Helm abnehmen Unfall: Was tun bei Motorradunfall? Dein Guide (16.08.2026)
Beim Motorradunfall den Helm abnehmen? Ich erkläre dir als Fahrlehrer, wann du handeln musst und wann nicht. Dein …
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Die richtige Kurvengeschwindigkeit ist das A und O für deine Sicherheit auf dem Motorrad. Egal ob du gerade den Motorrad-Grundkurs absolvierst oder schon länger den Führerausweis hast: Das Beherrschen von Kurven ist eine Kunst, die Übung und das richtige Verständnis für die Fahrphysik erfordert. Ich zeige dir, wie du jede Kurve in St.Gallen und darüber hinaus sicher und souverän meistern kannst.
Die Kurvengeschwindigkeit ist der wohl kritischste Faktor beim Motorradfahren. Wählst du sie zu hoch, drohen Schrecksekunden, ein zu weites Herausfahren aus der Kurve oder gar ein Sturz. Ist sie zu tief, verlierst du unnötig Schwung und das Fahren fühlt sich unsicher an. Es geht nicht darum, der Schnellste zu sein, sondern der Sicherste. Eine korrekt gewählte Geschwindigkeit ermöglicht dir, die Kurve flüssig zu durchfahren, die Schräglage optimal zu nutzen und Reserven für unvorhergesehene Ereignisse zu haben. Das ist besonders in der hügeligen Landschaft rund um St.Gallen mit ihren vielen kurvigen Strassen von grosser Bedeutung.
Jede Kurve lässt sich in vier Phasen unterteilen. Wenn du diese Phasen bewusst durchläufst, hast du die Kontrolle über deine Kurvengeschwindigkeit und dein Motorrad. Ich erkläre dir, worauf es ankommt:
Die Vorbereitung beginnt lange vor der eigentlichen Kurve. Scanne die Strasse und die Umgebung. Welche Art von Kurve erwartet dich? Ist es eine Rechts- oder Linkskurve, ein enger Radius oder eine weite Biegung? Gibt es Hindernisse wie Rollsplitt, Schlaglöcher oder nasse Stellen? Schau auch nach Gegenverkehr. Positioniere dein Motorrad so, dass du die bestmögliche Sicht in die Kurve hast. Bei einer Linkskurve fährst du tendenziell eher rechts, bei einer Rechtskurve eher links. So öffnest du die Kurve und siehst weiter hinein. Dies ist die Phase, in der du die Kurvengeschwindigkeit entscheidest und dein Motorrad dafür bereit machst.
Bevor du in die Kurve einbiegst, musst du deine Geschwindigkeit reduzieren. Das machst du am besten, solange das Motorrad noch aufrecht ist und du geradeaus fährst. Nutze beide Bremsen – die Vorderradbremse für den Grossteil der Verzögerung und die Hinterradbremse zur Stabilisierung. Schalte gleichzeitig in den passenden Gang herunter. Dieser Gang sollte so gewählt sein, dass du am Kurvenausgang wieder beschleunigen kannst, ohne erneut schalten zu müssen. Das Ziel ist es, die gewünschte Kurvengeschwindigkeit zu erreichen, bevor du in die Schräglage gehst. Wenn du erst in der Kurve stark bremsen musst, kann das Motorrad aufrichten und du fährst zu weit nach aussen.
Jetzt kommt der spannende Teil: das Einlenken. Sobald du deine ideale Kurvengeschwindigkeit erreicht hast, lenkst du das Motorrad in die Kurve. Dabei ist die Blickführung absolut entscheidend. Schau dorthin, wo du hinwillst – nämlich durch die Kurve hindurch zum Ausgang. Dein Körper folgt deinem Blick. Lenke das Motorrad aktiv mit dem Lenkimpuls ein: Drücke den Lenker auf der kurveninneren Seite nach vorne, um das Motorrad in Schräglage zu bringen. Die Schräglage muss zur Kurvengeschwindigkeit und zum Radius passen. Versuche, eine konstante Schräglage zu halten, bis du den Kurvenausgang siehst.
Wenn du den Kurvenausgang siehst und die Strasse wieder gerade wird, ist es Zeit, das Motorrad aufzurichten und sanft zu beschleunigen. Das sanfte Beschleunigen stabilisiert das Motorrad und hilft ihm, sich aus der Schräglage aufzurichten. Diesen Moment nenne ich den «Gas-auf-Moment». Wichtig ist, dass du nicht zu abrupt Gas gibst, da dies das Motorrad instabil machen könnte. Ein flüssiges Herausfahren aus der Kurve ist das Ziel. Jetzt kannst du wieder für die nächste Kurve scannen und dich mental vorbereiten.
