Krampfanfall Erste Hilfe: So reagierst du im Notfall richtig
Die Krampfanfall Erste Hilfe rettet Leben. Kopf schützen, nicht festhalten und danach die stabile Seitenlage anwenden: So reagierst …
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Velofahrer haben keine Knautschzone, weshalb die Velounfall Erste Hilfe in den ersten Minuten absolut entscheidend ist. Wenn es auf den Strassen in St.Gallen oder Umgebung kracht, sind die Verletzungen bei Zweiradfahrern oft gravierend, da sie dem Asphalt und den Autos ungeschützt ausgeliefert sind. In meinen Nothelferkursen sehe ich regelmässig, dass die Angst, etwas falsch zu machen, viele Menschen im Ernstfall lähmt. Dabei ist Nichtstun der einzige wirkliche Fehler, den du machen kannst. Hier erfährst du aus meiner Praxis als Fahrlehrer, wie du strukturiert vorgehst, die Unfallstelle sicherst und Verletzte richtig betreust, bis die professionellen Rettungskräfte eintreffen.
Bei jedem Unfall im Strassenverkehr gilt das sogenannte Ampel-Schema. Zuerst verschaffst du dir einen Überblick, dann beurteilst du die Gefahren, und erst danach schreitest du zur Tat. Das verhindert, dass du kopflos in eine gefährliche Situation rennst und am Ende selbst zum Opfer wirst.
Das Ampel-Schema ist das absolute Fundament jeder Rettungsaktion. Die Phase «Schauen» bedeutet, dass du die Situation aus der Distanz erfasst: Was genau ist passiert? Wie viele Personen sind beteiligt? Gibt es auslaufende Flüssigkeiten? Die Phase «Denken» heisst, Folgegefahren zu erkennen, wie zum Beispiel den fliessenden Verkehr an einer unübersichtlichen Kreuzung. Erst in der Phase «Handeln» sicherst du die Unfallstelle ab und kümmerst dich um die Verletzten. Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du in solchen Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahrst, lies unsere detaillierten Tipps zum Thema Ruhe bewahren Notfall.
Deine eigene Sicherheit hat bei jeder Hilfeleistung immer oberste Priorität. Stelle dein Fahrzeug sicher am Strassenrand ab, schalte sofort die Warnblinkanlage ein, zieh die Leuchtweste über und stelle das Pannendreieck mindestens 50 Meter vor der Unfallstelle auf – auf schnellen Strassen ausserorts sogar 100 Meter.
Ein Velosturz passiert oft unübersichtlich in Kurven, an Kreisverkehren oder an stark befahrenen Kreuzungen in der Stadt. Wenn du die Stelle nicht sofort absicherst, riskierst du einen schweren Folgeunfall. Bitte auch andere Passanten gezielt um Hilfe: «Du im roten Pullover, bitte warne die entgegenkommenden Autos!» Klare, direkte Anweisungen funktionieren in Stresssituationen viel besser als allgemeine Hilferufe in die Menge. Mehr zu diesem extrem wichtigen Thema erfährst du in unserem Artikel Eigenschutz Ersthelfer.
Sobald die Stelle sicher ist, kümmerst du dich um den Verunfallten. Sprich die Person laut an und schüttle sie leicht an den Schultern. Reagiert sie nicht, musst du sofort die Atmung prüfen und bei fehlender Atmung unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen.
Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringst du sie in die stabile Seitenlage, auch Bewusstlosenlagerung genannt. Das verhindert, dass die Person an Erbrochenem oder an ihrem eigenen Blut erstickt. Bei stark blutenden Wunden musst du sofort handeln und den Blutverlust stoppen. Wie das genau funktioniert, erklären wir dir Schritt für Schritt in der Anleitung zum Druckverband anlegen. Wichtig ist: Lass den Verletzten bis zum Eintreffen der Sanität nie allein. Sprich beruhigend mit ihm, auch wenn er scheinbar nicht reagiert. Der Hörsinn funktioniert bei Unfallopfern oft noch sehr lange.
Sollte die Atmung aussetzen, beginnst du mit der Reanimation. Der Rhythmus lautet 30 zu 2: Du drückst 30 Mal kräftig und schnell in der Mitte des Brustkorbs (etwa 5 bis 6 Zentimeter tief, mit einer Frequenz von 100 bis 120 Stössen pro Minute) und beatmest danach zweimal. Das machst du so lange, bis die Profis übernehmen.
E-Bikes sind deutlich schneller und schwerer als klassische Velos, weshalb die Aufprallenergie bei einem Sturz um ein Vielfaches grösser ist. Die Folge sind oft schwerere Verletzungen, insbesondere im Kopf- und Nackenbereich, selbst wenn ein Helm getragen wurde.
Ausserdem musst du bei E-Bikes zwingend auf den Akku achten. Wenn dieser bei einem heftigen Crash beschädigt wurde, besteht akute Brandgefahr. Halte Abstand vom Akku, wenn er raucht, sich aufbläht oder extrem heiss ist, und erwähne dies unbedingt am Telefon, wenn du den Notruf wählst. Die Feuerwehr weiss dann genau, welches Löschmaterial sie an die Unfallstelle mitbringen muss.
Die systematische Erste Hilfe, wie wir sie heute im Nothelferkurs lernen, hat ihre Wurzeln im späten 19. Jahrhundert. Damals verbluteten viele Menschen nach Kutschen- oder Arbeitsunfällen einfach auf der Strasse, weil schlicht niemand wusste, was zu tun ist und medizinische Hilfe Stunden entfernt war.
