Massenkarambolage: Richtiges Verhalten und Erste Hilfe
Massenkarambolage: So verhältst du dich bei einem Serienunfall richtig. Eigensicherung, Erste Hilfe und Prävention – Tipps aus der …
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Die Krampfanfall Erste Hilfe ist ein Thema, das viele angehende Neulenker zunächst verunsichert. Wenn jemand vor dir plötzlich zusammenbricht, krampft und das Bewusstsein verliert, wirkt das dramatisch und löst oft Panik aus. Doch das Wichtigste, was du in genau diesem Moment tun kannst, ist Ruhe bewahren und den Betroffenen vor weiteren Verletzungen zu schützen. Als Fahrlehrer in St.Gallen weiss ich: Wer die wenigen, aber entscheidenden Handgriffe kennt, verliert die Angst vor dem Eingreifen. Ich zeige dir hier Schritt für Schritt, wie du sicher und richtig reagierst, wenn du Zeuge eines solchen medizinischen Notfalls wirst.
Ein Krampfanfall entsteht durch eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladung von Nervenzellen im Gehirn. Man kann sich das wie ein kurzes, heftiges Gewitter in der Schaltzentrale des Körpers vorstellen. Diese fehlerhaften Signale führen dazu, dass sich die Muskeln im gesamten Körper schlagartig anspannen und unkontrolliert zucken. Der Betroffene verliert dabei in der Regel sofort das Bewusstsein, stürzt zu Boden und ist absolut unfähig, seine Bewegungen zu steuern oder auf Zurufe zu reagieren. Die Ursachen für ein solches Ereignis sind vielfältig. Neben der bekannten Epilepsie können auch ein starker Sauerstoffmangel, schwere Kopfverletzungen nach einem Unfall, Vergiftungen, ein extremer Unterzucker bei Diabetikern oder bei Kleinkindern ein rasch ansteigendes Fieber der Auslöser sein. Für dich als Ersthelfer auf der Strasse oder im Alltag ist die genaue Ursache in der akuten Situation jedoch zweitrangig. Deine Aufgabe ist es nicht, eine medizinische Diagnose zu stellen, sondern die unmittelbare Gefahr für die Person zu minimieren und die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sicher zu überbrücken.
Die Krampfanfall Erste Hilfe besteht aus drei klaren Phasen: Schützen während des Anfalls, Überwachen danach und das rechtzeitige Alarmieren des Rettungsdienstes. Sobald du bemerkst, dass jemand krampft, schau als Erstes auf die Uhr. Die Dauer des Anfalls ist später für den Notarzt eine extrem wichtige Information. Räume sofort alle harten, spitzen oder gefährlichen Gegenstände aus der unmittelbaren Umgebung des Patienten weg. Stühle, Tische, Werkzeuge oder auf der Strasse liegende Trümmerteile müssen aus der Reichweite geschafft werden. Polstere anschliessend den Kopf der Person ab. Nutze dafür eine zusammengerollte Jacke, einen Pullover, eine Tasche oder ein Kissen. Das Gehirn muss vor harten Aufschlägen auf den Asphalt oder Boden geschützt werden. Lockere zudem einengende Kleidung wie Krawatten, enge Kragen oder Schals, um die Atmung zu erleichtern. Das Wichtigste während der gesamten Akutphase: Greife nicht aktiv in die Bewegungen ein. Lass den Körper auskrampfen. Jede Krafteinwirkung deinerseits kann zu schweren Verletzungen führen.
