Probezeit Motorrad: Regeln, WAB-Kurs und Strafen erklärt
Die Probezeit Motorrad dauert in der Schweiz drei Jahre. Erfahre alles zum WAB-Kurs, der Nullpromille-Grenze und was bei …
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Wenn du mit dem Motorrad im Herbst unterwegs bist, ändert sich die Physik auf der Strasse spürbar. Die Temperaturen sinken, die Gummimischung der Reifen braucht deutlich länger, um Grip aufzubauen, und nasses Laub wird in Kurven zur echten Rutschgefahr. In meinen Motorrad-Grundkursen in St.Gallen zeige ich dir genau, wie du deine Fahrtechnik an diese feuchtkalten Bedingungen anpasst. Wer die Besonderheiten der goldenen Jahreszeit kennt und seine Fahrweise entsprechend umstellt, kann die letzten Touren vor dem Winter sicher und entspannt geniessen.
Der Wechsel der Jahreszeiten bringt unberechenbare Bedingungen mit sich, die eine vorausschauende Fahrweise erfordern. Im Sommer verzeiht der warme Asphalt kleine Fahrfehler. Jetzt im Oktober oder November sieht das anders aus. Die Strassenoberfläche speichert kaum noch Wärme. Das bedeutet, dass der Asphalt Feuchtigkeit viel länger hält. Selbst wenn die Sonne scheint, bleiben Waldstücke, Unterführungen und schattige Kurven oft den ganzen Tag über feucht. Diese Wechsel zwischen trockenem und nassem Belag sind gefährlich, weil sie den Rhythmus stören und plötzliche Bremsmanöver riskant machen. Hinzu kommt das sogenannte Bauernglatteis. In ländlichen Regionen rund um St.Gallen sind im Herbst viele landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Sie verlieren Erde und Lehm auf der Fahrbahn. Wenn dieser Schmutz mit Regen oder Morgentau in Berührung kommt, entsteht ein Schmierfilm, der rutschig ist wie Schmierseife. Deine Reifen können sich nicht mehr mit der rauen Strassenoberfläche verzahnen. Deshalb gilt: Sobald du Traktorspuren auf der Strasse siehst, nimmst du das Tempo sofort raus und vermeidest starke Schräglagen. Das richtige Einschätzen der Situation lernst du am besten durch Erfahrung und eine solide Grundausbildung. Wenn du dein Wissen auffrischen willst, empfehle ich dir unseren Guide Sichere Fahrt zwischen Stadt und Landstrasse, der die unterschiedlichen Gefahrenzonen im Detail beleuchtet.
Frieren auf dem Motorrad ist nicht nur unangenehm, es ist ein massives Sicherheitsrisiko. Wer zittert, verkrampft sich am Lenker. Eine steife Körperhaltung verhindert feine Lenkimpulse und verlängert deine Reaktionszeit extrem. Im Gegensatz zu den Tipps für das Motorrad bei Hitze, wo Kühlung im Fokus steht, geht es jetzt um Isolation und Windschutz. Setze konsequent auf das Zwiebelprinzip. Die unterste Schicht sollte aus Funktionsunterwäsche bestehen, idealerweise aus Merinowolle. Sie transportiert den Schweiss weg vom Körper, ohne auszukühlen. Darüber trägst du eine wärmende Isolationsschicht, zum Beispiel eine Fleecejacke. Die äusserste Schicht muss wind- und wasserdicht sein. Textilbekleidung mit einer Gore-Tex-Membran ist für diese Jahreszeit deutlich besser geeignet als die klassische Lederkombi. Leder kühlt im Fahrtwind extrem schnell aus und saugt sich bei Regen voll, wenn es nicht perfekt imprägniert ist. Ein weiteres, oft unterschätztes Problem ist das Visier. Durch die kalte Aussenluft und deinen warmen Atem beschlägt das Helmvisier innert Sekunden. Das Fahren mit offenem Visier führt zu tränenden Augen und ist bei Tempo 80 keine Lösung. Ein Pinlock-Visier (ein Innenvisier mit Silikonrand) ist hier die beste Investition. Es erzeugt eine isolierende Luftschicht und verhindert das Beschlagen zu 100 Prozent. Auch bei den Handschuhen musst du aufrüsten. Wenn die Finger klamm werden, kannst du Bremse und Kupplung nicht mehr feinfühlig dosieren. Warme, wasserdichte Winterhandschuhe oder Heizgriffe sind jetzt Gold wert. Achte darauf, dass du trotz dickerer Handschuhe noch ein gutes Gefühl für die Hebel hast. Eine verkrampfte Haltung führt unweigerlich zu Fahrfehlern. Wie du locker bleibst, erkläre ich dir im Artikel über die richtige Sitzposition auf dem Motorrad.
