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Unterkühlung erkennen und helfen: Erste Hilfe, Tipps & Ablauf

Unterkühlung erkennen und helfen: Erste Hilfe, Tipps & Ablauf

Unterkühlung Erste Hilfe zu leisten, ist im Notfall lebensrettend. Als Fahrlehrer erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, in kritischen Situationen ruhig und richtig zu handeln. Ob nach einem Unfall, einer Panne im Winter oder einfach bei unzureichendem Schutz vor Kälte – jeder kann in eine Situation kommen, in der er oder sie auf schnelle Hilfe angewiesen ist. Ich zeige dir, wie du die Anzeichen einer Unterkühlung erkennst und welche Schritte du unternehmen musst, um effektiv zu helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ruhe bewahren und sofort den Notruf 144 wählen.
  • Die Person vor weiterer Auskühlung schützen und nasse Kleidung durch trockene ersetzen.
  • Vorsichtig und langsam wärmen, ohne Reiben oder Massieren der Gliedmassen.

Was ist Unterkühlung und wie erkennst du die Symptome?

Unterkühlung, medizinisch Hypothermie genannt, tritt auf, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 Grad Celsius fällt. Der Körper verliert dabei mehr Wärme, als er produzieren kann. Dies kann schnell lebensbedrohlich werden, da wichtige Organfunktionen beeinträchtigt werden. Die Symptome einer Unterkühlung entwickeln sich schleichend und hängen stark vom Schweregrad ab. Es ist entscheidend, die verschiedenen Phasen zu kennen, um schnell die richtige Unterkühlung Erste Hilfe zu leisten.

Milde Unterkühlung (35-32 °C Körperkerntemperatur)

In dieser Phase versucht der Körper, den Wärmeverlust zu kompensieren. Du erkennst dies an starkem Zittern, da die Muskeln Wärme produzieren. Die betroffene Person ist noch ansprechbar, klagt oft über Kältegefühl und zeigt eine blasse Hautfarbe. Der Puls und die Atmung sind meist noch normal oder leicht erhöht. Die Person ist oft noch in der Lage, sich selbst zu helfen, braucht aber dringend Schutz vor weiterer Kälte.

Moderate Unterkühlung (32-28 °C Körperkerntemperatur)

Bei einer moderaten Unterkühlung nehmen die Körperfunktionen bereits deutlich ab. Das Zittern lässt nach oder hört ganz auf, was ein alarmierendes Zeichen ist. Die Person wirkt apathisch, verwirrt und ist möglicherweise nicht mehr vollständig orientiert. Die Muskeln können steif werden, die Sprache wird verwaschen. Puls und Atmung verlangsamen sich merklich. In diesem Stadium ist die Person nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen, und braucht dringend professionelle medizinische Hilfe.

Schwere Unterkühlung (unter 28 °C Körperkerntemperatur)

Dies ist ein absoluter Notfall. Die Person ist bewusstlos, die Atmung ist extrem flach und langsam oder setzt ganz aus. Der Puls ist kaum noch tastbar. Die Pupillen können geweitet sein und nicht mehr auf Licht reagieren. In diesem Stadium besteht akute Lebensgefahr. Jede Bewegung kann gefährlich sein, da es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann (sogenannter „Bergungs-Kollaps“). Hier ist schnelles und äusserst vorsichtiges Handeln gefragt, während du auf den Rettungsdienst wartest. Lies auch meinen Artikel über Bewusstlosigkeit Erste Hilfe.

Unterkühlung Erste Hilfe: So handelst du Schritt für Schritt

Das richtige Vorgehen bei Unterkühlung ist entscheidend, um die Person zu stabilisieren und weitere Schäden zu verhindern. Als Ersthelfer bist du die erste und wichtigste Unterstützung. Denk daran, dass deine eigene Sicherheit immer Vorrang hat. Wenn du selbst in Gefahr gerätst, kannst du niemandem helfen. Hier ist der bewährte Ablauf für die Unterkühlung Erste Hilfe:

