Nothelferkurs Familie: Gemeinsam sicher zum Lernfahrausweis
Ein gemeinsamer Nothelferkurs Familie in St.Gallen lohnt sich: Der Nachwuchs holt das Zertifikat für den Führerausweis, Eltern frischen …
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Erste Hilfe Handgriffe müssen sitzen, wenn jede Sekunde zählt. In meinen Fahrstunden in St.Gallen betone ich immer wieder: Ein Führerausweis bedeutet auch Verantwortung. Wenn du als Erster an einen Unfallort kommst, bist du das wichtigste Glied in der Rettungskette. Bis die Ambulanz eintrifft, vergehen im Durchschnitt 10 bis 15 Minuten. In dieser Zeit entscheiden wenige, aber gezielte Massnahmen darüber, ob ein Mensch überlebt oder schwere Folgeschäden davonträgt. Du musst kein Arzt sein, um Leben zu retten. Du musst nur wissen, was im entscheidenden Moment zu tun ist.
Das menschliche Gehirn nimmt bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff irreversible Schäden. Wenn das Herz stillsteht oder die Atemwege blockiert sind, ist das Eintreffen des Rettungsdienstes oft zu spät, wenn niemand vor Ort sofort handelt. Genau deshalb ist dein Eingreifen so kritisch.
In der Notfallmedizin sprechen wir oft von der sogenannten «Golden Hour of Shock» und den «Platinum Ten Minutes». Das bedeutet: Die ersten zehn Minuten nach einem schweren Unfall sind absolut entscheidend für die Überlebenschancen des Opfers. Wenn du am Unfallort stehst, hast du keine Zeit, erst im Internet nach einer Anleitung zu suchen. Die grundlegenden Abläufe müssen automatisch abrufbar sein. Genau dafür besuchst du vor dem Beantragen des Lernfahrausweises den obligatorischen Nothelferkurs. Dort trainieren wir diese Abläufe so lange, bis sie ins Muskelgedächtnis übergehen.
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Die vier zentralen Erste Hilfe Handgriffe sind die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage, der Druckverband und der Heimlich-Handgriff. Je nach Situation wendest du genau die Massnahme an, die das akute Lebensrisiko des Verletzten minimiert.
| Situation am Unfallort | Massnahme / Handgriff | Hauptziel der Massnahme |
|---|---|---|
| Person ist bewusstlos, atmet aber normal | Stabile Seitenlage | Atemwege freihalten, Ersticken durch Zunge oder Erbrochenes verhindern |
| Person ist bewusstlos, atmet nicht normal | Herzdruckmassage und Beatmung | Blutzirkulation und Sauerstoffversorgung des Gehirns aufrechterhalten |
| Person hat eine stark blutende Wunde | Druckverband anlegen | Massiven Blutverlust stoppen, Schockzustand verhindern |
| Person droht an einem Fremdkörper zu ersticken | Heimlich-Handgriff (Oberbauchkompression) | Fremdkörper aus den Atemwegen pressen |
Diese Tabelle zeigt dir auf einen Blick, dass du immer zuerst die Situation beurteilen musst, bevor du handelst. Das Schema «Schauen – Denken – Handeln» ist dein bester Freund. Zuerst verschaffst du dir einen Überblick, sicherst die Unfallstelle ab und alarmierst den Rettungsdienst unter der Nummer 144. Erst dann wendest du die spezifischen Handgriffe an.
Die stabile Seitenlage wendest du an, wenn eine Person bewusstlos ist, aber noch normal atmet. Sie verhindert, dass die Zunge in den Rachen rutscht oder Erbrochenes eingeatmet wird, was unweigerlich zum Ersticken führen würde.
Der Ablauf ist simpel, erfordert aber Präzision. Du kniest dich seitlich neben die Person. Den Arm, der dir am nächsten ist, winkelst du nach oben an – wie bei einem Polizisten, der «Halt» signalisiert. Den anderen Arm greifst du am Handgelenk und legst den Handrücken an die Wange der Person, die dir zugewandt ist. Anschliessend greifst du das ferne Bein am Knie, stellst es auf und ziehst die Person sanft, aber bestimmt zu dir herüber. Das aufgestellte Bein stabilisiert den Körper wie ein Keil, sodass die Person nicht auf den Bauch rollen kann.
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Wenn die Person bewusstlos ist und nicht oder nicht normal atmet, startest du sofort mit der Herzdruckmassage. Der Rhythmus lautet 30 Herzdruckmassagen gefolgt von zwei Beatmungen. Du drückst das Brustbein dabei fünf bis sechs Zentimeter tief ein.
Viele haben grossen Respekt vor der Reanimation. Die Angst, Rippen zu brechen, lässt Ersthelfer oft zu zaghaft drücken. Ich sage meinen Schülern immer: Eine gebrochene Rippe heilt wieder, ein Sauerstoffmangel im Gehirn nicht. Du platzierst den Ballen deiner Hand auf der Mitte des Brustkorbs, legst die andere Hand darüber, verschränkst die Finger und drückst mit gestreckten Armen von oben herab. Das Tempo ist enorm wichtig: 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Wenn du im Kopf den Takt von «Stayin‘ Alive» von den Bee Gees oder «Atemlos» summst, hast du genau die richtige Frequenz.
