Nothelferkurs Familie: Gemeinsam sicher zum Lernfahrausweis
Ein gemeinsamer Nothelferkurs Familie in St.Gallen lohnt sich: Der Nachwuchs holt das Zertifikat für den Führerausweis, Eltern frischen …
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Erste-Hilfe-Mythen sorgen oft dafür, dass Menschen bei einem Unfall zögern, statt entschlossen zuzupacken. In meinen Nothelferkursen in St.Gallen sehe ich wöchentlich, wie alte Irrtümer aus dem Fernsehen oder von früher das richtige Handeln blockieren. Dabei ist die Regel simpel: Der einzige wirkliche Fehler am Unfallort ist es, gar nichts zu tun. Wer aus Angst vor Fehlern abwartet, verliert wertvolle Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können.
Alte Lehrmeinungen, dramatische Filmszenen und gut gemeinte Ratschläge von früher sind die Hauptgründe für diese Irrtümer. Die Medizin entwickelt sich weiter, doch das Halbwissen in der Gesellschaft bleibt oft jahrzehntelang bestehen. Noch in den 1990er-Jahren galten bei der Wiederbelebung andere Rhythmen als heute. Filme suggerieren zudem oft, dass ein Stromstoss aus dem Defibrillator ein stehendes Herz wie einen Motor neu startet – was medizinisch schlicht falsch ist. Heute, am 17. September 2026, sind die Vorgaben der Rettungsorganisationen so einfach und sicher wie nie zuvor. Es geht nicht um Perfektion, sondern um schnelles, pragmatisches Handeln. Wenn du die wichtigsten Erste-Hilfe-Handgriffe beherrschst, bist du bestens vorbereitet.
Wenn ein Motorradfahrer nach einem Sturz bewusstlos ist, musst du den Helm zwingend abnehmen. Nur so kannst du die Atmung kontrollieren und bei einem Atemstillstand mit der Wiederbelebung beginnen. Viele haben Angst, dabei die Halswirbelsäule zu verletzen. Doch die Realität ist hart: Eine mögliche Wirbelsäulenverletzung ist irrelevant, wenn die Person erstickt, weil die Zunge die Atemwege blockiert oder Erbrochenes eingeatmet wird. Das Überleben hat immer oberste Priorität. Idealerweise nimmst du den Helm zu zweit ab, wobei einer den Kopf stützt. Bist du allein, machst du es vorsichtig allein. Mehr Details dazu erkläre ich dir in meinem Beitrag darüber, wie du den Helm bei einem Motorradunfall sicher abnehmen kannst.
Hausmittel wie Mehl, Öl oder Salben haben auf frischen Verbrennungen absolut nichts verloren. Sie schliessen die Hitze im Gewebe ein und müssen im Spital extrem schmerzhaft aus der Wunde gekratzt werden. Der einzige richtige Weg bei Verbrennungen ist die Kühlung mit lauwarmem Wasser (etwa 20 Grad Celsius) für maximal 15 Minuten. Verwende niemals eiskaltes Wasser oder Eiswürfel, da dies zu Erfrierungen des ohnehin geschädigten Gewebes und zu einer gefährlichen Unterkühlung des gesamten Körpers führen kann. Nach der Kühlung wird die Wunde locker und steril abgedeckt, bis der Rettungsdienst eintrifft.
In der Schweiz wirst du nicht bestraft, wenn du bei der Ersten Hilfe unbeabsichtigt einen Fehler machst. Strafbar machst du dich laut Artikel 128 des Strafgesetzbuches nur durch unterlassene Nothilfe, also wenn du einfach weiterfährst oder wegschaust. Das Gesetz schützt Ersthelfer ausdrücklich. Selbst wenn du bei der Herzdruckmassage eine Rippe brichst – was durchaus passieren kann und oft sogar ein Zeichen für ausreichend Druck ist –, drohen dir keine rechtlichen Konsequenzen. Du hast versucht, ein Leben zu retten. Die offiziellen Vorgaben zum Verhalten bei einem Unfall auf ch.ch bestätigen dies klar: Helfen ist Pflicht, Perfektion nicht.