  1. Notruf 144 absetzen: Wähle sofort die Notrufnummer 144 und schildere die Situation präzise. Gib den genauen Standort an und informiere über den Zustand der unterkühlten Person. Je früher der Rettungsdienst informiert ist, desto schneller kann professionelle Hilfe eintreffen.
  2. Person vor weiterer Kälte schützen: Bringe die Person, wenn möglich und ohne sie zu bewegen, an einen wärmeren, windgeschützten Ort. Entferne vorsichtig nasse oder kalte Kleidung. Schneide sie bei Bedarf auf, um unnötige Bewegungen zu vermeiden. Lege trockene Kleidung an oder wickle die Person in trockene Decken, Schlafsäcke oder eine Rettungsdecke ein. Isoliere die Person vom kalten Boden, indem du eine Matte, Decken oder Kleidungsstücke unterlegst.
  3. Vorsichtig und langsam wärmen: Das Aufwärmen muss äusserst behutsam erfolgen. Lege warme (nicht heisse!) Tücher auf den Rumpf, aber nicht auf die Gliedmassen. Die Extremitäten dürfen nicht gerieben oder massiert werden, da dies kaltes Blut ins Körperinnere spülen und einen Herz-Kreislauf-Kollaps auslösen könnte (Afterdrop-Phänomen). Ist die Person bei Bewusstsein und kann schlucken, gib ihr lauwarme, gezuckerte Getränke (keinen Alkohol oder Kaffee!).
  4. Bewusstsein und Atmung prüfen: Überprüfe regelmässig Bewusstsein und Atmung der Person. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung bringe die Person in die stabile Seitenlage. Bei fehlender oder unnormaler Atmung beginne sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und setze den Notruf 144 erneut ab, um diese Information durchzugeben. Mein Artikel Nothelferkurs Ablauf erklärt dir die Grundlagen der Ersten Hilfe.
  5. Keine unnötigen Bewegungen: Vermeide jegliche unnötige Bewegung der unterkühlten Person, besonders wenn sie stark unterkühlt ist. Jede Erschütterung kann Herzrhythmusstörungen auslösen.
Tipp aus der Praxis: Im Nothelferkurs lernen wir, wie wichtig das „Wärme-Management“ ist. Oft unterschätzen meine Fahrschüler, wie schnell ein Körper auskühlen kann, besonders wenn man nach einem Unfall auf dem kalten Asphalt liegt. Eine Rettungsdecke gehört in jedes Auto und kann hier Wunder wirken, wenn man sie richtig einsetzt.

Die Rettungsdecke ist ein wichtiges Hilfsmittel, um den Wärmeverlust zu stoppen und die Körpertemperatur stabil zu halten.

Was tun bei Erfrierungen zusätzlich zur Unterkühlung Erste Hilfe?

Erfrierungen sind lokale Gewebeschäden, die durch Kälte entstehen und oft mit einer allgemeinen Unterkühlung einhergehen, aber auch isoliert auftreten können. Sie betreffen meist exponierte Körperteile wie Finger, Zehen, Ohren oder die Nase. Das Vorgehen bei Erfrierungen unterscheidet sich in einigen Punkten von der allgemeinen Unterkühlung Erste Hilfe.

Bei Erfrierungen ist es wichtig, die betroffenen Stellen nicht zu reiben oder zu massieren, da dies die Gewebeschäden verstärken würde. Entferne vorsichtig enge Kleidung oder Schmuck, der die Durchblutung behindern könnte. Decke die erfrorenen Stellen locker mit sterilen Tüchern ab. Wenn die Möglichkeit besteht, die betroffenen Körperteile (z.B. Finger oder Zehen) in warmem Wasser (ca. 37-40 °C) aufzuwärmen, kann dies unter Aufsicht des Rettungsdienstes geschehen. Dieser Prozess ist oft schmerzhaft, aber wichtig, um das Gewebe zu retten. Nach dem Aufwärmen müssen die Stellen steril abgedeckt und vor erneuter Kälte geschützt werden. Bewege die erfrorenen Gliedmassen so wenig wie möglich. Lies auch meinen Artikel über Wundversorgung, um weitere Details zu erfahren.

Prävention von Unterkühlung und Erfrierungen

Die beste Erste Hilfe ist immer die, die gar nicht erst nötig wird. Prävention ist bei Kälteverletzungen besonders wichtig. Achte auf angemessene Kleidung, wenn du dich bei kalten Temperaturen draussen aufhältst. Das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten isoliert am besten. Wähle wasser- und winddichte Oberbekleidung. Kopf, Hände und Füsse sind besonders anfällig für Wärmeverlust, daher sind Mütze, Handschuhe und warme, wasserdichte Schuhe unerlässlich.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmässige, energiereiche Mahlzeiten helfen dem Körper, seine Temperatur zu halten. Vermeide Alkohol, da er zwar kurzfristig ein Wärmegefühl erzeugt, aber tatsächlich die Blutgefässe erweitert und den Wärmeverlust beschleunigt. Bei längeren Aufenthalten im Freien, etwa beim Wandern oder Skifahren, plane regelmässige Pausen in geschützten Räumen ein. Achte auch auf die Wettervorhersage und passe deine Aktivitäten entsprechend an. Nimm immer eine Rettungsdecke und ein heisses Getränk mit, besonders bei längeren Fahrten im Winter. Für weitere Notfalltipps empfehle ich dir den Artikel über die Notfallnummern in der Schweiz.