Nach 30 Kompressionen folgen zwei Beatmungen. Überstrecke den Kopf, halte die Nase zu und blase für etwa eine Sekunde Luft in den Mund des Opfers, bis sich der Brustkorb hebt. Wenn du dich vor der Mund-zu-Mund-Beatmung ekelst oder Blut im Spiel ist, lass sie weg und drücke einfach ununterbrochen weiter. Die Herzdruckmassage ist der absolut wichtigste Teil. Weitere detaillierte Vorgaben zur Reanimation findest du beim Schweizerischen Samariterbund, der die Standards für unsere Kurse festlegt.
Bei stark blutenden Wunden legst du einen Druckverband an, um den Blutverlust zu stoppen. Dazu drückst du eine sterile Wundauflage auf die Wunde, legst ein Druckpolster darauf und umwickelst es fest, ohne die Blutzufuhr komplett abzuschnüren.
Ein massiver Blutverlust führt schnell zu einem lebensbedrohlichen Schock. Wenn du keinen professionellen Verbandskasten zur Hand hast, musst du improvisieren. Ein sauberes T-Shirt als Wundauflage und ein ungeöffnetes Päckchen Taschentücher als Druckpolster funktionieren im Notfall hervorragend. Wichtig ist, dass der Druck direkt auf die verletzte Ader ausgeübt wird. Wenn der Verband durchblutet, nimmst du ihn nicht ab, sondern legst einfach einen zweiten, noch festeren Druckverband direkt darüber. So zerstörst du die bereits begonnene Blutgerinnung nicht.
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Die modernen Techniken der Reanimation wurden erst in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt. Davor waren die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand ausserhalb eines Krankenhauses verschwindend gering. Pioniere wie Peter Safar revolutionierten die Notfallmedizin grundlegend.
Es ist faszinierend, wie jung diese Techniken eigentlich sind. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts versuchte man, Ertrunkene durch das Rollen über Fässer oder durch das rhythmische Anheben der Arme wiederzubeleben – Methoden, die aus heutiger Sicht völlig wirkungslos waren. Erst der Arzt Peter Safar bewies in den 1950er Jahren, dass die Mund-zu-Mund-Beatmung die effektivste Methode ist, um Sauerstoff in die Lungen eines Bewusstlosen zu bekommen. Gemeinsam mit anderen Medizinern entwickelte er das ABC-Schema (Atemwege frei, Beatmung, Circulation/Kreislauf), das bis heute die Basis jedes Nothelferkurses bildet.
Auch der Heimlich-Handgriff, den wir bei drohendem Ersticken anwenden, wurde erst 1974 von dem US-amerikanischen Arzt Henry Heimlich publiziert. Vorher klopfte man Erstickenden meist nur auf den Rücken, was den Fremdkörper oft noch tiefer in die Luftröhre trieb. Heute sind diese Erste Hilfe Handgriffe Standardwissen, das jedem Fahrschüler in der Schweiz vermittelt wird. Offizielle Richtlinien und Notfallnummern für die Schweiz findest du jederzeit auf ch.ch.
Der grösste Fehler am Unfallort ist es, gar nichts zu tun. Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen oder den Verletzten zusätzlich zu schädigen. Doch bei einem lebensbedrohlichen Zustand ist Inaktivität das einzige echte Fehlverhalten.
Ein weiterer typischer Fehler ist der Tunnelblick. Jemand sieht Blut und stürzt sofort auf den Verletzten zu, ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Eigenschutz geht immer vor! Wenn du auf der Autobahn oder einer unübersichtlichen Landstrasse anhältst, zieh zuerst deine Leuchtweste an und stell das Pannendreieck auf. Ein toter Retter nützt niemandem. Ausserdem vergessen viele im Stress die genaue Standortangabe beim Notruf. Die Disponenten der Sanität 144 können dir nur schnell helfen, wenn sie genau wissen, wo du bist. Nutze markante Punkte, Strassenschilder oder die Standort-Funktion deines Smartphones (Stand 16. September 2026 ist das Übermitteln des Standorts bei Notruf-Apps in der Schweiz Standard).
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Für den Erwerb des Lernfahrausweises musst du den obligatorischen Nothelferkurs absolvieren. Dort lernst und übst du die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage, die Beatmung, das Anlegen eines Druckverbands und das korrekte Verhalten bei einem Schock. Die praktische Anwendung am Dummy ist Pflicht.
Ja, das passiert sogar recht häufig, besonders bei älteren Menschen. Wenn du ein Knacken hörst, darfst du auf keinen Fall aufhören. Ein gebrochener Knochen ist ein kleines Problem im Vergleich zu einem tödlichen Herzstillstand. Drücke im Rhythmus weiter, bis die Sanität übernimmt.
Wenn Blut oder Erbrochenes im Gesicht des Opfers ist und du keine Beatmungsmaske hast, darfst du die Beatmung weglassen. Führe in diesem Fall ausschliesslich die Herzdruckmassage durch, und zwar ununterbrochen. Die Kompressionen halten das restliche sauerstoffreiche Blut im Kreislauf in Bewegung.
Du wendest den sogenannten Rautek-Griff an und ziehst eine Person aus dem Fahrzeug, wenn akute Lebensgefahr besteht. Das ist der Fall, wenn das Auto brennt, droht abzustürzen oder wenn die Person bewusstlos ist und nicht atmet (da du sie im Sitzen nicht reanimieren kannst).
Der Nothelferausweis ist für die Anmeldung zur Theorieprüfung sechs Jahre lang gültig. Ich empfehle jedoch jedem Autofahrer, das Wissen alle drei bis vier Jahre in einem kurzen Refresher-Kurs aufzufrischen. Erste Hilfe Handgriffe verlernt man schnell, wenn man sie nie anwenden muss.