Die Tage werden kürzer, der Nebel hält sich hartnäckig und die Sonne steht extrem tief. Diese Kombination macht dich als Motorradfahrer für Autofahrer fast unsichtbar. Die Silhouette eines Motorrads ist ohnehin schmal. Wenn dann noch das blendende Gegenlicht der tiefstehenden Herbstsonne dazukommt, verschwindest du im toten Winkel des menschlichen Auges. Verlasse dich niemals darauf, dass dich ein Autofahrer an einer Kreuzung gesehen hat, selbst wenn er in deine Richtung schaut. Suche immer den direkten Augenkontakt. Wenn der Fahrer die Hand als Blendschutz vor das Gesicht hält, weisst du, dass er nichts sieht. Sei bremsbereit. Deine eigene Sichtbarkeit kannst du massiv erhöhen. Schwarze Helme und dunkle Jacken sehen vielleicht cool aus, sind im herbstlichen Strassenverkehr aber die schlechteste Wahl. Trage eine Warnweste über der Motorradjacke oder entscheide dich für Bekleidung mit grossflächigen, leuchtenden Neon-Einsätzen. Reflektoren an Helm, Jacke und Stiefeln werfen das Scheinwerferlicht anderer Fahrzeuge zurück. Überprüfe vor jeder Fahrt deine Beleuchtung. Das Abblendlicht muss zwingend funktionieren und richtig eingestellt sein. Ein zu hoch eingestellter Scheinwerfer blendet den Gegenverkehr, ein zu tiefer nimmt dir die Sichtweite. Bei dichtem Nebel im Appenzellerland oder im Thurgau darfst du die Nebelscheinwerfer einschalten, falls dein Motorrad damit ausgerüstet ist. Die offiziellen Empfehlungen zur Unfallprävention des ASTRA betonen immer wieder, dass mangelnde Sichtbarkeit eine der Hauptunfallursachen bei Zweirädern ist.
Deine Reifen sind die einzige Verbindung zur Strasse. Die Kontaktfläche ist kaum grösser als eine Kreditkarte. Im Sommer klebt der Gummi am Asphalt, doch bei Asphalttemperaturen unter 10 Grad Celsius verhärtet sich die Gummimischung sportlicher Reifen spürbar. Der Reifen muss erst auf Temperatur gebracht werden, bevor er seinen vollen Grip aufbaut. Das klassische Schlangenlinienfahren, das man oft bei Rennfahrern sieht, bringt auf der Landstrasse wenig. Besser ist es, auf den ersten Kilometern mehrmals stark auf gerader Strecke zu beschleunigen und wieder abzubremsen. Durch das Walken der Karkasse erwärmt sich der Reifen von innen heraus. Prüfe den Reifendruck öfter als im Sommer. Bei kalten Temperaturen sinkt der Druck im Reifen leicht ab. Ein zu niedriger Luftdruck macht das Motorrad schwammig und instabil in Kurven. Halte dich exakt an die Vorgaben des Herstellers. Auch das Profil muss stimmen. Gesetzlich vorgeschrieben sind in der Schweiz 1,6 Millimeter. Für eine sichere Fahrt auf nassen, laubbedeckten Strassen empfehle ich dir jedoch dringend mindestens 3 Millimeter Restprofil. Nur so kann das Wasser durch die Rillen verdrängt werden und Aquaplaning wird verhindert. Neben den Reifen solltest du die Antriebskette im Blick haben. Durch Regen und Schmutz wird das Kettenfett schneller abgewaschen. Reinige und schmiere die Kette häufiger, um Verschleiss und Rost zu vermeiden. Wer sich intensiv mit der Fahrzeugbeherrschung auseinandersetzen will, sollte sich die Ablauf, Kurven & Tipps für die Prüfung ansehen. Dort gehen wir tief in die Fahrphysik ein.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem das Fahren mehr Stress als Freude bringt. Es gibt kein gesetzliches Verbot, im Winter zu fahren, solange die Strassenverhältnisse es zulassen. Doch sobald die Temperaturen dauerhaft unter 5 Grad fallen oder gar das erste Salz gestreut wird, solltest du die Saison beenden. Streusalz ist der grösste Feind deines Motorrads. Es frisst sich in Aluminiumteile, lässt Schrauben rosten und greift die Elektrik an. Wer sein Motorrad liebt, wäscht es nach der letzten Tour gründlich, füllt den Tank randvoll (bei Blechtanks, um Rost zu vermeiden), erhöht den Reifendruck um 0,5 Bar und klemmt die Batterie ab. So ist die Maschine im Frühling sofort wieder startklar.
