Krampfanfall Erste Hilfe: So reagierst du im Notfall richtig
Die Krampfanfall Erste Hilfe rettet Leben. Kopf schützen, nicht festhalten und danach die stabile Seitenlage anwenden: So reagierst …
Kontakt | +41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch
+41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch

Den Puls prüfen und die Atmung kontrollieren gehört zu den absolut wichtigsten Handgriffen, die du auf dem Weg zum Führerausweis lernst. Wenn du an eine Unfallstelle kommst, zählt jede Sekunde und dein Handeln kann über Leben und Tod entscheiden. Bevor du jedoch mit Wiederbelebungsmassnahmen oder der Herzdruckmassage startest, musst du sicher wissen, ob die verletzte Person noch selbstständig atmet und ob das Herz schlägt. Ich zeige dir hier, wie du in einer extremen Stresssituation einen kühlen Kopf bewahrst, die Lebenszeichen richtig deutest und diese lebensrettenden Überprüfungen fehlerfrei durchführst.
Die Kontrolle von Atmung und Herzschlag entscheidet direkt über deine nächsten Massnahmen am Unfallort. Ohne eine funktionierende Sauerstoffversorgung sterben die Zellen im Gehirn bereits nach drei bis fünf Minuten unwiderruflich ab. Die Überprüfung dieser Vitalfunktionen sagt dir, ob du die Person in die stabile Seitenlage bringen musst oder ob eine sofortige Reanimation erforderlich ist.
In der Schweiz ist der Nothelferkurs obligatorisch, bevor du den Lernfahrausweis beantragen darfst. Heute, am 24. September 2026, gelten klare, vereinfachte Richtlinien für Ersthelfer. Das Ziel ist es, die Hemmschwelle zu senken. Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Doch der grösste Fehler ist es, gar nichts zu tun. Wenn du weisst, wie du die Lebenszeichen richtig einschätzt, gewinnst du die nötige Sicherheit, um im Ernstfall beherzt einzugreifen. Weitere Tipps dazu findest du in unserem Ratgeber Ruhe bewahren Notfall-Tipps.
Bevor du nach dem Herzschlag suchst, steht die Atemkontrolle an erster Stelle. Sie ist für Ersthelfer oft einfacher und zuverlässiger durchzuführen. Drehe die Person auf den Rücken und mache die Atemwege frei, indem du den Kopf sanft nach hinten überstreckst und das Kinn anhebst. So verhinderst du, dass die Zunge den Rachen blockiert.
Nutze nun das Prinzip «Sehen, Hören, Fühlen» für maximal 10 Sekunden. Beuge dich mit deinem Ohr dicht über Mund und Nase der verletzten Person. Dein Blick richtet sich dabei auf den Brustkorb. Sehen: Hebt und senkt sich der Brustkorb regelmässig? Hören: Kannst du normale Atemgeräusche wahrnehmen? Fühlen: Spürst du den Luftstrom der Ausatmung an deiner Wange? Wenn die Atmung normal und regelmässig ist, bringst du die Person in die stabile Seitenlage. Ist die Atmung unregelmässig, röchelnd (Schnappatmung) oder gar nicht vorhanden, musst du von einem Herz-Kreislauf-Stillstand ausgehen.
Wenn du den Puls prüfen willst, konzentrierst du dich am besten auf die grossen Arterien, die nah an der Hautoberfläche verlaufen. Für Ersthelfer gibt es zwei Hauptstellen, die sich bewährt haben: die Halsschlagader (Arteria carotis) und die Speichenarterie am Handgelenk (Arteria radialis).