Frühzeitiges Erkennen von Unterkühlung und präventive Massnahmen können schwerwiegende Folgen verhindern.

Häufige Fragen zur Unterkühlung Erste Hilfe

Was soll man machen, wenn man unterkühlt ist?

Wenn du selbst unterkühlt bist, versuche, ruhig zu bleiben und dich sofort aus der Kälte zu begeben. Entferne nasse Kleidung und wickle dich in trockene Decken oder Kleidung ein. Trinke langsame, warme, gezuckerte Getränke, sofern du bei Bewusstsein bist und schlucken kannst. Vermeide schnelle Bewegungen, um das Risiko eines „Afterdrop“ zu minimieren. Wenn du dich nicht selbst helfen kannst, rufe den Notruf 144 oder bitte um Hilfe. Es ist wichtig, nicht in Panik zu geraten, da dies den Zustand verschlimmern kann.

Was ist die 1-10-1-Regel für Unterkühlung?

Die 1-10-1-Regel stammt ursprünglich aus dem Bereich der Überlebensstrategien im kalten Wasser und beschreibt die kritischen Zeitfenster bei einem Kälteschock: Du hast etwa 1 Minute Zeit, um deinen Atem zu kontrollieren und den Schock zu überwinden, bevor die Hyperventilation einsetzt. Anschliessend hast du ungefähr 10 Minuten für Selbstrettungsmassnahmen, wie das Festhalten an einem Objekt oder das Erreichen des Ufers, bevor deine Muskeln durch die Kälte versagen. Danach bleibt dir etwa 1 Stunde, bevor du aufgrund der Unterkühlung bewusstlos wirst und dein Überleben stark gefährdet ist. Diese Regel verdeutlicht, wie schnell man in einer kalten Umgebung handeln muss.

Was macht der Rettungsdienst bei Unterkühlung?

Der Rettungsdienst hat spezielle Protokolle und Ausrüstung für die Behandlung von Unterkühlung. Zuerst sichern sie die Vitalfunktionen, prüfen Atmung und Kreislauf. Sie isolieren die Person weiter gegen Wärmeverlust, oft mit speziellen Wärmedecken oder einem beheizbaren Rettungssack. Bei schwerer Unterkühlung kann auch eine interne Erwärmung durch Infusionen oder spezielle Geräte zum Einsatz kommen. Die Bewegung der Person wird minimiert, um den „Bergungs-Kollaps“ zu verhindern. Der Transport in ein Spital mit entsprechender Intensivmedizin ist essenziell. Du kannst den Rettungsdienst unterstützen, indem du die Person bis zu ihrem Eintreffen bestmöglich warmhältst und ruhigstellst.

Wann Notruf bei Unterkühlung?

Du solltest den Notruf 144 wählen, sobald du eine Person siehst, die Anzeichen einer moderaten oder schweren Unterkühlung zeigt. Das ist der Fall, wenn das Zittern aufgehört hat, die Person verwirrt, apathisch oder bewusstlos ist, oder wenn Atmung und Puls verlangsamt sind. Auch bei Verdacht auf schwere Erfrierungen oder wenn die Person nicht in der Lage ist, sich selbst aufzuwärmen, ist professionelle Hilfe dringend erforderlich. Lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig, denn bei Unterkühlung zählt jede Minute. Informiere dich auch über weitere Notfallnummern und Verhaltensregeln auf ch.ch.

Welche Spätfolgen kann eine Unterkühlung haben?

Die Spätfolgen einer Unterkühlung können je nach Schweregrad und Dauer der Kälteeinwirkung variieren. Bei milden Fällen sind oft keine dauerhaften Schäden zu erwarten. Bei moderater bis schwerer Unterkühlung können jedoch neurologische Schäden wie Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsschwächen auftreten. Auch Schäden an den Nieren oder dem Herzen sind möglich. Erfrierungen können zu dauerhaften Nervenschäden, Taubheitsgefühlen, erhöhter Kälteempfindlichkeit oder im schlimmsten Fall zum Verlust von Gliedmassen führen. Eine rasche und korrekte Unterkühlung Erste Hilfe ist daher entscheidend, um solche schwerwiegenden Spätfolgen zu minimieren. Weitere Informationen findest du beim Schweizerischen Samariterbund.

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