Sobald die Zuckungen aufhören, erschlafft der Körper komplett. Jetzt beginnt die sogenannte postiktale Phase, und du musst sofort die Atmung prüfen. Überstrecke den Kopf leicht nach hinten, öffne den Mund und höre, fühle und sehe, ob die Person normal atmet. Ist die Atmung vorhanden, aber die Person noch bewusstlos oder stark benommen, musst du sie umgehend in die stabile Seitenlage bringen. Diese Position verhindert, dass Speichel, Blut oder Erbrochenes in die Luftröhre gelangen und die Zunge die Atemwege blockiert. Wie genau du die Person sicher drehst, kannst du in meinem Detail-Artikel zur Lagerung Verletzte nachlesen. Bleibe danach zwingend bei der Person. Die meisten Menschen fallen nach einem grossen Anfall in einen extrem tiefen Erschöpfungsschlaf. Wenn sie aufwachen, sind sie oft stark desorientiert, verwirrt und haben Angst, weil sie sich an das Ereignis nicht erinnern können. Sprich ruhig mit der Person, erkläre ihr, was passiert ist, und schirme sie vor neugierigen Blicken von Passanten ab. Gib ihr in dieser Phase auf gar keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen, da die Schluckreflexe noch stark gestört sein können und akute Erstickungsgefahr droht.
Wähle den Notruf 144 immer sofort, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, sich direkt wiederholt oder die Person sich beim Sturz sichtlich verletzt hat. Auch wenn du die Person nicht kennst und nicht weisst, ob sie bereits wegen Epilepsie in Behandlung ist, ist der Anruf beim Rettungsdienst die einzig richtige Entscheidung. Weitere absolute Alarmierungsgründe sind: Der Anfall passiert im Wasser (Schwimmbad, See), die betroffene Person ist schwanger, es handelt sich um ein Kind, oder die Person erlangt auch nach mehreren Minuten in der stabilen Seitenlage das Bewusstsein nicht zurück. Wenn du unsicher bist, wähle lieber einmal zu viel die 144 als einmal zu wenig. Die Disponenten der Sanitätsnotrufzentrale sind speziell geschult, leiten dich am Telefon an und entscheiden anhand deiner Schilderungen, ob ein Rettungswagen mit Notarzt ausrücken muss. Genau solche Entscheidungssituationen trainieren wir intensiv, wenn wir die Erste Hilfe im Strassenverkehr besprechen.
Früher dachte man fälschlicherweise, man müsse bei einem Krampfanfall zwingend einen sogenannten Beisskeil verwenden oder die Zunge mit den Fingern festhalten. Das ist heute strikt verboten und gilt als schwerer Behandlungsfehler. Noch bis in die späten 1970er und frühen 1980er Jahre wurde in vielen Erste-Hilfe-Kursen gelehrt, man solle dem Patienten einen Holzlöffel, ein Portemonnaie oder ein Stück Stoff zwischen die Zähne schieben, damit er sich nicht auf die Zunge beisst. Die Folgen dieser gut gemeinten, aber katastrophalen Ratschläge waren verheerend. Durch die enorme Kraft der Kiefermuskulatur während des Krampfs brachen sich die Patienten reihenweise die Zähne ab. Abgebrochene Zahnstücke oder die eingeführten Gegenstände selbst rutschten in den Rachen und führten zum Ersticken. Auch Ersthelfer verloren nicht selten Fingerkuppen, wenn sie versuchten, in den Mund des Patienten zu greifen. Heute betonen offizielle Stellen wie der Schweizerische Samariterbund und die medizinischen Fachgesellschaften unmissverständlich: Der Mund bleibt tabu. Ein Zungenbiss heilt in der Regel problemlos von selbst, ein erstickter Patient oder abgebrochene Zähne in der Lunge sind hingegen lebensgefährlich.
