverkehrsamt verlangt für die Prüfung einen homologierten Helm, Motorradhandschuhe, eine abriebfeste Jacke, lange Hosen (am besten mit Protektoren) und knöchelhohes, festes Schuhwerk. Ohne diese Ausrüstung schickt dich der Experte sofort nach Hause.
Viele Fahrschüler fragen mich, ob sie für die kurze Zeit bis zur Prüfung wirklich eine teure Lederkombi kaufen müssen. Nein, musst du nicht. Moderne Textilbekleidung mit CE-zertifizierten Protektoren reicht völlig aus und ist oft günstiger. Achte darauf, dass die Kleidung gut sitzt und nicht im Wind flattert. Wenn du bei Hitze fährst, gibt es spezielle Sommerjacken mit Mesh-Einsätzen, die gut kühlen, aber trotzdem schützen. Schau dir dazu meinen Ratgeber Motorrad bei Hitze an. Einige Motorradvermieter bieten auch Komplettpakete an, bei denen du Jacke und Handschuhe gleich mitmieten kannst. Den Helm solltest du aber aus Gründen der Sicherheit und Hygiene immer selbst besitzen. Ein gut sitzender Helm ist das Wichtigste überhaupt.
Am Prüfungstag triffst du dich meist 15 Minuten vor dem Termin beim Strassenverkehrsamt St.Gallen. Du parkierst das Mietmotorrad auf dem markierten Prüfungsplatz, stellst den Motor ab und legst den Fahrzeugausweis, deinen Lernfahrausweis sowie einen amtlichen Ausweis bereit. Der Experte kontrolliert zuerst die Papiere und den Zustand der Maschine.
Sitzt alles, geht es los. Die praktische Prüfung dauert rund 45 Minuten. Sie beginnt oft mit den Manövern auf dem Platz: Spurgasse, Slalom, Vollbremsung und die Acht. Hier zahlt es sich aus, wenn du das Leihmotorrad in den Tagen zuvor ausgiebig geübt hast. Du musst blind wissen, wo der Schleifpunkt der Kupplung liegt und wie sensibel die Bremsen reagieren. Ein zentraler Punkt beim Thema Motorrad mieten Prüfung ist eben die Eingewöhnungszeit – unterschätze das nicht.
Danach folgt die Fahrt im Verkehr. Der Experte fährt entweder als Sozius mit oder folgt dir in einem Auto und gibt dir über Funk die Richtung vor. Er achtet auf deine Blicktechnik, deine Kurvenlinie und ob du die Geschwindigkeitslimiten einhältst. Wenn du das Leihmotorrad souverän bewegst und zeigst, dass du den Verkehr im Griff hast, hast du den Führerausweis so gut wie in der Tasche. Nach der Fahrt besprecht ihr kurz die Leistung, und im besten Fall kannst du das L-Schild direkt abmontieren und die Maschine als frischgebackener Motorradfahrer zum Vermieter zurückbringen.
Ja, du kannst für die Kategorie A1 problemlos einen Roller mieten und damit an die Prüfung gehen. Beachte aber: Wenn du die Prüfung auf einem Automatik-Roller absolvierst, darfst du danach keine handgeschalteten Motorräder fahren. Es gibt dann einen entsprechenden Eintrag in deinem Führerausweis.
Wenn ein Blinker ausfällt, das Bremslicht klemmt oder der Reifen zu wenig Profil hat, wird die Prüfung gar nicht erst gestartet oder sofort abgebrochen. Du fällst durch und musst die Prüfungsgebühr trotzdem bezahlen. Deshalb ist es extrem wichtig, das Leihmotorrad vor der Fahrt zum Amt gründlich zu checken.
Viele Fahrschulen arbeiten mit lokalen Händlern zusammen oder haben einen eigenen kleinen Fuhrpark. Frag mich in der Fahrstunde einfach direkt an. Oft können wir ein passendes Fahrzeug für den Grundkurs und die Prüfung organisieren, das perfekt auf deine Grösse abgestimmt ist.
Helm, Handschuhe, Motorradjacke, lange Hosen und festes Schuhwerk sind obligatorisch. Viele Händler, die Motorräder vermieten, bieten auch Helme und Jacken zur Miete an. Aus hygienischen Gründen empfehle ich dir jedoch, zumindest den Helm und die Handschuhe selbst zu kaufen.
Damit das Projekt Motorrad mieten Prüfung erfolgreich wird, miete die Maschine mindestens drei bis vier Tage vor dem Termin. Du brauchst Zeit, um dich an das Gewicht, den Lenkeinschlag und die Bremsen zu gewöhnen. Wer am Prüfungstag zum ersten Mal auf einer fremden Maschine sitzt, fällt durch die Nervosität fast garantiert durch.