Die Halsschlagader ist bei bewusstlosen Personen die zuverlässigste Stelle. Sie liegt in der Vertiefung zwischen dem Kehlkopf und dem seitlichen Halsmuskel. Lege zwei Finger (Zeige- und Mittelfinger) flach auf den Kehlkopf und gleite dann sanft etwa zwei Zentimeter in die Rille auf deiner Seite hinab. Drücke leicht, aber nicht zu fest. Die zweite Option ist das Handgelenk. Lege deine Finger auf die Innenseite des Handgelenks der verletzten Person, auf der Seite des Daumens. Diese Methode ist bei wachen Personen gut geeignet, bei einem Schock oder starkem Blutverlust ist der periphere Puls hier jedoch oft nicht mehr spürbar. Nutze niemals deinen eigenen Daumen für die Messung, da dieser einen starken Eigenpuls hat, der dich täuschen könnte. Vertiefe dein Wissen zu solchen Basics auch in unserem Artikel über Erste Hilfe Handgriffe.
Die Herzfrequenz hängt stark vom Alter, der körperlichen Fitness und der aktuellen Stresssituation ab. Bei einem gesunden Erwachsenen in Ruhe schlägt das Herz etwa 60 bis 80 Mal pro Minute. Bei Kindern und Säuglingen ist der Herzschlag von Natur aus deutlich schneller.
In einer Notfallsituation, bei Schmerzen oder starkem Stress, schüttet der Körper Adrenalin aus. Das lässt das Herz schneller schlagen. Ein Wert von 100 Schlägen pro Minute oder mehr (Tachykardie) ist bei einem Unfallopfer also nicht ungewöhnlich und oft eine natürliche Reaktion auf den Schock. Ein sehr langsamer Herzschlag unter 60 Schlägen pro Minute (Bradykardie) bei einer verletzten Person kann hingegen auf ein schwerwiegendes Problem mit dem Herz-Kreislauf-System, eine Unterkühlung oder eine schwere Kopfverletzung hindeuten.
| Altersgruppe | Normale Herzfrequenz (Schläge/Min.) |
|---|---|
| Erwachsene | 60 – 80 |
| Schulkinder (6-12 Jahre) | 80 – 100 |
| Kleinkinder (1-5 Jahre) | 90 – 120 |
| Säuglinge (unter 1 Jahr) | 100 – 140 |
Die Untersuchung des Herzschlags ist eine der ältesten diagnostischen Methoden der Medizingeschichte. Schon im alten Ägypten, rund 1’500 Jahre vor Christus, beschrieben Ärzte im Papyrus Ebers das Herz als Zentrum des Blutgefässsystems und erkannten die Bedeutung des Pulsschlags. In der traditionellen chinesischen Medizin wurde die Pulsmessung über Jahrhunderte hinweg zu einer hochkomplexen Kunstform verfeinert, bei der Ärzte anhand feinster Nuancen am Handgelenk auf den Zustand der inneren Organe schlossen.
Der griechische Arzt Galen, der im 2. Jahrhundert nach Christus in Rom praktizierte, verfasste umfangreiche Schriften über den Puls, die das medizinische Wissen im Westen bis ins Mittelalter prägten. Er unterschied bereits zwischen schnellem, langsamem, hartem und weichem Puls. Die moderne kardiopulmonale Reanimation (CPR), wie wir sie heute in jedem Nothelferkurs lehren, entwickelte sich jedoch erst in den 1950er und 1960er Jahren, massgeblich vorangetrieben durch Pioniere wie Peter Safar. Interessanterweise wurde in den frühen CPR-Richtlinien extrem viel Wert auf die genaue Pulskontrolle durch Ersthelfer gelegt. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten erkannte man, dass Laien in Stresssituationen oft wertvolle Zeit verlieren, wenn sie verzweifelt nach einem Herzschlag suchen. Deshalb lautet die moderne Devise: Wenn keine normale Atmung da ist, wird reanimiert. Solche Entwicklungen besprechen wir auch oft, wenn wir über Erste-Hilfe-Mythen aufklären.
In der Aufregung eines Unfalls passieren schnell Fehler. Der häufigste Irrtum ist der Versuch, den Herzschlag mit dem Daumen zu ertasten. Wie bereits erwähnt, spürst du dann oft nur deinen eigenen Puls und gehst fälschlicherweise davon aus, dass das Herz des Patienten noch schlägt. Ein weiterer gefährlicher Fehler ist es, die Halsschlagader auf beiden Seiten gleichzeitig abzudrücken. Das kann die Blutzufuhr zum Gehirn massiv drosseln und bei älteren Menschen sogar einen Schlaganfall auslösen.