Legst du den Kopf in den Nacken, fliesst das Blut in den Magen und führt meist zu starker Übelkeit und Erbrechen. Der Kopf muss nach vorne geneigt werden, während du die Nasenflügel für einige Minuten fest zusammendrückst. Zusätzlich hilft ein kühles Tuch oder ein Coolpack im Nacken. Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefässe zusammenziehen und die Blutung schneller stoppt. Wenn das Nasenbluten nach 20 Minuten nicht aufhört oder die Folge eines schweren Schlages auf den Kopf ist, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Bewusstlose Personen weckt man niemals durch Schütteln, Ohrfeigen oder das Überschütten mit Wasser. Sie gehören umgehend in die stabile Seitenlage, damit die Atemwege frei bleiben, gefolgt von einem Notruf. Bewusstlosigkeit ist keine tiefe Müdigkeit, sondern ein Ausfall wichtiger Gehirnfunktionen. Die Muskeln erschlaffen, was bedeutet, dass die Zunge nach hinten in den Rachen rutschen und die Atemwege blockieren kann. Prüfe die Atmung: Atmet die Person normal, bringst du sie in die Seitenlage. Atmet sie nicht oder nicht normal (Schnappatmung), beginnst du sofort mit der Herzdruckmassage.
Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) analysiert den Herzrhythmus selbstständig und gibt nur dann einen Schock frei, wenn tatsächlich ein lebensgefährliches Kammerflimmern vorliegt. Du kannst mit einem AED niemanden aus Versehen schocken. Das Gerät spricht mit dir, gibt dir klare Anweisungen und führt dich Schritt für Schritt durch die Wiederbelebung. Viele Menschen haben Angst, das Gerät überhaupt von der Wand zu nehmen. Diese Angst ist unbegründet. Sobald du den Deckel öffnest, erklärt dir die Computerstimme exakt, wo du die Klebepads anbringen musst und wann du Abstand halten sollst.
Ein Druckverband soll die Blutung stoppen, aber nicht die gesamte Gliedmasse von der Blutversorgung abschneiden. Wenn sich der Arm oder das Bein blau verfärbt, ist der Verband zu eng und muss leicht gelockert werden. Das komplette Abbinden mit einem Gürtel oder Schnürsenkel (Tourniquet) wird nur in absoluten Ausnahmesituationen bei massiven, lebensbedrohlichen Blutungen angewendet, die sich durch einen Druckverband nicht kontrollieren lassen. Für den normalen Ersthelfer gilt: Wundauflage auf die Wunde, ein ungeöffnetes Verbandpäckchen als Druckpolster darauflegen und mit einer Binde fest, aber nicht abschnürend umwickeln.
Verletzte Personen, die unter Schock stehen, dürfen weder essen noch trinken. Wenn sie später operiert werden müssen, führt ein voller Magen zu einem hohen Risiko für lebensgefährliches Erbrechen unter Narkose. Zudem bedeutet ein medizinischer Schock, dass der Körper zu wenig Blutvolumen in den Gefässen hat – die Durchblutung der inneren Organe ist gestört. Eine Flüssigkeitsaufnahme über den Magen funktioniert in diesem Zustand ohnehin nicht mehr richtig. Wenn die Person friert, decke sie mit der Rettungsdecke aus dem Auto-Apotheken-Kasten ab (Silberseite nach innen) und rede beruhigend auf sie ein. Die psychologische Betreuung ist hier die wichtigste Erste Hilfe nach einem Sturz oder Unfall.
