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Herzinfarkt erkennen: So leistest du Erste Hilfe in St.Gallen

Herzinfarkt erkennen: So leistest du Erste Hilfe in St.Gallen

Einen Herzinfarkt erkennen und schnell handeln kann im Ernstfall Leben retten. Als dein Fahrlehrer lege ich grossen Wert darauf, dass du nicht nur auf der Strasse sicher unterwegs bist, sondern auch in Notfallsituationen richtig reagierst. Das Wissen um die Anzeichen eines Herzinfarkts ist dabei fundamental, denn jede Minute zählt. Gerade im Nothelferkurs lernen wir, wie wichtig es ist, bei Verdacht sofort und entschlossen zu handeln. Ich zeige dir, worauf du achten musst und wie du richtig reagierst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einen Herzinfarkt erkennen ist entscheidend: Achte auf Brustschmerzen, die in Arme, Kiefer oder Rücken ausstrahlen.
  • Wähle sofort die Notrufnummer 144, sobald du einen Herzinfarkt vermutest.
  • Beruhige die betroffene Person, lockere enge Kleidung und lagere sie bequem mit erhöhtem Oberkörper.

Was ist ein Herzinfarkt und wie entsteht er?

Ein Herzinfarkt, medizinisch Myokardinfarkt genannt, tritt auf, wenn ein Teil des Herzmuskels aufgrund einer mangelnden Blutversorgung abstirbt. Das passiert meistens, weil ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäss komplett verschliesst, das den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Der betroffene Teil des Herzmuskels erhält dann keinen Sauerstoff mehr und droht abzusterben. Je länger die Unterversorgung anhält, desto grösser ist der Schaden. Deswegen ist es so wichtig, einen Herzinfarkt erkennen zu können und schnell zu handeln.

Die Ursache für die Bildung solcher Blutgerinnsel sind oft bereits bestehende Verengungen der Herzkranzgefässe, die sogenannte Arteriosklerose oder „Arterienverkalkung“. Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen diese Entwicklung. Auch Stress kann eine Rolle spielen. Ein Herzinfarkt ist also oft das Ergebnis eines längeren Prozesses, der plötzlich akut wird. Als Ersthelfer bist du die wichtigste Brücke zwischen dem Notfall und der professionellen medizinischen Versorgung.

Die wichtigsten Anzeichen: Wie du einen Herzinfarkt erkennen kannst

Die Symptome eines Herzinfarkts können sehr unterschiedlich sein und sich bei Männern und Frauen oder auch bei älteren Menschen anders zeigen. Trotzdem gibt es klassische Warnsignale, die du kennen solltest, um einen Herzinfarkt erkennen zu können. Die meisten Menschen verbinden einen Herzinfarkt mit plötzlichen, stechenden Schmerzen in der Brust. Das ist oft der Fall, aber es gibt noch weitere, manchmal weniger offensichtliche Anzeichen.

Typische Symptome, die du nicht ignorieren solltest:

  • Starke, beengende Brustschmerzen: Diese Schmerzen werden oft als drückend, brennend oder wie ein enger Gürtel empfunden. Sie sind meistens hinter dem Brustbein lokalisiert und können länger als fünf Minuten anhalten.
  • Ausstrahlung der Schmerzen: Die Schmerzen können in den linken Arm, aber auch in beide Arme, den Hals, den Kiefer, den Rücken (besonders zwischen den Schulterblättern) oder den Oberbauch ausstrahlen.
  • Atemnot: Oft tritt eine plötzliche, unerklärliche Atemnot auf, manchmal auch ohne Brustschmerzen.
  • Kaltschweissigkeit: Die betroffene Person kann plötzlich stark schwitzen, ohne dass es körperlich anstrengend wäre oder die Umgebungstemperatur hoch ist.
  • Übelkeit und Erbrechen: Besonders bei Frauen und älteren Menschen können Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen im Vordergrund stehen.
  • Blässe und Angst: Die Haut kann blass und fahl wirken, und die Person ist oft von grosser Angst oder Panik gezeichnet.
  • Schwächegefühl oder Schwindel: Eine plötzliche, unerklärliche Schwäche, Schwindel oder sogar Bewusstlosigkeit können ebenfalls Anzeichen sein.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten müssen. Manchmal sind die Anzeichen auch schleichend oder untypisch, was das Erkennen erschwert. Wenn du auch nur den geringsten Verdacht hast, zögere nicht, den Notruf zu wählen. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Das ist eine der wichtigsten Lektionen aus dem Nothelferkurs, die ich dir immer wieder einschärfen werde.

Tipp aus der Praxis: Bei Frauen zeigen sich Herzinfarkt-Symptome oft weniger klassisch. Statt der typischen starken Brustschmerzen können Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch oder Rücken dominieren. Wenn du solche untypischen Anzeichen bei einer Frau bemerkst, sei besonders wachsam und handle sofort – auch hier heisst es: Herzinfarkt erkennen und reagieren.

