Einspuren Abbiegen: Ablauf, Regeln & Tipps für die Prüfung
Einspuren Abbiegen korrekt ausführen: Ablauf, 3-Blick-Technik und Vortrittsregeln in der Schweiz. So meisterst du jede Kreuzung sicher und …
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Den Lernfahrausweis nach Theorie in den Händen zu halten, ist für die meisten der Startschuss zur echten Freiheit auf vier Rädern. Sobald du die 50 Fragen der Theorieprüfung beim Strassenverkehrsamt St.Gallen fehlerfrei oder mit maximal fünf Fehlern bestanden hast, dauert es meist nur wenige Tage, bis das gelbe Kärtchen in deinem Briefkasten liegt. Ab diesem Moment darfst du mit einer qualifizierten Begleitperson ans Steuer – und natürlich mit mir in die erste Fahrstunde starten. Damit du genau weisst, wie es nach der Theorie weitergeht, welche Fristen gelten und wie du Fehler bei privaten Lernfahrten vermeidest, zeige ich dir hier den kompletten Ablauf.
Den Lernfahrausweis nach Theorie musst du nach der bestandenen Prüfung nicht noch einmal separat beantragen. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen schickt ihn dir automatisch per Post zu. Voraussetzung ist, dass dein ursprüngliches Gesuch um Erteilung eines Lernfahrausweises vollständig war, inklusive Nothelferausweis und Sehtest. In der Regel liegt der Ausweis nach zwei bis drei Arbeitstagen in deinem Briefkasten. Die Gebühren für die Theorieprüfung und den Ausweis bezahlst du direkt vor Ort oder erhältst eine Rechnung.
Viele, die bei mir anfangen, fragen sich, ob sie direkt nach dem Verlassen des Prüfungsraums ins Auto steigen dürfen. Die klare Antwort lautet: Nein. Du musst zwingend warten, bis du den physischen Ausweis (das gelbe Kärtchen) in den Händen hältst. Fährst du vorher, gilt das als Fahren ohne Fahrerlaubnis, was empfindliche Bussen und eine Sperre für die praktische Prüfung nach sich ziehen kann. Nutze die paar Tage Wartezeit lieber, um dich mental auf die Praxis einzustellen. Wenn du wissen willst, wie du dich optimal auf den Test vorbereitest, lies dir meine Tipps für die letzten 24 Stunden vor der Theorieprüfung durch.
Mit dem Lernfahrausweis darfst du in der Schweiz privat üben. Du brauchst dafür aber zwingend eine Begleitperson, die mindestens 23 Jahre alt ist und seit drei Jahren den definitiven Führerausweis der Kategorie B besitzt. Zudem muss ein blaues L-Schild gut sichtbar am Heck des Fahrzeugs angebracht sein.
Private Lernfahrten sind extrem wertvoll, um Routine zu bekommen. Aber sie bergen auch Konfliktpotenzial. Oft übernehmen Fahrschüler unbewusst die schlechten Gewohnheiten ihrer Eltern – sei es die falsche Lenkradhaltung, das einhändige Fahren oder das späte Blinken. Für die praktische Prüfung musst du dir diese Fehler dann mühsam wieder abtrainieren. Zudem darf die Handbremse im privaten Übungsauto für die Begleitperson leicht erreichbar sein. Bei modernen Autos mit elektronischer Parkbremse muss diese während der Fahrt bedienbar sein und das Fahrzeug abbremsen können. Kläre das unbedingt ab, bevor ihr losfahrt. Falls du dir unsicher bist, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Fahrzeug gelten, findest du detaillierte Informationen beim Strassenverkehrsamt St.Gallen.
Seit dem 1. Januar 2021 gelten in der Schweiz neue Regeln, die den Weg zum Führerausweis massgeblich verändert haben. Die wichtigste Neuerung betrifft das Alter: Du darfst den Lernfahrausweis für Personenwagen nun bereits mit 17 Jahren beantragen. Wer den Ausweis vor dem 20. Lebensjahr erwirbt, muss eine obligatorische Lernphase von zwölf Monaten durchlaufen, bevor er zur praktischen Prüfung zugelassen wird. Das Ziel dieser Massnahme des Bundesamts für Strassen ASTRA ist klar: Mehr Fahrpraxis bedeutet mehr Sicherheit auf unseren Strassen.
Eine weitere massive Erleichterung ist der Wegfall des Automatik-Eintrags. Früher durftest du nur Automatik fahren, wenn du die Prüfung auf einem solchen Fahrzeug absolviert hast. Heute darfst du die Autoprüfung ganz entspannt auf einem Automatikfahrzeug ablegen und danach trotzdem handgeschaltete Autos fahren. Das nimmt enorm viel Druck aus der Ausbildung. Du kannst dich in den Fahrstunden voll auf den Verkehr, die Signale und die anderen Verkehrsteilnehmer konzentrieren, statt ständig Angst zu haben, den Motor abzuwürgen. Dennoch empfehle ich jedem, nach bestandener Prüfung ein paar private Stunden auf einem Handschalter zu üben, bevor man sich alleine in den dichten Stadtverkehr wagt.
Der Verkehrskundeunterricht (VKU) ist obligatorisch und kann erst absolviert werden, wenn du den gültigen Lernfahrausweis besitzt. Er dauert insgesamt acht Stunden, aufgeteilt auf zwei oder vier Abende. Ohne einen elektronisch bestätigten VKU kannst du dich nicht zur praktischen Autoprüfung anmelden.
