Krampfanfall Erste Hilfe: So reagierst du im Notfall richtig
Die Krampfanfall Erste Hilfe rettet Leben. Kopf schützen, nicht festhalten und danach die stabile Seitenlage anwenden: So reagierst …
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Die richtige Lagerung Verletzte ist nach einem Unfall oft der entscheidende Faktor zwischen Leben und Tod. In meinen Nothelferkursen in St.Gallen sehe ich regelmässig, dass angehende Neulenker grossen Respekt vor genau diesem Thema haben. Die Angst, etwas falsch zu machen, lähmt viele Ersthelfer. Doch wenn du die grundlegenden Positionen kennst, kannst du am Unfallort ruhig und sicher handeln, bis die Rettungskräfte eintreffen. Es geht nicht um medizinische Perfektion, sondern um einfache, lebensrettende Handgriffe, die den Zustand des Opfers stabilisieren und Schlimmeres verhindern.
Die korrekte Lagerung Verletzte sichert primär die lebenswichtigen Funktionen wie Atmung und Kreislauf. Sie verhindert, dass Blut oder Erbrochenes in die Atemwege gelangt, und sorgt dafür, dass das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Gleichzeitig lindert die richtige Position Schmerzen und schützt den Verunfallten vor weiteren Schäden. Wenn du als Ersthelfer an eine Unfallstelle kommst, ist die Situation oft unübersichtlich. Dein oberstes Ziel ist es, die Vitalfunktionen der betroffenen Personen aufrechtzuerhalten. Historisch gesehen hat sich die Erste Hilfe stark weiterentwickelt. Noch in den 1980er-Jahren wurden teilweise komplexe Lagerungstechniken gelehrt, die Laien im Ernstfall oft überforderten. Heute, Stand 29. September 2026, setzen wir in der Schweiz auf stark vereinfachte, aber extrem effektive Methoden. Die Richtlinien des Schweizerischen Samariterbundes konzentrieren sich auf wenige, klare Handgriffe, die unter Stress abrufbar bleiben. Ein klassisches Beispiel ist die Evolution der Seitenlage, die heute so konzipiert ist, dass sie auch von einer körperlich schwächeren Person bei einem schweren Unfallopfer angewendet werden kann. Wenn du mehr über das allgemeine Verhalten am Unfallort wissen möchtest, empfehle ich dir meinen Ratgeber zum Thema Erste Hilfe Strassenverkehr. Dort erkläre ich dir, wie du die Unfallstelle absicherst, bevor du dich um die Verletzten kümmerst. Denn Eigenschutz geht immer vor.
Sobald eine Person bewusstlos ist, aber normal atmet, ist die stabile Seitenlage die einzig richtige Massnahme. Diese Position hält die Atemwege frei, da die Zunge nicht nach hinten fallen kann und Flüssigkeiten problemlos aus dem Mund abfliessen. Die Gefahr des Erstickens an eigenem Blut oder Erbrochenem ist bei Bewusstlosen extrem hoch, da die normalen Schutzreflexe wie Husten oder Schlucken ausfallen. Um die Person in die stabile Seitenlage zu bringen, kniest du dich neben sie. Du winkelst den Arm, der dir am nächsten ist, im rechten Winkel nach oben an. Dann greifst du den anderen Arm, legst den Handrücken an die dir zugewandte Wange des Opfers und hältst ihn dort fest. Mit deiner anderen Hand greifst du das ferne Bein knapp über dem Knie, ziehst es hoch und rollst die Person sanft zu dir herüber. Wichtig ist, dass der Kopf am Ende leicht nach hinten überstreckt ist und der Mund den tiefsten Punkt bildet. Wenn du dir unsicher bist, wie du die Atmung im Vorfeld richtig checkst, lies dir unbedingt meinen Beitrag durch, wie du Puls prüfen und Atmung kontrollieren kannst. Nur wenn die Atmung vorhanden und normal ist, darf die Seitenlage angewendet werden. Fehlt die Atmung, musst du sofort mit der Reanimation beginnen.
