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Velostreifen Vortritt: Regeln beim Rechtsabbiegen für Velos

Velostreifen Vortritt: Regeln beim Rechtsabbiegen für Velos

Ein häufiger Grund für brenzlige Situationen im Strassenverkehr ist der Velostreifen Vortritt beim Rechtsabbiegen. Viele Lernfahrer sind im ersten Moment überfordert, wenn sie an eine Kreuzung heranfahren, den Blinker setzen und plötzlich ein Velo rechts neben ihnen auftaucht. Wer darf zuerst fahren? Die Antwort ist klar: Das Velo, das auf dem Radstreifen geradeaus fährt, hat gegenüber dem abbiegenden Auto immer den Vorrang. In meinen Fahrstunden in St.Gallen übe ich genau diese Situation intensiv, denn ein Fehler hier kann fatale Folgen haben. Ich zeige dir, worauf du beim Einspuren achten musst, wie du den toten Winkel besiegst und warum die Farbe und Form der Linien auf der Strasse entscheidend sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geradeausfahrende Velos auf dem Radstreifen haben beim Rechtsabbiegen des Autos immer Vortritt.
  • Eine durchgezogene gelbe Linie darf vom Auto weder überfahren noch zum Einspuren genutzt werden.
  • Der Schulterblick nach rechts ist zwingend erforderlich, um Velos im toten Winkel zu erkennen.

Wie ist der Velostreifen Vortritt gesetzlich geregelt?

Wenn du mit dem Auto rechts abbiegen möchtest und ein Velofahrer auf dem Radstreifen geradeaus fahren will, hat das Velo immer Vorrang. Das Strassenverkehrsgesetz der Schweiz schützt den geradeausfahrenden Verkehr. Du musst als Autofahrer also warten, bis der Velofahrer die Kreuzung passiert hat, bevor du abbiegen darfst. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Velo schnell oder langsam unterwegs ist. Lies auch: Theorie Grundlagen: Die Basis fürs ganze Fahrerleben.

Viele Fahrschüler glauben fälschlicherweise, dass sie noch schnell vor dem Velo abbiegen können, wenn sie ein wenig Gas geben. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Die Geschwindigkeiten von Zweirädern werden extrem oft unterschätzt. Sobald du den Blinker setzt, musst du deine Aufmerksamkeit nach rechts verlagern. Du reduzierst deine Geschwindigkeit, schaust in den Innenspiegel, in den rechten Aussenspiegel und machst zwingend den Schulterblick. Erst wenn du zu hundert Prozent sicher bist, dass sich kein Velo nähert oder das herannahende Velo sicher vorbeigefahren ist, darfst du das Lenkrad einschlagen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) betont diese Sorgfaltspflicht des stärkeren Verkehrsteilnehmers ausdrücklich. Weitere Details zu den gesetzlichen Grundlagen findest du beim Bundesamt für Strassen (ASTRA).

Tipp aus der Praxis: Beim Anfahren an eine Kreuzung in St.Gallen (zum Beispiel am Bahnhofplatz) schauen viele Fahrschüler nur auf die Ampel. Sie vergessen den Radstreifen komplett. Mein Tipp: Mach es dir zur Gewohnheit, den Blinker als Auslöser für den Spiegel- und Schulterblick zu nutzen. Blinker an = Kopf drehen. So wird der Blick zur Automatik.

Gestrichelte vs. durchgezogene Linie am Velostreifen

Der Velostreifen Vortritt hängt auch massgeblich davon ab, wie der Streifen auf der Strasse markiert ist. Eine gestrichelte gelbe Linie bedeutet, dass du den Radstreifen mit dem Auto überfahren darfst, sofern du dabei keine Velofahrer behinderst oder gefährdest. Du darfst den Streifen in diesem Fall auch zum Einspuren vor dem Rechtsabbiegen nutzen. Eine durchgezogene gelbe Linie hingegen ist für Autos tabu.

Wenn du dich einer Kreuzung näherst und der Radstreifen gestrichelt ist, solltest du dich so weit wie möglich rechts einspuren. Das hat einen riesigen Vorteil: Du machst die Lücke zwischen deinem Auto und dem Trottoir zu. So verhinderst du, dass sich ein Velofahrer im letzten Moment noch rechts an dir vorbeidrängt, während du abbiegen willst. Aber Achtung: Dieses Einspuren auf dem gestrichelten Streifen ist nur erlaubt, wenn der Streifen in diesem Moment frei ist. Du darfst keinen Velofahrer schneiden, um in die Lücke zu kommen. Ist der Streifen durch eine durchgezogene gelbe Linie markiert, musst du mit deinem Auto links von dieser Linie bleiben. Erst im eigentlichen Kreuzungsbereich, wo die Linie meist endet oder gestrichelt wird, darfst du abbiegen. Auch hier gilt natürlich: Das geradeausfahrende Velo hat Vorrang. Lies auch: Wichtige Verkehrszeichen: So bestehst du die Theorieprüfung.

