Probezeit Motorrad: Regeln, WAB-Kurs und Strafen erklärt
Die Probezeit Motorrad dauert in der Schweiz drei Jahre. Erfahre alles zum WAB-Kurs, der Nullpromille-Grenze und was bei …
Kontakt | +41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch
+41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch

Typische Anfängerfehler Motorrad kosten nicht nur Nerven, sondern können im Strassenverkehr auch richtig gefährlich werden. Jedes Jahr starten in der Schweiz tausende Neulenker ihre Zweirad-Karriere, und fast alle tappen anfangs in exakt dieselben Fallen. Das ist völlig normal. Ich sehe in meinen Grundkursen in St.Gallen immer wieder, dass es meistens nur kleine, aber gezielte Anpassungen braucht, um viel sicherer unterwegs zu sein. Egal, ob du gerade erst den Lernfahrausweis beantragt hast oder schon kurz vor der praktischen Prüfung beim Strassenverkehrsamt stehst: Wenn du weisst, worauf du achten musst und wie du diese klassischen Patzer vermeidest, fährst du von Anfang an entspannter und souveräner.
Die meisten Fehler passieren, weil das Gehirn mit der gleichzeitigen Koordination von Händen, Füssen, Gleichgewicht und dem Verkehr schlicht überlastet ist. Es dauert seine Zeit, bis die komplexen Bewegungsabläufe auf dem Zweirad wirklich automatisiert sind.
Überleg mal, was du beim Motorradfahren alles gleichzeitig machst. Deine linke Hand bedient feinfühlig die Kupplung. Deine rechte Hand regelt das Gas und zieht die Vorderradbremse. Dein linker Fuss schaltet die Gänge hoch und runter, während dein rechter Fuss die Hinterradbremse dosiert. Dazu musst du das Gleichgewicht halten, die Schräglage kontrollieren, den Verkehr in St.Gallen im Auge behalten und Verkehrsregeln beachten. Das ist Multitasking auf höchstem Niveau.
Genau diese kognitive Überlastung führt dazu, dass Anfänger in Stresssituationen auf instinktive, aber leider oft falsche Überlebensreflexe zurückgreifen. Sie schauen auf das Hindernis statt auf den Fluchtweg. Sie klammern sich am Lenker fest. Sie bremsen abrupt oder falsch. Das Gute daran: All diese Reflexe lassen sich durch gezieltes Training im Grundkurs überschreiben. Sobald die mechanische Bedienung der Maschine ins Unterbewusstsein übergeht, hast du wieder Kapazitäten frei, um vorausschauend zu fahren.
Wer starr auf ein Hindernis schaut, fährt unweigerlich genau dort hinein. Die richtige Blicktechnik bedeutet, den Kopf aktiv in die gewünschte Fahrtrichtung zu drehen und den Kurvenausgang oder die Lücke zu fokussieren.
Das Phänomen der sogenannten «Target Fixation» (ZielFixierung) ist der wohl berüchtigtste Fehler überhaupt. Unser Überlebensinstinkt zwingt uns dazu, eine potenzielle Gefahr genau im Auge zu behalten. Auf dem Motorrad ist das fatal. Dein Körper folgt deinem Blick. Schaust du auf den Randstein, steuerst du unbewusst darauf zu. Schaust du auf das Auto, das dir die Vorfahrt nimmt, fährst du darauf zu.
In den Fahrstunden üben wir deshalb intensiv, den Blick weit nach vorne zu richten. In Kurven musst du den Kopf regelrecht drehen. Dein Kinn zeigt dorthin, wo du hinwillst. Wenn du auf einer kurvigen Strecke Richtung Appenzell unterwegs bist, suchst du mit den Augen immer schon den Kurvenausgang. Die perfekte Kurvenlinie auf dem Motorrad beginnt immer im Kopf – und mit deinen Augen.
Ein Lenker ist zum Lenken da, nicht zum Festhalten. Wer sich mit steifen Armen am Lenker festklammert, verhindert, dass das Motorrad sich selbst stabilisieren kann, und ermüdet auf längeren Fahrten extrem schnell.
Ein Motorrad stabilisiert sich ab einer gewissen Geschwindigkeit durch die Kreiselkräfte der Räder von ganz allein. Es will eigentlich geradeaus fahren. Wenn du nun mit völlig durchgestreckten, verkrampften Armen am Lenker hängst, überträgst du jede kleinste Bewegung deines Oberkörpers direkt auf die Lenkung. Das Motorrad fängt an zu wackeln und wirkt instabil. Das wiederum macht dir Angst, wodurch du dich noch fester klammerst – ein Teufelskreis.