Als Fahrlehrer weiss ich, dass auch im Strassenverkehr manchmal schnelle und richtige Entscheidungen unter Druck getroffen werden müssen. Ähnlich ist es bei einem Notfall wie einem Herzinfarkt. Ruhe bewahren und strukturiert vorgehen ist das A und O.

Erste Hilfe bei Verdacht auf Herzinfarkt: So handelst du richtig

Sobald du die Anzeichen eines Herzinfarkts erkannt hast, ist schnelles und überlegtes Handeln gefragt. Deine Rolle als Ersthelfer ist entscheidend, um das Leben der betroffenen Person zu schützen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Ich erkläre dir die wichtigsten Schritte, die du sofort einleiten solltest.

1. Sofort den Notruf 144 wählen

Das ist der absolut erste und wichtigste Schritt. Zögere keine Sekunde. Beschreibe präzise, was passiert ist, wo du dich befindest und wie viele Personen betroffen sind. Die Disponenten der Sanitätsnotrufzentrale sind geschult und können dir am Telefon weitere Anweisungen geben. In der Schweiz ist die 144 die Nummer für medizinische Notfälle, die du dir unbedingt merken musst.

2. Die betroffene Person beruhigen und bequem lagern

Lass die Person nicht allein. Sprich ruhig mit ihr, beruhige sie und sage ihr, dass Hilfe unterwegs ist. Angst und Panik können den Zustand verschlimmern. Lagere die Person mit erhöhtem Oberkörper, falls sie bei Bewusstsein ist und dies als angenehm empfindet. Das entlastet das Herz und erleichtert die Atmung. Lockere enge Kleidung am Hals und Oberkörper, um die Atmung nicht zusätzlich zu behindern.

3. Bewusstsein und Atmung kontrollieren

Überprüfe regelmässig, ob die Person bei Bewusstsein ist und normal atmet. Sprich sie an, rüttle leicht an den Schultern. Wenn die Person bewusstlos wird und nicht normal atmet, musst du sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beginnen. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

4. Medikamente anbieten (falls vorhanden und bekannt)

Wenn die Person Herzmedikamente (z.B. Nitroglyzerin-Spray oder -Kapseln) bei sich hat und gewohnt ist, diese bei Brustschmerzen einzunehmen, kannst du ihr dabei helfen. Gib ihr jedoch niemals Medikamente, die du nicht kennst oder die nicht explizit für diesen Zweck verschrieben wurden. Aspirin kann bei Herzinfarkt helfen, aber nur unter ärztlicher Anweisung oder wenn du sicher bist, dass keine Gegenanzeigen bestehen. Im Zweifelsfall keine Medikamente verabreichen.

Tipp aus der Praxis: Viele Menschen zögern, den Notruf zu wählen, weil sie unsicher sind, ob es wirklich ein Herzinfarkt ist. Diese Unsicherheit ist menschlich, aber im Notfall gefährlich. Ruf lieber einmal zu viel die 144 an, als zu zögern. Die Profis entscheiden dann vor Ort.

Ich habe in meinen Nothelferkursen immer wieder erlebt, dass die Hemmschwelle, aktiv zu werden, am grössten ist, wenn man unsicher ist. Deswegen üben wir im Kurs genau solche Szenarien, damit du dich sicherer fühlst, wenn es darauf ankommt, einen Herzinfarkt erkennen und darauf reagieren zu müssen.

Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) bei Bewusstlosigkeit und Atemstillstand

Wenn die betroffene Person bewusstlos wird und nicht mehr normal atmet (keine Atmung oder nur Schnappatmung), musst du sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beginnen. Dies ist eine lebensrettende Massnahme, die du im Nothelferkurs detailliert lernst und übst. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

1. Prüfe das Bewusstsein und die Atmung

Sprich die Person laut an und rüttle leicht an ihren Schultern. Wenn keine Reaktion erfolgt, überprüfe die Atmung. Beuge dich über den Mund und die Nase der Person, schau auf den Brustkorb und höre und fühle für maximal 10 Sekunden, ob eine normale Atmung vorhanden ist. Schnappatmung gilt nicht als normale Atmung.

2. Notruf 144 absetzen lassen

Wenn du nicht allein bist, weise eine andere Person an, sofort die 144 zu wählen und einen Defibrillator (AED) zu holen, falls einer in der Nähe ist. Wenn du allein bist, wähle zuerst die 144 und beginne dann sofort mit der HLW.

3. Beginne mit der Herzdruckmassage

Platziere den Handballen deiner einen Hand in der Mitte des Brustkorbs (unteres Drittel des Brustbeins). Lege die andere Hand darüber und verschränke die Finger. Drücke den Brustkorb etwa 5 bis 6 Zentimeter tief ein, mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Lass den Brustkorb nach jeder Kompression vollständig entlasten. Stell dir vor, du drückst im Rhythmus des Liedes „Stayin‘ Alive“ oder „Highway to Hell“.

