Helm abnehmen Unfall: Was tun bei Motorradunfall? Dein Guide (16.08.2026)
Beim Motorradunfall den Helm abnehmen? Ich erkläre dir als Fahrlehrer, wann du handeln musst und wann nicht. Dein …
Kontakt | +41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch
+41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch

Dein Motorrad sicher und kontrolliert zu bewegen, auch wenn der Motor aus ist, gehört zum kleinen Einmaleins jedes Töff-Fahrers. Das richtige Motorrad rangieren ist nicht nur für die Prüfung wichtig, sondern auch im Alltag, sei es auf dem Parkplatz, in der Garage oder beim Wenden in engen Gassen von St.Gallen. Ich zeige dir, wie du das spielend leicht meisterst und dein Bike immer im Griff hast.
Viele Fahrschüler konzentrieren sich verständlicherweise auf das Fahren, Schalten und Bremsen. Aber die Kontrolle über dein Motorrad beginnt schon, bevor du den Motor startest, und endet erst, wenn es sicher abgestellt ist. Sicher zu rangieren bedeutet, dein Bike auch bei geringster Geschwindigkeit oder im Stand zu beherrschen. Das schützt nicht nur dein Motorrad vor teuren Umfallern, sondern auch dich selbst vor Verletzungen und peinlichen Momenten, zum Beispiel wenn du dein Motorrad nach einem Motorrad-Grundkurs im Parkhaus abstellen musst.
Gerade in der Stadt St.Gallen, wo Parkplätze oft eng sind und man auf abschüssigem Gelände rangieren muss, ist diese Fähigkeit Gold wert. Ein falsch abgestellter Seitenständer oder ein unkontrolliertes Rangieren kann schnell zu einem Umfaller führen, der nicht nur ärgerlich ist, sondern auch hohe Reparaturkosten verursachen kann.
Das Rangieren deines Motorrades ist weniger eine Frage von Kraft, sondern vielmehr von Technik und Körpergefühl. Egal ob du ein leichtes 125er-Modell oder ein schweres Tourenmotorrad bewegst, die Grundprinzipien bleiben gleich. Das Ziel ist immer, das Motorrad auszubalancieren und sein Gewicht zu kontrollieren.
Der erste Schritt ist die richtige Körperhaltung. Stehe aufrecht neben deinem Motorrad, greife den Lenker mit beiden Händen und halte ihn gerade. Dein Blick sollte immer dorthin gehen, wo du hinmöchtest – nicht auf den Vorderreifen. Das ist wie beim Fahren: Dein Körper folgt deinem Blick. Verlagere dein Gewicht leicht, um das Gleichgewicht zu halten, und nutze deine Hüften, um das Motorrad zu führen.
Benutze den Lenker nicht, um das Motorrad zu kippen, sondern um kleine Richtungsänderungen vorzunehmen. Die Vorderradbremse ist dein Freund beim Rangieren, besonders wenn es bergab geht oder du präzise anhalten musst. Bei manchen Manövern, etwa beim Wenden auf engstem Raum, kannst du auch die Kupplung leicht schleifen lassen, um das Motorrad mit minimaler Geschwindigkeit zu bewegen. Das erfordert aber viel Gefühl und ist eher für Fortgeschrittene.
Es kann jedem passieren: Du willst losfahren, drehst den Zündschlüssel, und nichts passiert – die Batterie ist leer. In diesem Fall kann das Anschieben deines Motorrades die Rettung sein. Aber Vorsicht: Die Technik muss stimmen, damit du dich nicht verletzt und das Motorrad nicht beschädigst.
Anschieben ist sinnvoll, wenn der Motor zwar dreht, aber nicht genug Saft für den Anlasser da ist. Dafür brauchst du etwas Platz und am besten eine leichte Neigung bergab. So gehst du vor:
Auf ebenem Gelände ist das Anschieben schwieriger und erfordert mehr Kraft und Schwung. Wenn du alleine bist, kann es hilfreich sein, das Motorrad zuerst ein paar Meter zu schieben, um Schwung zu holen, bevor du aufspringst.
Der Seitenständer ist die häufigste Art, dein Motorrad abzustellen. Klingt simpel, aber auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten, um einen Umfaller zu vermeiden.
Bevor du den Seitenständer ausklappst, wähle einen stabilen, möglichst ebenen Untergrund. Asphalt ist gut, weicher Boden, Kies oder eine starke Neigung sind riskant. Klappe den Ständer mit dem Fuss komplett aus und vergewissere dich, dass er stabil steht. Dann drückst du das Motorrad leicht nach links, bis es auf dem Ständer steht und du es loslassen kannst. Achte darauf, dass der Lenker nicht ganz eingeschlagen ist, da dies das Motorrad instabil machen kann.
Zum Abnehmen drückst du das Motorrad gerade, klappst den Seitenständer ein und stellst es aufrecht. Halte immer beide Bremsen, bis du sicher bist, dass du losfahren kannst. Besonders wichtig ist dies, wenn du dein Motorrad in einer leichten Schräglage parkierst. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen verlangt, dass du dein Motorrad jederzeit sicher abstellen und wieder aufnehmen kannst.