Der Schweizerische Samariterbund wurde 1888 gegründet, um genau das zu ändern. Das Ziel war es, medizinische Laien so auszubilden, dass sie die kritische Zeit bis zum Eintreffen des Arztes überbrücken können. Ein absoluter Meilenstein für die Verkehrssicherheit in der Schweiz war das Jahr 1977. Damals wurde der Nothelferkurs als zwingende Voraussetzung für den Erwerb des Lernfahrausweises eingeführt. Seitdem hat sich das Wissen in der Bevölkerung massiv verbessert. Heute, am 25. September 2026, sind die Handgriffe zwar moderner und die Lehrmittel digitaler geworden, aber der Grundgedanke bleibt exakt derselbe: Jeder Mensch kann mit einfachen Mitteln ein Leben retten. Früher lag der Fokus stark auf komplexen Verbänden, heute steht die Herzdruckmassage und die schnelle Alarmierung im Zentrum der Ausbildung.
Velofahrer erleiden am häufigsten grossflächige Schürfwunden, Prellungen, Knochenbrüche und Kopfverletzungen. Bei stark blutenden Wunden legst du sofort einen Druckverband an, bei Verdacht auf Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen bewegst du die Person so wenig wie möglich.
| Verletzungsart | Typische Symptome | Erste-Hilfe-Massnahme |
|---|---|---|
| Kopfverletzung | Schwindel, Übelkeit, Bewusstseinsverlust, Platzwunde | Person beruhigen, nicht unnötig bewegen, Notruf wählen. |
| Starke Blutung | Blut spritzt oder fliesst stark und kontinuierlich aus der Wunde | Druckverband anlegen, betroffenes Körperteil nach Möglichkeit hochlagern. |
| Knochenbruch | Starke Schmerzen, Fehlstellung, schnelle Schwellung | Bruch unbedingt ruhigstellen, nicht selbst einrenken, kühlen. |
| Schock | Blasse Haut, kalter Schweiss, grosse Unruhe, Zittern | Beine hochlagern (falls keine Kopfverletzung vorliegt), zudecken und gut zureden. |
Besondere Vorsicht gilt immer beim Kopf. Lies dir dazu unbedingt unseren detaillierten Ratgeber Kopfverletzung Erste Hilfe durch. Eine der häufigsten Fragen in meinen Fahrstunden ist die nach dem Velohelm. Die eiserne Regel ist klar: Nimm den Helm nur ab, wenn die Person bewusstlos ist und du die Atmung kontrollieren oder sie beatmen musst. Ist die Person ansprechbar, bleibt der Helm auf dem Kopf, um die empfindliche Halswirbelsäule zu stützen.
In der Schweiz bist du gesetzlich zur Hilfeleistung verpflichtet, wenn du auf einen Unfall triffst. Wer nicht hilft, macht sich gemäss Artikel 128 des Schweizerischen Strafgesetzbuches wegen Unterlassung der Nothilfe strafbar.
Viele haben grosse Angst, bei der Hilfeleistung etwas kaputt zu machen, zum Beispiel eine Rippe bei der Herzdruckmassage zu brechen. Hier kann ich dich als Fahrlehrer beruhigen: Du wirst rechtlich nicht belangt, wenn du in gutem Glauben handelst und dabei unbeabsichtigt einen Schaden verursachst. Eine gebrochene Rippe heilt wieder, ein stillstehendes Herz nicht. Die offiziellen Vorgaben des Bundesamts für Strassen ASTRA betonen immer wieder, dass Zivilcourage im Strassenverkehr das Wichtigste ist. Wegschauen ist keine Option.
Wähle die 144 immer dann, wenn die Person bewusstlos ist, stark blutet, über starke Schmerzen klagt oder du dir wegen der Art der Verletzungen unsicher bist. Die Profis am Telefon führen dich Schritt für Schritt durch die Situation.
Zögere nicht, anzurufen. Es ist immer besser, einmal zu viel die Sanität zu rufen als einmal zu wenig. Wenn du nicht genau weisst, wo du dich befindest, hilft dir die Notfall App, die deine genauen GPS-Daten direkt an die kantonale Einsatzzentrale übermittelt. Das spart wertvolle Minuten, besonders auf abgelegenen Velowegen ausserhalb von St.Gallen oder im Wald.
Du nimmst den Helm nur dann ab, wenn der Velofahrer bewusstlos ist und du seine Atmung prüfen musst. Ist er ansprechbar, bleibt der Helm zwingend auf dem Kopf, um die Halswirbelsäule vor weiteren Schäden zu schützen.
Nein. In der Schweiz machst du dich nur strafbar, wenn du gar nicht hilfst (Unterlassung der Nothilfe). Wenn du nach bestem Wissen und Gewissen handelst, musst du keine rechtlichen Konsequenzen fürchten, selbst wenn beispielsweise bei der Herzdruckmassage eine Rippe brechen sollte.
Typische Anzeichen für eine Gehirnerschütterung sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, starke Kopfschmerzen und Erinnerungslücken an den Unfallhergang. Auch wenn sich der Fahrer gut fühlt, sollte er nach einem harten Aufprall auf den Kopf immer ärztlich untersucht werden.
Ein gutes Set für unterwegs ist klein, leicht und wasserdicht verpackt. Es sollte Einweghandschuhe, Pflaster in verschiedenen Grössen, sterile Kompressen, eine elastische Fixierbinde und ein Desinfektionsspray enthalten. Eine kleine Rettungsdecke schützt den Verunfallten zudem vor Auskühlung.
Ja, du bist als Verkehrsteilnehmer verpflichtet, zumindest kurz anzuhalten und nachzufragen, ob alles in Ordnung ist. Oft stehen Velofahrer nach einem Sturz unter Schock und bemerken ihre Verletzungen erst Minuten später. Ein kurzes «Brauchst du Hilfe?» kostet dich nur wenige Sekunden, kann aber entscheidend sein.