Erste-Hilfe-Set Auto: Was du in der Schweiz wissen musst
Dein Erste-Hilfe-Set im Auto ist entscheidend für die Sicherheit. Ich erkläre dir, welche Vorschriften in der Schweiz gelten …
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Eine Verbrennung versorgen zu können, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du in einem Nothelferkurs lernst. Egal ob ein kurzer Kontakt mit der heissen Herdplatte, ein Sonnenbrand oder ein schwerer Unfall – die richtige und schnelle Erste Hilfe kann Schmerzen lindern, Folgeschäden minimieren und im Ernstfall sogar Leben retten. Als Fahrlehrer erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, in kritischen Situationen ruhig und besonnen zu reagieren. Gerade bei Verbrennungen zählt jede Sekunde.
Eine Verbrennung ist eine Verletzung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch Hitze verursacht wird. Diese Hitze kann von Feuer, heissen Flüssigkeiten (Verbrühungen), heissem Dampf, elektrischem Strom, starken Chemikalien oder auch durch Reibung stammen. Die Schwere einer Verbrennung hängt von der Temperatur, der Dauer der Hitzeeinwirkung und der betroffenen Körperstelle ab. In meinen Nothelferkursen in St.Gallen erkläre ich immer, dass unser Körper auf Hitze reagiert, indem die Zellen geschädigt werden, was zu Schmerzen, Rötungen, Blasen oder sogar zur Zerstörung von Gewebe führen kann.
Um eine Verbrennung versorgen zu können, musst du zuerst den Grad der Verletzung einschätzen. Man unterscheidet drei Hauptgrade, die dir eine erste Orientierung geben, wie dringend professionelle Hilfe ist:
Die Zeit nach einer Verbrennung ist entscheidend. Hier erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du eine Verbrennung versorgen solltest, basierend auf dem Wissen aus dem Nothelferkurs:
Das Allerwichtigste zuerst: Sorge dafür, dass die Person (und du selbst) nicht weiter der Hitzequelle ausgesetzt ist. Schalte elektrische Geräte aus, lösche Feuer, entferne heisse Flüssigkeiten. Denk immer an deinen Eigenschutz, bevor du handelst.
Das Kühlen ist der zentrale Punkt, um eine Verbrennung versorgen zu können. Kühle die betroffene Stelle sofort für 10 bis 20 Minuten unter fliessendem, lauwarmem Wasser (ca. 15-20 Grad Celsius). Warum lauwarm und nicht eiskalt? Kaltes Wasser kann zu Unterkühlung führen, besonders bei grossflächigen Verbrennungen, und die Durchblutung zusätzlich beeinträchtigen. Bei Kindern ist lauwarmes Wasser besonders wichtig. Kühle nur die verbrannte Stelle, nicht den ganzen Körper.
Bei Verbrennungen im Gesicht oder am Dekolleté kannst du nasse Tücher auflegen und regelmässig wechseln. Ringe, Uhren oder enge Kleidung solltest du, wenn möglich, vorsichtig entfernen, bevor die Schwellung zunimmt.
Nach dem Kühlen muss die Brandwunde steril abgedeckt werden. Verwende dafür keimfreie Verbandtücher aus deinem Erste-Hilfe-Kasten. Ein sauberes Leinentuch geht im Notfall auch. Das Abdecken schützt die Wunde vor Infektionen und weiteren Verunreinigungen. Achte darauf, dass der Verband locker sitzt und keinen Druck ausübt. Lies auch: Erste-Hilfe-Set Auto: Was du in der Schweiz wissen musst.
Gerade bei grossflächigen oder tiefen Verbrennungen besteht immer die Gefahr eines Schocks. Lager die Person flach und deck sie warm zu (Schocklage). Beruhige die betroffene Person und sprich mit ihr. Lies auch: Schock erkennen und handeln: Dein Guide für St.Gallen (Stand 2026).
Bei Verbrennungen 2. oder 3. Grades, grossflächigen Verbrennungen (grösser als die Handfläche des Betroffenen), Verbrennungen im Gesicht, an Gelenken oder im Genitalbereich, bei Kindern und älteren Menschen oder wenn du unsicher bist, solltest du sofort den Notruf 144 wählen. Lies auch: Notruf 144 richtig absetzen: Dein Guide für St.Gallen (2026).