Auf abschüssigem Gelände solltest du das Vorderrad immer hangaufwärts stellen und einen Gang einlegen, um ein Wegrollen zu verhindern. Wenn du den Seitenständer auf weichem Untergrund wie Gras oder Kies nutzen musst, lege ein kleines Brett oder eine Platte unter den Ständerfuss, um ein Einsinken zu verhindern. Dies ist ein häufiger Fehler, den ich bei der Motorradprüfung sehe, der aber leicht vermieden werden kann.
Auch wenn das Rangieren einfach aussieht, gibt es ein paar typische Fehler, die ich in meinen Fahrstunden immer wieder beobachte. Diese zu kennen und zu vermeiden, macht dich zu einem sichereren Fahrer.
Einer der häufigsten Fehler ist, das Motorrad zu weit in die Schräglage zu bringen, besonders beim Rückwärtsrangieren oder Wenden. Ein Motorrad ist schwer, und wenn es einmal über den Kipppunkt hinaus ist, ist es schwer, es alleine zu halten. Halte das Motorrad immer so aufrecht wie möglich und nutze dein Körpergewicht, um es auszubalancieren. Wenn du merkst, dass es zu kippen beginnt, versuche nicht, es mit aller Kraft zu halten, sondern lass es kontrolliert ab und lerne daraus.
Kleine Unebenheiten, Bordsteinkanten oder lose Steine können beim Rangieren schnell zu einem Problem werden. Sei dir deines Umfelds bewusst und wähle den sichersten Weg. Wenn du über eine Kante musst, schiebe das Motorrad langsam und kontrolliert, idealerweise mit etwas Schwung, um ein Hängenbleiben zu vermeiden. Planst du eine längere Pause, solltest du dein Motorrad wintertauglich einlagern, um Schäden zu vermeiden.
Ein schweres Motorrad rangierst du am besten, indem du dich neben das Bike stellst, den Lenker fest greifst und deinen Rücken zum Motorrad drehst, um es rückwärts zu schieben. Nutze dein Körpergewicht und kleine Schritte. Halte das Motorrad so aufrecht wie möglich und vermeide starke Schräglagen. Die Vorderradbremse hilft, präzise anzuhalten.
Ja, du darfst das Motorrad mit laufendem Motor rangieren, aber nur mit äusserster Vorsicht und im ersten Gang oder im Leerlauf. Nutze die Kupplung und die Hinterradbremse, um die Geschwindigkeit präzise zu kontrollieren. Diese Methode ist hilfreich, wenn du nur minimale Bewegungen machen musst, erfordert aber viel Gefühl, um das Motorrad nicht abzuwürgen oder unkontrolliert zu beschleunigen.
Wenn dein Motorrad beim Rangieren kippt, versuche nicht, es mit aller Kraft zu halten, wenn es bereits zu weit geneigt ist. Lass es kontrolliert zu Boden, um dich selbst nicht zu verletzen. Überprüfe danach Schäden und lerne aus der Situation. Oft hilft es, beim Aufheben die richtige Technik zu nutzen, indem du dich mit dem Rücken zum Motorrad stellst und es mit den Beinen hochdrückst.
Wähle einen stabilen, ebenen Untergrund. Klappe den Seitenständer vollständig aus und vergewissere dich, dass er fest steht. Drücke das Motorrad leicht nach links, bis es stabil auf dem Ständer ruht. Auf weichem Untergrund wie Kies oder Gras solltest du eine kleine Platte unter den Ständer legen, um ein Einsinken zu verhindern. Lege bei Gefälle einen Gang ein.
Für das grundlegende Motorrad rangieren benötigst du keine spezielle Ausrüstung. Allerdings können Rangierhilfen, Motorradständer oder Montageständer hilfreich sein, besonders wenn du dein Motorrad regelmässig in einer engen Garage bewegen musst oder für Wartungsarbeiten. Diese erleichtern das Manövrieren und stabilisieren das Bike.
Wenn du dein Motorrad anschieben musst, weil die Batterie leer ist, lege den zweiten oder dritten Gang ein, ziehe die Kupplung und schiebe das Motorrad an. Sobald du genügend Schwung hast, springe auf, lasse die Kupplung schnell kommen und ziehe sie sofort wieder. Wenn der Motor anspringt, gib etwas Gas, um ihn am Laufen zu halten. Diese Methode erfordert Übung und ist eine Notlösung.
Das sichere Motorrad rangieren ist eine grundlegende Fertigkeit, die dir viel Ärger ersparen kann. Mit der richtigen Technik und etwas Übung wirst du bald merken, wie viel Kontrolle du über dein Motorrad hast – auch ohne laufenden Motor. Wenn du weitere Fragen hast oder die Feinheiten des Rangierens in der Praxis üben möchtest, melde dich bei mir für eine Fahrstunde. Ich zeige dir gerne die Tricks, damit du dein Motorrad in jeder Situation souverän beherrschst, egal ob du gerade erst den Lernfahrausweis für A1 machst oder schon lange dabei bist. Weitere Tipps zum sicheren Motorradfahren findest du auch beim Touring Club Schweiz. Die offiziellen Vorschriften für Motorrad-Führerausweise in der Schweiz hält das Bundesamt für Strassen (ASTRA) bereit.