Die Lösung liegt in der Körpermitte. Der Halt auf dem Motorrad kommt aus dem Knieschluss am Tank. Deine Knie und Oberschenkel fixieren dich auf der Maschine. Dein Oberkörper bleibt locker, die Schultern fallen entspannt nach unten, und die Arme sind leicht angewinkelt. Du solltest die Lenkergriffe so locker halten, als hättest du zwei rohe Eier in der Hand. Wenn du mehr darüber wissen willst, lies dir meinen Guide über die richtige Sitzposition auf dem Motorrad durch.
Aus Angst vor einem Überschlag nutzen viele Anfänger fast nur die Hinterradbremse, was den Bremsweg lebensgefährlich verlängert. Die Vorderradbremse liefert bei modernen Strassenmaschinen den weitaus grössten Teil der Verzögerung.
Beim Bremsen verlagert sich das Gewicht des Motorrads physikalisch bedingt drastisch nach vorne (dynamische Radlastverteilung). Das Vorderrad wird stark auf den Asphalt gepresst und kann dadurch extrem viel Bremskraft auf die Strasse übertragen. Das Hinterrad hingegen wird entlastet. Wer jetzt nur hinten bremst, bringt das Hinterrad sofort zum Blockieren, verschenkt aber wertvolle Meter Bremsweg.
Richtiges Bremsen heisst: Beide Bremsen nutzen. Vorne kräftig, aber progressiv (also den Druck kontinuierlich aufbauen, nicht schlagartig reissen), hinten leicht mitbremsen zur Stabilisierung. Moderne Maschinen nehmen dir hier viel Angst ab. Das System ABS beim Motorrad verhindert das Blockieren der Räder zuverlässig. Vertraue der Technik, aber lerne trotzdem, den Bremsdruck sauber aufzubauen. Offizielle Auswertungen und die Verkehrssicherheits-Richtlinien des ASTRA zeigen immer wieder: Zögerliches Bremsen ist eine der Hauptursachen für Auffahrunfälle bei Neulenkern.
Bei Schrittgeschwindigkeit kippt das Motorrad leicht, wenn die Geschwindigkeit nur über das Gas geregelt wird. Die Lösung ist das feine Spiel mit der schleifenden Kupplung in Kombination mit der Hinterradbremse.
Die Manöverprüfung beim Strassenverkehrsamt (wie die Spurgasse oder die Acht) ist für viele der grösste Stressfaktor. Der Fehler: Anfänger versuchen, bei 5 km/h die Geschwindigkeit nur mit dem Gasgriff zu kontrollieren. Das funktioniert nicht, weil der Motor ruckelt und das Motorrad instabil wird. Sobald das Gas komplett weggenommen wird, sackt die Maschine zusammen und droht umzukippen.
Das Geheimnis des langsamen Fahrens ist der Schleifpunkt der Kupplung. Du hältst die Drehzahl mit dem Gas konstant leicht erhöht, lässt die Kupplung am Schleifpunkt arbeiten und regulierst die eigentliche Geschwindigkeit ausschliesslich über die Fussbremse (Hinterradbremse). Das streckt das Motorrad, hält die Kette auf Zug und macht das Fahren bei Schrittgeschwindigkeit extrem stabil.
Wer in Jeans und Sneakern fährt, riskiert bei einem Sturz selbst bei 30 km/h schwerste Verletzungen. Die richtige Schutzbekleidung ist neben dem Helm absolut essenziell für deine Sicherheit und oft auch prüfungsrelevant.
Rechtlich gesehen ist in der Schweiz nur der Helm obligatorisch. Aber jeder Fahrlehrer und jeder Prüfungsexperte wird dir sagen: Ohne komplette Schutzausrüstung steigst du nicht aufs Bike. Dazu gehören Motorradjacke und -hose mit Protektoren, knöchelhohe, feste Motorradstiefel und Motorradhandschuhe. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen und andere Ämter weisen Prüflinge bei ungenügender Schutzausrüstung sogar ab.