Es gibt einige Mythen und Fehler bei der Ersten Hilfe, die du unbedingt vermeiden musst, wenn du eine Verbrennung versorgen willst:
Nach der Akutversorgung ist die richtige Nachsorge entscheidend für eine gute Heilung und um Narbenbildung zu minimieren. Hier ein paar Punkte, die ich dir mit auf den Weg gebe:
Die schnellste Heilung verbrannter Haut erreichst du durch sofortiges, korrektes Kühlen mit lauwarmem Wasser (10-20 Minuten), gefolgt von einer sterilen Abdeckung. Brandblasen solltest du niemals öffnen. Für Verbrennungen zweiten Grades ist der Besuch bei einem Arzt ratsam, der die Wunde professionell reinigt und beurteilt. Ein feuchtes Wundmilieu, unterstützt durch spezielle Wundauflagen oder vom Arzt empfohlene Salben, fördert die Regeneration der Haut und minimiert Narbenbildung. Schütze die heilende Haut vor direkter Sonneneinstrahlung. Geduld ist hier ein wichtiger Faktor, da die Haut Zeit zur vollständigen Erholung benötigt.
Brandverletzungen heilen am besten in einem feuchten Wundmilieu. Dies bedeutet, dass die Wunde nicht austrocknen sollte, da dies die Bildung von neuem Gewebe behindert und die Schorfbildung verstärkt. Moderne Wundauflagen, oft Hydrogele oder Hydrokolloide, sind darauf ausgelegt, ein optimal feuchtes Klima zu schaffen und gleichzeitig Infektionen vorzubeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dieses feuchte Milieu steril und kontrolliert ist. Das Auftragen von feuchten Hausmitteln ist kontraproduktiv. Blasen niemals entfernen oder öffnen, da die darin enthaltene Flüssigkeit steril ist und die Heilung unterstützt. Bei Unsicherheit immer einen Arzt konsultieren.
Direkt nach einer Verbrennung solltest du ausschliesslich mit lauwarmem Wasser kühlen. Verzichte auf jegliche Hausmittel wie Mehl, Öl, Zahnpasta oder Butter, da diese die Wunde verunreinigen, die Wärme stauen und das Infektionsrisiko erhöhen können. Auch herkömmliche Salben oder Cremes sind im Akutfall nicht geeignet. Nach der initialen Kühlung und Abdeckung mit einem sterilen Verband kann ein Arzt spezielle Brandsalben oder -sprays empfehlen, die die Heilung unterstützen und die Haut befeuchten. Diese Produkte werden jedoch erst nach der ersten Einschätzung und gegebenenfalls Reinigung durch medizinisches Fachpersonal eingesetzt. Halte dich an ärztliche Anweisungen.
Kleine, oberflächliche Brandwunden (ersten Grades) kannst du oft selbst versorgen. Bei Verbrennungen zweiten Grades mit Blasenbildung oder Verdacht auf Verbrennungen dritten Grades solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Dein Hausarzt kann kleinere Brandwunden versorgen und beurteilen. Bei grossflächigen, tiefen Verbrennungen, solchen im Gesicht, an Gelenken oder im Genitalbereich, oder bei Verbrennungen bei Kindern und älteren Menschen, ist ein Besuch in der Notaufnahme eines Spitals oder bei einem Spezialisten für Brandverletzungen (Plastischer Chirurg oder Chirurgie) dringend notwendig. Die Rettung (Notruf 144) bringt dich im Ernstfall direkt in die richtige Klinik.
Eine Verbrennung sollte sofort für etwa 10 bis 20 Minuten unter fliessendem, lauwarmem Wasser (ca. 15-20 Grad Celsius) gekühlt werden. Wichtig ist, dass die Kühlung anhält, bis der Schmerz spürbar nachlässt. Bei Kleinkindern oder sehr grossflächigen Verbrennungen sollte die Kühlzeit eher kürzer sein (maximal 10 Minuten), um eine Unterkühlung zu vermeiden. Ziel ist es, die Hitze aus dem Gewebe abzuführen und die Zerstörung der Zellen zu stoppen. Eine zu lange oder zu intensive Kühlung mit eiskaltem Wasser kann die Durchblutung beeinträchtigen und weitere Schäden verursachen. Vertrau auf dein Gefühl und die Reaktion des Körpers.
Quellen & weiterführende Informationen: Google Unternehmensprofil · IHK