Der tote Winkel: Warum der Schulterblick Leben rettet

Der tote Winkel ist der Bereich neben und schräg hinter deinem Auto, den du weder im Innenspiegel noch im rechten Aussenspiegel sehen kannst. Genau in diesem Bereich verstecken sich Velos beim Rechtsabbiegen nur allzu oft. Der einzige Weg, diesen unsichtbaren Bereich zu kontrollieren, ist der physische Schulterblick nach rechts hinten.

In der modernen Autowelt verlassen sich viele auf elektronische Totwinkel-Assistenten. Ein kleines Lämpchen im Spiegel leuchtet auf, wenn sich dort etwas befindet. Als Fahrlehrer sage ich dir ganz ehrlich: Verlass dich bei der Führerprüfung und im echten Leben niemals nur auf die Technik. Die Sensoren erfassen schmale Velos oder schnelle E-Bikes manchmal zu spät oder gar nicht. Der Ablauf vor dem Abbiegen muss in Fleisch und Blut übergehen: Innenspiegel, um den nachfolgenden Verkehr zu checken. Aussenspiegel rechts, um den Velostreifen im Blick zu haben. Blinker setzen. Und dann, unmittelbar bevor du das Lenkrad einschlägst, der deutliche Schulterblick über die rechte Schulter durch das hintere Seitenfenster. Wenn es kracht, weil du den Schulterblick vergessen hast, trägst du als Autofahrer die Hauptschuld. Lies auch: Verhalten bei Unfall: So reagierst du als Lenker richtig.

Historischer Bezug: Die Entwicklung der Velostreifen in der Schweiz

Dass wir uns heute so intensiv mit dem Velostreifen Vortritt beschäftigen, war nicht immer so. Wenn wir ein paar Jahrzehnte zurückblicken, waren die Strassen in der Schweiz primär für den motorisierten Verkehr konzipiert. Velos fuhren am äussersten Strassenrand mit, spezielle Markierungen gab es kaum. Das führte gerade beim Rechtsabbiegen zu unzähligen, oft schweren Unfällen, weil Autofahrer die Zweiräder einfach übersahen.

Mit dem steigenden Umweltbewusstsein und der Zunahme des Veloverkehrs begann die Schweiz, ihre Infrastruktur anzupassen. In den 1990er und 2000er Jahren wurden in Städten wie St.Gallen systematisch gelbe Radstreifen eingeführt. Die Verkehrsregeln wurden dahingehend verschärft, dass der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer oberste Priorität erhielt. Der Grundsatz, dass der geradeausfahrende Verkehr den abbiegenden Verkehr bricht, wurde fest im Gesetz verankert. Heute, mit Stand vom 2. Oktober 2026, sehen wir eine weitere Evolution: E-Bikes verändern die Dynamik auf den Radstreifen massiv. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind grösser geworden, was von Autofahrern noch mehr Weitsicht fordert. Die offiziellen Regeln zu diesen Entwicklungen kannst du auch bei den offiziellen Verkehrsregeln auf ch.ch nachlesen.

E-Bikes und Topografie: Die besonderen Herausforderungen in St.Gallen

St.Gallen ist bekannt für seine Hügel. Diese Topografie hat einen enormen Einfluss auf die Situation beim Rechtsabbiegen. Wenn du in St.Gallen bergauf fährst, sind normale Velos auf dem Radstreifen oft sehr langsam unterwegs. Autofahrer neigen dann dazu, noch schnell vor dem Velo abzubiegen. Das ist extrem riskant, denn genau in diesem Moment könnte ein schnelles E-Bike von hinten kommen, das mit 45 km/h den Berg hinauffährt. Du schaust in den Spiegel, siehst das langsame Velo weit hinten, biegst ab – und kollidierst mit dem schnellen E-Bike, das das langsame Velo gerade überholt hat.