Viele Ersthelfer verschwenden zudem zu viel Zeit mit der Suche. Die eiserne Regel lautet: Die Kontrolle von Atmung und Kreislaufzeichen darf insgesamt nicht länger als 10 Sekunden dauern. Wenn du nach 10 Sekunden keinen eindeutigen Herzschlag spürst und die Person nicht normal atmet, musst du handeln. Zögere nicht aus Angst vor Rippenbrüchen bei der Herzdruckmassage. Ein gebrochener Knochen heilt wieder, ein abgestorbenes Gehirn nicht. Übrigens: Wie du deine Liebsten auf solche Situationen vorbereitest, erfährst du im Beitrag Nothelferkurs Familie.
Wenn du feststellst, dass die verletzte Person nicht oder nicht normal atmet, liegt ein lebensbedrohlicher Notfall vor. Jetzt musst du sofort die Rettungskette in Gang setzen. Rufe laut um Hilfe, um andere Passanten aufmerksam zu machen. Wähle den Notruf 144 (Sanität in der Schweiz) oder 112 (allgemeiner europäischer Notruf). Wenn du allein bist, stelle dein Telefon auf Lautsprecher, lege es neben dich und beginne sofort mit den Wiederbelebungsmassnahmen. Die offiziellen Notfallnummern auf ch.ch bieten hierzu stets aktuelle Übersichten.
Starte unverzüglich mit der Herzdruckmassage. Der Rhythmus lautet 30 zu 2: Du drückst 30 Mal kräftig und schnell in der Mitte des Brustkorbs (Drucktiefe ca. 5 bis 6 Zentimeter, Frequenz 100 bis 120 Mal pro Minute) und beatmest danach 2 Mal. Wenn du dich vor der Beatmung ekelst oder sie nicht beherrschst, führe zumindest die Herzdruckmassage ununterbrochen durch, bis die Profis eintreffen. Schicke einen Helfer los, um einen AED (Automatisierter Externer Defibrillator) zu holen, falls einer in der Nähe ist. Das Gerät erklärt dir jeden Schritt mit einer ruhigen Sprachausgabe. Weitere detaillierte Anleitungen für den Ernstfall bietet auch der Schweizerische Samariterbund.
Nein, nach den aktuellen Richtlinien für die Erste Hilfe wird von Laien nicht mehr zwingend verlangt, den Herzschlag zu tasten. Die Kontrolle der normalen Atmung (Sehen, Hören, Fühlen) ist entscheidend. Fehlt die normale Atmung, wird sofort von einem Herz-Kreislauf-Stillstand ausgegangen und mit der Reanimation begonnen.
Die Überprüfung der Vitalfunktionen – also das Kontrollieren der Atmung und gegebenenfalls das Tasten nach dem Herzschlag – darf maximal 10 Sekunden in Anspruch nehmen. Jede weitere Sekunde Verzögerung verringert die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand.
Verwende immer den Zeige- und den Mittelfinger zusammen, um den Herzschlag zu ertasten. Lege die Fingerkuppen flach auf die Haut. Benutze niemals den Daumen, da dieser einen eigenen, kräftigen Puls hat, der zu Verwechslungen führen kann.
Auf keinen Fall. Wenn du die Halsschlagader auf beiden Seiten gleichzeitig abdrückst, unterbrichst du die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns. Taste immer nur auf der Seite, die dir zugewandt ist, und übe nur leichten Druck aus.
Die Angst davor ist gross, aber unbegründet. Wenn du bei einer Person, die das Bewusstsein verloren hat und scheinbar nicht atmet, mit der Herzdruckmassage beginnst, obwohl das Herz noch schlägt, richtest du in der Regel keinen lebensgefährlichen Schaden an. Die Person wird sich durch Abwehrbewegungen oder Schmerzäusserungen bemerkbar machen. Dann stoppst du einfach.