Bei einem Volumenmangelschock, der durch starken Blutverlust entsteht, musst du die Beine des Opfers etwa 20 bis 30 Zentimeter hochlagern. Das Blut fliesst so aus den Beinen zurück in die Körpermitte, um die lebenswichtigen Organe wie Herz und Gehirn weiterhin ausreichend zu versorgen. Ein Schock ist eine lebensbedrohliche Situation, bei der der Blutkreislauf zusammenbricht. Du erkennst einen Schock oft an blasser, kaltschweissiger Haut, einem schnellen, aber schwachen Puls und einer zunehmenden Unruhe oder Apathie des Verletzten. Die Schocklage ist eine einfache physikalische Massnahme: Indem du die Beine auf eine Tasche, eine Jacke oder einen Rucksack legst, nutzt du die Schwerkraft. Etwa ein Liter Blut aus den Beinen steht dem zentralen Kreislauf so wieder zur Verfügung. Achtung: Diese Lagerung darfst du nicht anwenden, wenn der Verdacht auf Knochenbrüche in den Beinen, eine Beckenverletzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma besteht. Bei Kopfverletzungen würde das hochgelagerte Blut den Druck im Schädel gefährlich erhöhen. Wenn du dich für einen Kurs anmelden möchtest, um diese Handgriffe unter professioneller Anleitung zu trainieren, findest du alle Infos unter Nothelferkurs Termine.
Wenn ein Unfallopfer bei Bewusstsein ist und über Atemnot klagt oder eine sichtbare Kopfverletzung hat, ist ein erhöhter Oberkörper die beste Position. Diese Haltung entlastet die Lunge, erleichtert das Atmen und senkt den Hirndruck bei Schädelverletzungen. Setze dich hinter die verletzte Person und stütze ihren Rücken mit deinem eigenen Körper ab, oder nutze Gegenstände wie Autositze oder Rucksäcke, um einen Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zu erreichen. Bei Atemnot, etwa nach einem Aufprall auf das Lenkrad oder bei Vorerkrankungen wie Asthma, hilft diese Position der Atemmuskulatur, sich besser zu entfalten. Das Zwerchfell sinkt nach unten, und die Lunge hat mehr Platz. Offizielle Richtlinien zu solchen spezifischen Massnahmen findest du auch beim Schweizerischen Samariterbund, der die Standards für die Erste Hilfe in der Schweiz festlegt. Wichtig ist bei dieser Lagerung, dass du die Person nicht alleine lässt. Ihr Zustand kann sich jederzeit verschlechtern, weshalb du sie kontinuierlich beruhigen und überwachen musst. Die psychologische Erste Hilfe ist genauso wichtig wie die physische – sprich mit dem Opfer, erkläre, was du tust, und signalisiere Sicherheit.
Besteht der Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule, darfst du die Person nicht bewegen, es sei denn, es besteht akute Lebensgefahr durch Feuer oder nachfolgenden Verkehr. Die absolute Ruhigstellung verhindert, dass verletzte Wirbel das empfindliche Rückenmark durchtrennen und eine Querschnittslähmung verursachen. Ein solcher Verdacht ist immer dann gegeben, wenn die Person aus grosser Höhe gestürzt ist, bei schweren Motorradunfällen oder wenn das Unfallopfer über Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Armen oder Beinen klagt. Auch starke Schmerzen im Nacken- oder Rückenbereich sind ein Alarmsignal. In diesem Fall belässt du die Person exakt in der Position, in der du sie aufgefunden hast. Knien neben ihr nieder, halte ihren Kopf mit beiden Händen sanft fest, um jede Bewegung zu verhindern, und warte auf den Rettungsdienst. Nur wenn die Person bewusstlos wird und aufhört normal zu atmen, hat die Lebensrettung durch Reanimation Vorrang vor dem Schutz der Wirbelsäule. Weitere rechtliche und verhaltensbezogene Grundlagen für solche Extremsituationen liefert auch der Bund; lies dazu gerne die offiziellen Infos zum Verhalten bei einem Verkehrsunfall auf ch.ch.