Um dir die Übersicht zu erleichtern, habe ich die häufigsten Fehler und die korrekten Massnahmen in einer kompakten Tabelle zusammengefasst. Diese Übersicht hilft dir, im Ernstfall die Ruhe zu bewahren.
| Der Mythos | Die Gefahr | Die richtige Massnahme |
|---|---|---|
| Helm immer auf dem Kopf lassen | Person erstickt an der eigenen Zunge oder an Erbrochenem. | Bei Bewusstlosigkeit den Helm zwingend vorsichtig abnehmen. |
| Mehl oder Öl auf Verbrennungen | Hitze staut sich, Infektionsgefahr, schmerzhafte Entfernung im Spital. | Mit lauwarmem Wasser kühlen (max. 15 Min.), steril abdecken. |
| Kopf in den Nacken bei Nasenbluten | Blut fliesst in den Magen, führt zu starker Übelkeit. | Kopf nach vorne neigen, Nasenflügel zusammendrücken, Kälte in den Nacken. |
| Angst vor Strafe bei Fehlern | Aus Angst wird gar nicht geholfen, die Person stirbt. | Zupacken. Nur unterlassene Nothilfe ist in der Schweiz strafbar. |
| Verletzten etwas zu trinken geben | Lebensgefahr durch Erbrechen bei einer späteren Narkose im Spital. | Nichts zu essen oder trinken geben. Lippen maximal leicht befeuchten. |
Ein Auffrischungskurs alle paar Jahre ist der beste Weg, um im Notfall instinktiv richtig zu handeln. Die medizinischen Richtlinien ändern sich, und praktische Übungen an der Puppe geben dir die nötige Sicherheit zurück. Der Schweizerische Samariterbund empfiehlt regelmässige Trainings, um Hemmungen abzubauen. Auch wenn du den Ausweis für die Autoprüfung schon lange hast, lohnt es sich, das Nothelferwissen aufzufrischen. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, ist der erste Schritt natürlich, dich für den Nothelfer für den Lernfahrausweis anzumelden.
Nein. Das Gesetz (Art. 128 StGB) verlangt von dir, dass du nach deinen Möglichkeiten hilfst. Wenn du aufgrund eines Mythos eine suboptimale Massnahme ergreifst (z. B. Kopf in den Nacken bei Nasenbluten), wirst du dafür nicht bestraft. Bestraft wird nur, wer eine Person in Lebensgefahr böswillig im Stich lässt.
Für den Führerausweis ist der Nothelferkurs sechs Jahre lang gültig. Aus medizinischer und praktischer Sicht empfehle ich jedoch, das Wissen alle drei bis vier Jahre in einem kurzen Refresher-Kurs aufzufrischen. Die Handgriffe sitzen nur dann blind, wenn man sie ab und zu an einer Puppe übt.
Ja, das ist sogar sehr wahrscheinlich. Um das Blut effektiv durch den Körper zu pumpen, musst du den Brustkorb bei einem Erwachsenen etwa 5 bis 6 Zentimeter tief eindrücken. Dabei knacken oft die Rippenknorpel oder Rippen brechen. Das ist kein Fehler, sondern ein Zeichen für effektive Herzdruckmassage. Ein Rippenbruch heilt, der Tod nicht.
Wenn du als Erster an eine Unfallstelle kommst oder direkt in einen Unfall verwickelt bist, musst du anhalten, die Stelle absichern und Erste Hilfe leisten. Wenn bereits Polizei, Sanität oder ausreichend Ersthelfer vor Ort sind und du nicht explizit gebraucht wirst, fährst du zügig weiter, um keinen Stau durch Gaffen zu verursachen.
Ein verzögerter Notruf ist ein häufiger Fehler. Viele Ersthelfer versuchen zuerst, die Situation allein zu lösen. Die Regel lautet: Zuerst schauen, dann denken, dann handeln. Sobald du erkennst, dass jemand schwer verletzt oder bewusstlos ist, wählst du sofort die 144 (Sanität) oder 112 (allgemeiner Notruf). Setze den Notruf auf Lautsprecher, während du hilfst.