Im VKU lernst du keine Theoriefragen auswendig, sondern trainierst deinen Verkehrssinn. Wir schauen uns an, wie du Gefahren frühzeitig erkennst, wie sich das Wetter auf den Bremsweg auswirkt und wie du andere Verkehrsteilnehmer richtig einschätzt. Der Kurs kostet bei mir 230 Franken inklusive Lehrmittel. Plane den VKU frühzeitig ein, am besten parallel zu deinen ersten Fahrstunden. So kannst du das Gelernte direkt auf der Strasse anwenden. Wenn du clever planst, kannst du auch Theorie und VKU optimal kombinieren, um keine Zeit zu verlieren.
Es gibt in der Schweiz keine gesetzliche Mindestanzahl an Fahrstunden für das Auto. Wie viele Lektionen du brauchst, hängt von deinem Talent, deiner privaten Übungszeit und deiner Konstanz ab. Sicherheit zählt bei der Prüfung, nicht die Anzahl der absolvierten Stunden.
Eine Autofahrstunde kostet bei mir 85 Franken für 50 Minuten. Wir starten nicht direkt im St.Galler Stadtzentrum zur Stosszeit, sondern tasten uns langsam heran. In der ersten Fahrstunde geht es um die korrekte Sitzposition, die Spiegel und das feine Gefühl für Gas und Bremse. Später kommen anspruchsvolle Manöver wie das seitliche Einparkieren, das Fahren auf der Autobahn und das Meistern komplexer Kreuzungen hinzu. Mein Ziel ist es nicht, dich möglichst lange in der Fahrschule zu behalten, sondern dich zu einem sicheren, vorausschauenden Lenker auszubilden. Wer regelmässig fährt und privat das übt, was wir in der Lektion besprochen haben, spart am Ende bares Geld.
Damit du den Überblick behältst, habe ich dir die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Führerausweis in einer einfachen Übersicht zusammengefasst. (Stand der gesetzlichen Regelungen: 2. Oktober 2026).
| Schritt | Voraussetzung / Alter | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| 1. Nothelferkurs | Kein Mindestalter (Ausweis 6 Jahre gültig) | CHF 100.– |
| 2. Theorieprüfung | Ab 17 Jahren, gültiger Sehtest | CHF 30.– (Kanton SG) |
| 3. Lernfahrausweis | Bestandene Theorieprüfung | CHF 40.– (Kanton SG) |
| 4. VKU (Verkehrskunde) | Gültiger Lernfahrausweis | CHF 230.– |
| 5. Fahrstunden | Gültiger Lernfahrausweis | CHF 85.– / 50 Min. |
| 6. Praktische Prüfung | Bestätigter VKU, evtl. 12 Monate Lernphase | CHF 130.– (Kanton SG) |
Der Lernfahrausweis der Kategorie B ist in der Schweiz genau 24 Monate gültig. Eine Verlängerung ist gesetzlich nicht möglich. Läuft er ab, bevor du die praktische Prüfung bestanden hast, musst du komplett von vorne anfangen.
Das heisst konkret: Du musst ein neues Gesuch stellen und die Theorieprüfung nochmals ablegen. Der absolvierte VKU bleibt zwar unbegrenzt gültig, aber der Aufwand für die Theorie ist ärgerlich. Plane deine Ausbildung also so, dass du genügend Puffer hast. Falls du bei der praktischen Prüfung durchfällst, brauchst du Zeit für weitere Fahrstunden und einen neuen Termin. Lass den Ausweis nicht in der Schublade verstauben. Sobald du dich sicher fühlst und wir die Prüfungsreife erreicht haben, melde ich dich an. Alles rund um den Tag X und wie es danach weitergeht, erfährst du in meinem Artikel zum Prüfungsergebnis der Autoprüfung. Detaillierte nationale Richtlinien findest du auch in den Führerausweis-Regeln auf ch.ch.
Nein. Der Schweizer Lernfahrausweis ist ausschliesslich auf dem Gebiet der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein gültig. Wenn du in Grenznähe übst, achte penibel darauf, nicht versehentlich nach Österreich oder Deutschland abzubiegen. Das gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis und wird im Ausland hart bestraft.
Ja, du musst den originalen Lernfahrausweis bei jeder Fahrt mitführen. Ein Foto auf dem Smartphone oder eine Fotokopie reichen bei einer Polizeikontrolle nicht aus. Hast du ihn vergessen, droht eine Ordnungsbusse von 20 Franken.
Wenn du den Lernfahrausweis vor deinem 20. Geburtstag beantragt hast, musst du eine obligatorische Lernphase von mindestens zwölf Monaten durchlaufen, bevor du zur praktischen Führerprüfung zugelassen wirst. Bist du bei der Ausstellung bereits 20 Jahre oder älter, entfällt diese Wartefrist.
Ja, das ist grundsätzlich erlaubt, solange die qualifizierte Begleitperson (mindestens 23 Jahre, 3 Jahre Ausweis) auf dem Beifahrersitz sitzt und jederzeit an die Handbremse greifen kann. Bedenke aber, dass zusätzliche Passagiere für dich als Fahranfänger eine enorme Ablenkung darstellen können. Für die ersten Fahrten empfehle ich Ruhe im Auto.
Bei privaten Lernfahrten liegt die strafrechtliche Verantwortung oft bei der Begleitperson, sofern sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Versicherungstechnisch deckt die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters den Schaden an Dritten. Schäden am eigenen Auto zahlt die Vollkasko, wobei für Fahranfänger oft ein erhöhter Selbstbehalt gilt. Kläre das unbedingt mit der Versicherung ab.