Damit du im Ernstfall nicht lange überlegen musst, habe ich dir die wichtigsten Verletzungsarten und die dazugehörigen Lagerungsmassnahmen in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst. Präge dir diese Zuordnungen gut ein, sie bilden das Rückgrat deiner Ersten Hilfe am Unfallort.
| Zustand / Verletzung | Symptome | Korrekte Lagerung |
|---|---|---|
| Bewusstlos, aber normale Atmung | Keine Reaktion auf Ansprache, Brustkorb hebt und senkt sich | Stabile Seitenlage |
| Schockzustand (Blutverlust) | Blässe, kalter Schweiss, schneller Puls, Frieren | Schocklage (Beine 20-30 cm hochlagern) |
| Atemnot oder Brustverletzung | Röchelnde Atmung, Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust | Erhöhter Oberkörper (ca. 30-45 Grad) |
| Kopfverletzung | Kopfschmerzen, Übelkeit, blutende Kopfwunde, Schwindel | Erhöhter Oberkörper (senkt den Hirndruck) |
| Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung | Rückenschmerzen, Taubheitsgefühl in Gliedmassen | Absolute Ruhigstellung in Auffindeposition |
| Bauchverletzungen | Starke Bauchschmerzen, harte Bauchdecke | Rückenlage mit angewinkelten Beinen (entlastet Bauchdecke) |
Diese Tabelle deckt die häufigsten Szenarien ab, denen du im Strassenverkehr begegnen kannst. Wenn eine Person das Bewusstsein verliert, ändert sich die Priorität sofort. Falls du dir unsicher bist, wie du bei einem plötzlichen Bewusstseinsverlust reagierst, schau dir meinen Leitfaden zum Thema Ohnmacht Erste Hilfe an. Dort gehe ich noch tiefer auf die Ursachen und die ersten Sekunden der Hilfeleistung ein.
Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn das Auto brennt, akute Absturzgefahr besteht oder die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet, musst du sie mit dem Rautek-Rettungsgriff aus dem Fahrzeug befreien. Bei einem sicheren Fahrzeug und ansprechbaren Personen wartest du auf die Profis.
Der grösste Fehler ist es, gar nichts zu tun. Das Schweizer Recht schützt Ersthelfer. Wenn du nach bestem Wissen und Gewissen handelst und beispielsweise bei der Seitenlage versehentlich einen Arm ungünstig legst, wirst du dafür nicht bestraft. Das Sichern der Atmung hat immer absolute Priorität vor möglichen Folgeschäden.
Eine schwangere Frau, die bewusstlos ist, muss zwingend auf die linke Seite gelegt werden. In der Rechtsseitenlage oder Rückenlage könnte das Gewicht des ungeborenen Kindes die grosse Hohlvene (Vena cava) abdrücken, was zu einem lebensgefährlichen Kreislaufkollaps bei der Mutter führen kann.
Ja, wenn der Motorradfahrer bewusstlos ist. Nur ohne Helm kannst du die Atmung zuverlässig kontrollieren und im Notfall beatmen oder die stabile Seitenlage anwenden. Ist der Fahrer bei Bewusstsein, entscheidet er selbst, ob der Helm abgenommen wird – idealerweise stützt du dabei seinen Kopf.
Die Prinzipien sind ähnlich, aber die Ausführung unterscheidet sich leicht. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird oft die Bauchlage mit leicht überstrecktem Kopf und tief liegendem Gesicht bevorzugt, oder sie werden auf dem Arm des Helfers in Seitenlage gehalten, um die feinen Atemwege nicht durch zu starken Druck zu blockieren.