| Asphalttemperatur | Reifenverhalten (Tourensport-Reifen) | Empfohlene Fahrweise |
|---|---|---|
| Über 20 °C | Optimaler Grip nach wenigen Kilometern. | Normale, dynamische Kurvenfahrt möglich. |
| 10 °C bis 20 °C | Gute Haftung, längere Aufwärmphase nötig. | Auf den ersten 5 Kilometern Schräglage langsam steigern. |
| 5 °C bis 10 °C | Gummimischung wird härter, reduzierter Grip. | Weiche Lenkimpulse, starke Schräglagen vermeiden, Bremsweg einplanen. |
| Unter 5 °C | Kaum Verzahnung mit dem Asphalt, hohe Rutschgefahr. | Sehr defensiv fahren, auf Frost in Schattenlagen achten. |
Detaillierte Informationen zu Reifenfreigaben und Sicherheitstests findest du auch im TCS-Ratgeber zur Motorradsicherheit.
Ja, der Lernfahrausweis ist das ganze Jahr über gültig. Es gibt keine saisonalen Einschränkungen. Bedenke aber, dass die Anforderungen an deine Fahrzeugbeherrschung bei Nässe und Kälte deutlich höher sind. Übe schwierige Manöver am besten erst auf einem leeren Parkplatz, bevor du dich in den Berufsverkehr stürzt.
Grundsätzlich gilt der vom Hersteller vorgegebene Reifendruck. Da kalte Luft eine höhere Dichte hat, zeigt das Manometer an der Tankstelle bei 5 Grad Aussentemperatur oft etwas weniger an als bei 25 Grad. Fülle den Druck auf den vorgeschriebenen Wert auf (meist 2,5 Bar vorne und 2,9 Bar hinten bei grossen Maschinen). Ein leichtes Erhöhen um 0,1 bis 0,2 Bar kann bei sehr kalten Strassen helfen, die Reifenflanken etwas stabiler zu halten.
Tempo sofort drosseln, Abstand zum Vordermann drastisch vergrössern und das Visier einen kleinen Spalt öffnen, falls es beschlägt. Schalte das Abblendlicht ein (kein Fernlicht, das blendet dich durch die Reflexion der Wassertröpfchen selbst). Orientere dich am rechten Fahrbahnrand oder an den Leitlinien, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten.
Im Herbst hast du oft mit aufgewirbeltem Schmutz von Traktoren zu kämpfen. Wische niemals mit dem trockenen Motorradhandschuh über das Visier – das gibt sofort Kratzer. Halte an einer Tankstelle an, lege ein nasses Papiertuch für zwei Minuten auf das Visier, um den Schmutz einzuweichen, und wische es dann sanft ab. Ein kleines Mikrofasertuch im Tankrucksack ist ebenfalls sehr hilfreich.
Absolut. In den kühleren Monaten lernst du das Motorrad unter realistischen, anspruchsvollen Bedingungen kennen. Wer im Herbst bei Nässe und 10 Grad sicher bremsen und ausweichen lernt, fährt im Sommer bei perfekten Bedingungen umso souveräner. Wir führen unsere Grundkurse in St.Gallen durch, solange es schneefrei und sicher ist.