Um dir die wichtigsten Verhaltensregeln noch einmal übersichtlich darzustellen, habe ich die häufigsten Fehler den korrekten Massnahmen gegenübergestellt. Präge dir diese Tabelle gut ein, sie ist die Essenz für dein Handeln im Ernstfall.
| Falsches Handeln (Don’ts) | Richtiges Handeln (Do’s) |
|---|---|
| Person gewaltsam festhalten oder niederdrücken. | Person frei krampfen lassen, nur den Kopf weich abpolstern. |
| Gegenstände (Keil, Löffel) in den Mund schieben. | Mundbereich komplett in Ruhe lassen, nichts hineinstecken. |
| Person während des Anfalls beatmen wollen. | Abwarten. Die Atmung setzt nach dem Krampf meist von selbst wieder ein. |
| Wasser oder Medikamente einflössen. | Nichts zu trinken geben, bis die Person wieder völlig klar und orientiert ist. |
| Nach dem Anfall auf dem Rücken liegen lassen. | Sofort in die stabile Seitenlage bringen und Atmung überwachen. |
| Die Person nach dem Aufwachen alleine lassen. | Bleiben, beruhigen, abschirmen und auf den Rettungsdienst warten. |
Im Nothelferkurs in St.Gallen simulieren wir genau solche Situationen praxisnah, damit die Handgriffe sitzen und du die Scheu vor dem Eingreifen verlierst. Theorie ist das eine, aber wenn du einmal selbst auf dem Boden gekniet hast, um eine bewusstlose Person in die Seitenlage zu drehen, weisst du, wie viel Kraft und Technik es braucht. Wir besprechen nicht nur Unfälle mit dem Auto oder Motorrad, sondern gezielt auch medizinische Notfälle, die dir jederzeit an der Bushaltestelle, im Supermarkt oder zu Hause passieren können. Wenn du wissen willst, was genau am Ende des Kurses von dir erwartet wird, schau dir meinen Beitrag zur Nothelferkurs Prüfung an. Den Kurs brauchst du zwingend, bevor du deinen Lernfahrausweis beim Strassenverkehrsamt beantragen kannst. Er ist sechs Jahre lang gültig. Falls du noch keinen Kurs absolviert hast oder dein Zertifikat abgelaufen ist, findest du alle aktuellen Nothelferkurs Termine direkt auf meiner Seite. Wir bieten flexible Zeiten an, die sich auch gut mit Schule, Lehre oder Schichtarbeit vereinbaren lassen.
Ja, du bist in der Schweiz gesetzlich zur Nothilfe verpflichtet. Das bedeutet aber nicht, dass du medizinische Wunder vollbringen musst. Die Krampfanfall Erste Hilfe besteht primär aus dem Schützen der Person vor Verletzungen und dem Absetzen des Notrufs. Wegschauen oder Weitergehen ist strafbar und moralisch verwerflich.
Nein, das ist anatomisch völlig unmöglich. Die Zunge ist fest im Rachenraum verwurzelt. Sie kann in Rückenlage bei Bewusstlosigkeit nach hinten rutschen und die Atemwege blockieren, aber sie kann nicht verschluckt werden. Genau deshalb ist die stabile Seitenlage nach dem Anfall so extrem wichtig.
Ein Fieberkrampf tritt meist bei Kleinkindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, wenn die Körpertemperatur sehr schnell ansteigt. Er sieht ähnlich dramatisch aus wie ein epileptischer Anfall, ist aber in der Regel harmlos und hinterlässt keine Hirnschäden. Dennoch muss auch hier immer der Notruf 144 gewählt werden, um ernste Ursachen wie eine Hirnhautentzündung auszuschliessen.
Nein, auf gar keinen Fall. Nach einem Anfall ist die Person oft noch minuten- oder stundenlang dämmerig und die normalen Schluckreflexe funktionieren nicht richtig. Wenn du ihr Wasser gibst, kann dieses in die Luftröhre und die Lunge fliessen. Das führt zu lebensgefährlichem Ersticken oder schweren Lungenentzündungen.
Wenn du dich tiefer in das medizinische Thema einlesen möchtest oder selbst betroffen bist, ist die Schweizerische Epilepsie-Liga die beste und seriöseste Anlaufstelle. Dort findest du umfassende Ratgeber, rechtliche Informationen zum Führerausweis bei Epilepsie und Unterstützung für Angehörige.