Bergab ist die Situation genau umgekehrt. Selbst unmotorisierte Velos erreichen auf den steilen Strassen von St.Gallen Geschwindigkeiten von über 50 km/h. Wenn du hier rechts abbiegen willst, musst du den Velostreifen Vortritt mit extremer Vorsicht behandeln. Ein Velo, das im Spiegel noch weit weg aussieht, ist im nächsten Bruchteil einer Sekunde bereits neben dir. Unterschätze niemals die Geschwindigkeit von Zweirädern. Bremse lieber einmal mehr ab und lass das Velo passieren. Lies auch: Velo E-Bike Verkehr: So schätzt du Zweiräder richtig ein.

Tipp aus der Praxis: In der praktischen Prüfung beim Strassenverkehrsamt St.Gallen fallen regelmässig Kandidaten durch, weil sie den Velostreifen Vortritt missachten. Der Experte greift sofort ein und tritt auf die Bremse, wenn du ohne Schulterblick das Lenkrad nach rechts reisst. Das ist ein sofortiger Durchfallgrund. Nimm dir die Zeit zum Schauen.

Infrastruktur im Vergleich: Radstreifen vs. Radweg

Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Veloinfrastrukturen zu kennen, da sie das Verhalten beim Abbiegen leicht beeinflussen können. Die Vortrittsregel bleibt zwar gleich, aber die räumliche Trennung erfordert eine andere Blicktechnik.

Infrastruktur Merkmal Regel beim Rechtsabbiegen
Velostreifen (gestrichelt) Gelbe gestrichelte Linie auf der Fahrbahn. Velo hat Vortritt. Auto darf zum Einspuren überfahren, wenn frei.
Velostreifen (durchgezogen) Gelbe durchgezogene Linie auf der Fahrbahn. Velo hat Vortritt. Auto darf Linie nicht überfahren.
Radweg Baulich von der Fahrbahn getrennt (z.B. durch Randstein). Velo hat Vortritt. Schulterblick muss tiefer in den Gehwegbereich gehen.

Bei einem baulich getrennten Radweg ist die Gefahr oft noch grösser, da die Velofahrer durch parkierte Autos oder Bäume verdeckt sein können. Hier musst du dich beim Rechtsabbiegen im Schritttempo vortasten, bis du freie Sicht auf den Radweg hast. Lies auch: Erste Fahrstunde: Das erwartet dich beim Start in St.Gallen.

Häufige Fragen zum Velostreifen Vortritt

Darf ich mit dem Auto auf einem Velostreifen anhalten?

Nein, das Halten und Parkieren auf einem Velostreifen ist grundsätzlich verboten. Du darfst den Streifen nur überfahren, wenn er gestrichelt ist und du abbiegen möchtest, ohne dabei Velos zu behindern. Ein kurzes Anhalten, um jemanden aussteigen zu lassen, ist auf dem Radstreifen nicht gestattet.

Was passiert bei einem Unfall beim Rechtsabbiegen?

Wenn du als Autofahrer beim Rechtsabbiegen mit einem geradeausfahrenden Velo kollidierst, trägst du in aller Regel die Hauptschuld. Du hast den Vortritt missachtet. Neben den zivilrechtlichen Folgen für den Schaden drohen dir eine empfindliche Busse, ein Ausweisentzug und ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Gilt der Vortritt auch für schnelle E-Bikes?

Ja, absolut. Der Velostreifen Vortritt gilt für alle Fahrzeuge, die den Radstreifen legal nutzen dürfen. Dazu gehören auch schnelle E-Bikes (bis 45 km/h) mit gelbem Kontrollschild. Gerade bei diesen Fahrzeugen musst du die hohe Geschwindigkeit beim Abbiegen einkalkulieren.

Muss ich warten, wenn der Velofahrer noch weit weg ist?

Das Gesetz sagt, dass du den Vortrittsberechtigten nicht behindern darfst. Wenn das Velo noch so weit weg ist, dass du problemlos abbiegen kannst, ohne dass der Velofahrer bremsen oder ausweichen muss, darfst du fahren. Im Zweifel gilt aber immer: Lieber warten, als eine Kollision zu riskieren.

Wie verhalte ich mich bei einer roten Ampel mit Velostreifen?

Wenn du an einer roten Ampel stehst und rechts abbiegen willst, musst du die Linie des Radstreifens respektieren. Bei Grün fährst du an, machst den Schulterblick und lässt Velos, die neben dir ebenfalls Grün haben und geradeaus wollen, zuerst passieren. Du darfst sie beim Anfahren nicht abschneiden.

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rafuna

Dein Fahrlehrer für Auto & Motorrad in St.Gallen und Umgebung. Mobil ist das Ziel.

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