4. Beatmung (falls du geschult bist und dich sicher fühlst)

Nach 30 Herzdruckmassagen gibst du 2 Beatmungen. Überstrecke den Kopf der Person leicht nach hinten und hebe das Kinn an, um die Atemwege zu öffnen. Halte die Nase zu und beatme die Person zweimal, sodass sich der Brustkorb sichtbar hebt. Anschliessend wieder 30 Herzdruckmassagen. Wenn du dich mit der Beatmung unsicher fühlst oder nicht geschult bist, konzentriere dich ausschliesslich auf die Herzdruckmassage.

5. HLW fortsetzen bis Hilfe eintrifft

Setze die HLW ohne Unterbrechung fort, bis der Rettungsdienst eintrifft, die Person wieder normale Lebenszeichen zeigt oder du völlig erschöpft bist. Wenn ein AED (Automatischer Externer Defibrillator) gebracht wird, schalte ihn ein und folge den Anweisungen des Geräts. Lies auch meinen Artikel zum Thema Nothelferkurs Ablauf: Dein Weg zur Ersten Hilfe in St.Gallen, um dich optimal vorzubereiten.

Die HLW ist eine der effektivsten Massnahmen, um die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand massiv zu erhöhen. Deswegen ist der Nothelferkurs für den Führerausweis auch so wichtig – du lernst hier nicht nur für dich, sondern auch für andere. Die Schweizerischen Samariter bieten ebenfalls umfassende Informationen zur Ersten Hilfe bei Herzinfarkt an.

Häufige Fragen zum Herzinfarkt erkennen und zur Ersten Hilfe

Was ist der Unterschied zwischen einem Herzinfarkt und einem Schlaganfall?

Ein Herzinfarkt betrifft das Herz und entsteht durch eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Ein Schlaganfall hingegen betrifft das Gehirn und wird durch eine Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn ausgelöst. Obwohl beide lebensbedrohlich sind und schnelle Hilfe erfordern, sind die Symptome und die betroffenen Organe unterschiedlich. Ich habe auch einen Artikel zum Thema Unterkühlung erkennen und helfen: Erste Hilfe, Tipps & Ablauf verfasst, falls du dich für weitere Notfallsituationen interessierst.

Wie lange dauert ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt ist ein akutes Ereignis. Die Schmerzen und Symptome können Minuten bis Stunden anhalten. Der Schaden am Herzmuskel entsteht in den ersten Stunden. Daher ist es entscheidend, dass die medizinische Versorgung so schnell wie möglich beginnt, um den Schaden zu begrenzen. Die Dauer des Ereignisses bis zur Behandlung ist der kritische Faktor für die Genesung.

Kann man einen Herzinfarkt überleben?

Ja, dank moderner Medizin und schneller Erster Hilfe überleben viele Menschen einen Herzinfarkt. Die Überlebenschancen sind umso höher, je schneller die professionelle medizinische Hilfe eintrifft und die blockierten Gefässe wieder geöffnet werden. Deine Rolle als Ersthelfer, der einen Herzinfarkt erkennen und den Notruf wählen kann, ist dabei von unschätzbarem Wert.

Welche Risikofaktoren gibt es für einen Herzinfarkt?

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und chronischer Stress. Auch eine familiäre Vorbelastung spielt eine Rolle. Viele dieser Faktoren können durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. Ich empfehle dir auch, einen Nothelferkurs zu besuchen, um dein Wissen zu vertiefen.

Was passiert, wenn ich zu spät reagiere?

Wenn du einen Herzinfarkt erkennen und darauf reagieren kannst, die Reaktion aber zu spät erfolgt, kann der Herzmuskel dauerhaft geschädigt werden. Dies kann zu Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Deswegen ist es so wichtig, die Anzeichen zu kennen und keine Zeit zu verlieren. Im Zweifelsfall immer den Notruf 144 wählen.

Kann auch ein junger Mensch einen Herzinfarkt erleiden?

Obwohl Herzinfarkte häufiger bei älteren Menschen auftreten, können sie auch jüngere Personen betreffen. Risikofaktoren wie Rauchen, Drogenkonsum, bestimmte genetische Veranlagungen oder auch seltene Herzerkrankungen können die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Es ist daher wichtig, dass jeder die Symptome kennt und bei Verdacht schnell reagiert, unabhängig vom Alter der betroffenen Person. Auch das Wissen über Erste Hilfe Kind: Dein Guide für Notfälle (Stand 2026) ist in solchen Situationen sehr wertvoll.

Quellen & weiterführende Informationen: Google Unternehmensprofil

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