Helm abnehmen Unfall: Was tun bei Motorradunfall? Dein Guide (16.08.2026)
Beim Motorradunfall den Helm abnehmen? Ich erkläre dir als Fahrlehrer, wann du handeln musst und wann nicht. Dein …
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Die Notbremsung mit dem Motorrad ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du auf zwei Rädern beherrschen musst. Sie entscheidet im Ernstfall über deine Sicherheit und kann Unfälle verhindern. Ich zeige dir, wie du diese Technik richtig anwendest, wie du sie trainierst und worauf es besonders ankommt, damit du auch in kritischen Situationen ruhig und sicher reagierst.
Als Motorradfahrer bist du im Strassenverkehr exponierter als Autofahrer. Ein plötzliches Hindernis, ein unvermittelt bremsendes Fahrzeug vor dir oder eine unvorhergesehene Situation kann jederzeit eine schnelle Reaktion erfordern. Die Fähigkeit, dein Motorrad in kürzester Zeit und auf dem kürzesten Weg zum Stillstand zu bringen, ist dann entscheidend. Es geht nicht nur darum, die Prüfung zu bestehen, sondern vor allem darum, dich und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Eine gut trainierte Notbremsung gibt dir Vertrauen und Sicherheit, weil du weisst, dass du dein Fahrzeug auch im Grenzbereich beherrschst.
Die Notbremsung auf dem Motorrad ist ein komplexer Vorgang, der das Zusammenspiel von Bremsen, Kupplung und Körperhaltung erfordert. Ziel ist es, die maximale Bremsleistung zu erzielen, ohne das Vorderrad zu blockieren (ohne ABS) oder das Hinterrad zum Abheben zu bringen. Hier ist der ideale Ablauf, den ich dir auch in meinen Fahrstunden in St.Gallen zeige:
Deine Augen sind deine wichtigsten Sensoren. Sobald du eine Gefahr erkennst, fixiere nicht das Hindernis, sondern den Fluchtweg oder den Punkt, an dem du zum Stehen kommen willst. Gleichzeitig spannst du deinen Körper an und drückst deine Knie fest an den Tank. Das stabilisiert dich und dein Motorrad.
Greife sofort und entschlossen den Vorderradbremshebel. Der Druckaufbau muss progressiv, aber zügig erfolgen. Das heisst: Du ziehst den Hebel nicht ruckartig, sondern mit stetig steigendem Druck. Spürst du, wie das Motorrad vorne eintaucht, kannst du den Druck weiter erhöhen. Die Vorderradbremse liefert etwa 70 bis 80 Prozent der gesamten Bremsleistung. Moderne Motorräder mit ABS ermöglichen oft einen vollen Griff in die Bremse, ohne dass das Rad blockiert – das System regelt dann für dich.
Fast gleichzeitig mit dem Ziehen des Vorderradbremshebels betätigst du die Hinterradbremse mit dem Fuss. Auch hier ist eine progressive Dosierung wichtig. Die Hinterradbremse stabilisiert das Motorrad und hilft, das Blockieren des Vorderrads zu verhindern, indem sie das Heck nach unten drückt. Bei einer sehr starken Vorderradbremsung kann das Hinterrad leicht abheben – das ist normal und kein Grund zur Panik, solange du das Vorderrad nicht blockierst.
Sobald du die Bremsen betätigst, ziehst du die Kupplung. Das verhindert, dass der Motor abwürgt und du das Motorrad im schlimmsten Fall nicht mehr unter Kontrolle hast, wenn du wieder anfahren musst. Zudem kannst du so besser ausweichen, falls die Bremsung allein nicht ausreicht.
Während des gesamten Bremsvorgangs drückst du dich mit den Beinen gegen den Tank und stützt dich mit den Armen leicht ab. Der Oberkörper bleibt entspannt, um die Bewegungen des Motorrads ausgleichen zu können. Dein Blick bleibt nach vorne gerichtet.
Übung macht den Meister, besonders bei der Notbremsung. Du kannst nicht erwarten, dass du diese Technik im Ernstfall perfekt beherrschst, wenn du sie nicht regelmässig trainierst. Ich empfehle dir folgende Schritte für dein Training:
Suche dir einen sicheren, abgesperrten Platz, zum Beispiel einen grossen Parkplatz ausserhalb der Betriebszeiten. Beginne mit langsamen Geschwindigkeiten, etwa 30 km/h. Übe das Bremsen mit nur der Vorderradbremse, dann mit nur der Hinterradbremse und schliesslich mit beiden Bremsen gleichzeitig. Achte auf das Gefühl der Bremsen und die Reaktion deines Motorrads. Steigere die Geschwindigkeit und damit die Bremsintensität nur langsam.