Ein weiterer Aspekt ist die Selbstüberschätzung. Gerade wenn die ersten 500 Kilometer gut gelaufen sind, wächst das Selbstvertrauen oft schneller als das tatsächliche Können. Man fährt schneller in Kurven ein, bremst später. Bleib demütig. Erfahrung auf dem Motorrad sammelt man über Jahre, nicht über Wochen.
Die Fehler sind über die Jahrzehnte gleich geblieben, aber die Konsequenzen haben sich dank der Technik verändert. In den 80er und 90er Jahren verzieh ein Motorrad kaum Fehler. Ein blockierendes Vorderrad führte fast unweigerlich zum Sturz. Zu viel Gas am Kurvenausgang endete im Highsider.
Heute sieht das anders aus. Seit 2017 ist ABS für neue Motorräder in der Schweiz Pflicht. Traktionskontrollen regeln zu viel Gas weg. Dennoch: Die Physik lässt sich nicht überlisten. Wer mit 80 km/h in eine 40er-Kurve fährt, dem hilft auch die beste Elektronik nicht mehr. Technik unterstützt, aber sie ersetzt niemals eine saubere Fahrtechnik.
| Situation | Der typische Anfängerfehler | Die Profilösung (So geht’s richtig) |
|---|---|---|
| Kurvenfahrt | Blick direkt vor das Vorderrad oder auf den Kurvenrand. | Kopf drehen, Blick weit voraus zum Kurvenausgang richten. |
| Notbremsung | Angst vor der Vorderbremse, Hinterrad blockiert. | Progressiver, starker Druck vorne, hinten leicht stabilisieren. |
| Langsamfahren (Manöver) | Geschwindigkeit wird nur über das Gas geregelt (Ruckeln). | Zugkraft über schleifende Kupplung, Tempo über Hinterradbremse drosseln. |
| Sitzhaltung | Arme durchgestreckt, Hände umklammern den Lenker fest. | Knieschluss am Tank, Schultern locker, Arme leicht angewinkelt. |
Eine gute Vorbereitung beginnt mit der richtigen Einstellung und einem fitten Zustand. Wer ausgeruht, mental bereit und mit der passenden Ausrüstung zum Kurs erscheint, lernt deutlich schneller und sicherer.
Der Motorrad-Grundkurs ist intensiv. Du bist stundenlang hochkonzentriert, bewegst eine schwere Maschine und verarbeitest extrem viele neue Eindrücke. Komm ausgeschlafen zu mir. Trink genug Wasser, besonders an heissen Sommertagen. Und vor allem: Mach dir keinen Druck. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Jeder stolpert am Anfang über die gleichen Hürden. Wenn du genau wissen willst, was du mitbringen musst, schau dir meine Grundkurs Checkliste für St.Gallen an.
Das ist sehr schwierig. Wenn sich ein Fehler (wie die falsche Blicktechnik) erst einmal eingeschliffen hat, merkst du ihn oft selbst gar nicht mehr. Ein Fahrlehrer sieht diese Fehler von aussen sofort und kann dir gezielte Korrekturübungen geben, bevor sie zur gefährlichen Gewohnheit werden.
Die Durchfallquote variiert, liegt in der Schweiz aber oft bei rund 30 Prozent. Die häufigsten Gründe sind nicht mangelnde Fahrzeugbeherrschung, sondern Fehler im Verkehr: fehlender Schulterblick, falsches Einspuren oder mangelnde Voraussicht wegen Stress.
Beim Rangieren im Stand und bei Schrittgeschwindigkeit: Ja, definitiv. Das Gewicht erfordert mehr Balance und Kraft. Sobald das Motorrad aber rollt (ab ca. 20 km/h), spürst du das Gewicht kaum noch, da die Maschine durch die Physik stabilisiert wird.
Die rein mechanische Bedienung (Schalten, Bremsen, Lenken) hast du meist nach 10 bis 15 Stunden gut im Griff. Wirkliche Fahrsicherheit, das Lesen des Verkehrs und das intuitive Reagieren in Notsituationen entwickeln sich aber erst über mehrere tausend gefahrene Kilometer.
Die meisten Umfaller passieren bei Schrittgeschwindigkeit. Typisches Szenario: Der Fahrschüler bremst in leichter Schräglage oder bei eingeschlagenem Lenker abrupt mit der Vorderradbremse. Das Motorrad kippt dann schlagartig nach innen weg. Deshalb üben wir das Bremsen im Stand und bei langsamer Fahrt extrem intensiv.