Erst wenn du dich bei moderaten Geschwindigkeiten sicher fühlst, taste dich an den Grenzbereich heran. Bremse so stark, dass du gerade noch kein Rad blockierst (ohne ABS) oder das ABS einsetzt. Das erfordert Feingefühl und Übung. Wiederhole dies mehrfach, um ein Gefühl für die maximale Bremsleistung deines Motorrads zu bekommen. Denke daran, dass sich das Bremsverhalten je nach Fahrbahn (trocken, nass) und Bereifung stark unterscheiden kann. Lies auch meinen Artikel zum Thema Motorrad bei Nässe: Dein Guide für sicheres Fahren in der Schweiz.
In einer echten Notbremsung geht es oft auch darum, Hindernissen auszuweichen. Übe deshalb auch, eine Notbremsung mit einem gleichzeitigen Ausweichmanöver zu kombinieren. Bremse stark und weiche dann um ein imaginäres Hindernis herum aus. Das trainiert deine Koordination und Reaktionsfähigkeit.
Diese Werte sind stark von Motorradtyp, Reifen, Fahrbahn und Fahrkönnen abhängig. Sie dienen nur zur Orientierung:
| Geschwindigkeit | Bremsweg (trocken, mit ABS) | Bremsweg (trocken, ohne ABS, geübter Fahrer) |
|---|---|---|
| 50 km/h | ca. 10-12 Meter | ca. 12-15 Meter |
| 80 km/h | ca. 25-30 Meter | ca. 30-35 Meter |
| 100 km/h | ca. 40-45 Meter | ca. 45-55 Meter |
Beim Üben der Notbremsung Motorrad sehe ich immer wieder ähnliche Fehler. Wenn du diese kennst, kannst du gezielter daran arbeiten:
Für deine praktische Motorradprüfung in St.Gallen ist die Notbremsung eine Pflichtübung. Wenn du hier sicher bist, nimmt dir das viel Prüfungsangst. Lies auch meinen Artikel Praktische Motorradprüfung Ablauf: Dein Guide für St.Gallen 2026, um dich optimal vorzubereiten. Die offizielle Seite des Strassenverkehrsamtes St.Gallen bietet weitere Informationen zu den Prüfungsanforderungen.
Moderne Motorräder sind oft mit fortschrittlichen Bremssystemen ausgestattet, die die Sicherheit erheblich erhöhen:
Wenn dein Motorrad über solche Systeme verfügt, solltest du dich im Training auch mit ihnen vertraut machen. Probiere aus, wie sich dein Motorrad verhält, wenn das ABS eingreift. Das gibt dir im Ernstfall zusätzliche Sicherheit. Informationen zu den allgemeinen Führerausweis-Regeln findest du auch auf ch.ch, der offiziellen Informationsplattform der Schweizer Behörden.
Ja, die Notbremsung ist ein fester Bestandteil der praktischen Motorradprüfung in der Schweiz. Du musst zeigen, dass du dein Motorrad aus einer bestimmten Geschwindigkeit sicher und kontrolliert zum Stillstand bringen kannst, oft mit einer Zielbremsung innerhalb eines markierten Bereichs.
Ich empfehle, die Notbremsung mindestens einmal im Monat kurz zu üben, zum Beispiel auf einem leeren Parkplatz. Das hält deine Fähigkeiten frisch und dein Körper gewöhnt sich an die Abläufe. Besonders nach einer längeren Fahrpause ist ein Auffrischungstraining sinnvoll.
Ohne ABS ist das Feingefühl für die Vorderradbremse noch wichtiger. Du musst lernen, den Druck so zu dosieren, dass das Rad nicht blockiert. Das erfordert mehr Übung und Konzentration. Beginne immer vorsichtig und steigere die Intensität schrittweise, um ein Gefühl für den Grenzbereich zu bekommen.
Ja, ziehe die Kupplung immer mit, sobald du die Bremsen betätigst. Das verhindert ein Abwürgen des Motors und hält das Motorrad fahrbereit, falls du nach der Bremsung doch noch ausweichen oder weiterfahren musst. Es ist ein wichtiger Teil des gesamten Notbremsmanövers.
Umgangssprachlich werden die Begriffe oft synonym verwendet. Eine Notbremsung ist eine Vollbremsung, die in einer Gefahrensituation durchgeführt wird, um einen Unfall zu vermeiden. Der Fokus liegt auf maximaler Verzögerung in kürzester Zeit, oft unter hohem Stress. Eine Vollbremsung kann auch geübt werden, ohne dass eine akute Gefahr besteht.