Ich kann es nicht oft genug betonen: Die Blickführung ist dein wichtigster Sensor auf dem Motorrad, besonders in Kurven. Dein Motorrad fährt dorthin, wohin du schaust. Wenn du nur auf das Vorderrad oder kurz vor dich blickst, bist du zu spät dran. Schau stattdessen weit voraus, durch die Kurve hindurch zum Ausgangspunkt. Das gibt dir Zeit, die Kurve zu lesen, die notwendige Schräglage und die passende Kurvengeschwindigkeit zu antizipieren. Trainiere diesen weiten Blick bewusst, bei jeder Fahrt. Es ist erstaunlich, wie viel sicherer und flüssiger das Motorradfahren wird, wenn du deine Augen richtig einsetzt.
Deine Körperhaltung hat einen massgeblichen Einfluss auf das Fahrverhalten des Motorrades in der Kurve. Eine aktive Körperhaltung unterstützt das Motorrad beim Einlenken und in der Schräglage. Hier die wichtigsten Punkte:
Eine gute Körperhaltung reduziert die nötige Schräglage des Motorrades und erhöht somit deine Sicherheitsreserven. Es hilft auch, die Kurvengeschwindigkeit stabil zu halten.
Ohne Schräglage keine Kurve. Die Schräglage ist notwendig, um die Fliehkraft in der Kurve auszugleichen. Je schneller du fährst und je enger die Kurve ist, desto mehr Schräglage ist erforderlich. Moderne Motorräder und Reifen erlauben beeindruckende Schräglagen, aber als Fahranfänger oder Wiedereinsteiger solltest du dich langsam herantasten. Das Gefühl für die Schräglage kommt mit der Übung. Vertraue deinem Motorrad und deinen Reifen. Sie können mehr, als du denkst. Wichtig ist, dass du die Schräglage flüssig aufbaust und hältst, ohne ruckartige Bewegungen, die das Motorrad destabilisieren könnten. Eine gute Kurvengeschwindigkeit ermöglicht eine kontrollierte Schräglage.
Hier eine Tabelle, die den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Kurvenradius und Schräglage verdeutlicht:
| Geschwindigkeit (km/h) | Kurvenradius (m) | Benötigte Schräglage (ca. Grad) |
|---|---|---|
| 30 | 5 | 10 |
| 50 | 20 | 15 |
| 80 | 50 | 20 |
| 100 | 100 | 25 |
| 120 | 150 | 28 |
Diese Werte sind Richtwerte und können je nach Fahrbahn, Reifen und Motorrad variieren. Sie sollen dir aber ein Gefühl dafür geben, dass höhere Geschwindigkeiten in engen Kurven zu extremen Schräglagen führen, die oft ausserhalb des Komfortbereichs liegen.
In meinen Fahrstunden sehe ich immer wieder ähnliche Fehler, wenn es um die Kurvengeschwindigkeit geht. Aber keine Sorge, das ist normal und lässt sich trainieren:
Der Schlüssel zur Vermeidung dieser Fehler liegt in bewusster Übung und einem systematischen Vorgehen. Fahr nicht blind, sondern analysiere deine Fahrweise. Das können wir auch gerne in einer Fahrstunde bei Rafuna in St.Gallen gemeinsam trainieren. Gerade Themen wie die Fehler Motorradprüfung: So vermeidest du die häufigsten Patzer oder der Motorrad-Grundkurs Kosten: Dein Guide für St.Gallen 2026 sind oft mit der richtigen Kurventechnik verbunden.
Motorradfahren ist Übungssache. Besonders das Kurvenfahren profitiert immens von gezieltem Training. Such dir sichere, kurvige Strassenabschnitte – am besten mit wenig Verkehr – und übe die einzelnen Phasen der Kurve. Beginne mit moderaten Geschwindigkeiten und steigere dich langsam. Achte bewusst auf deine Blickführung, deine Körperhaltung und das Zusammenspiel von Bremsen und Gas. Der Motorrad-Grundkurs ist hierfür eine hervorragende Basis, aber auch danach solltest du regelmässig deine Fähigkeiten auffrischen. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen legt bei der Prüfung grossen Wert auf eine sichere und flüssige Fahrweise, wozu die Kurvengeschwindigkeit massgeblich beiträgt.
Für die Weiterbildung und Auffrischung deiner Kenntnisse empfehle ich dir auch die Angebote des TCS (Touring Club Schweiz). Dort findest du spezielle Motorrad-Sicherheitstrainings, die dir helfen, deine Fähigkeiten im Bereich der Kurvengeschwindigkeit und Schräglage weiter zu perfektionieren. Auch die Fahrkurse von moto.ch bieten gute Möglichkeiten, das eigene Können zu verbessern.
Die ideale Kurvengeschwindigkeit ist jene, die dir erlaubt, die Kurve sicher, flüssig und mit ausreichenden Reserven zu durchfahren. Sie hängt vom Kurvenradius, der Fahrbahnbeschaffenheit, dem Motorradtyp und deinen persönlichen Fähigkeiten ab. Es gibt keine pauschale Zahl, sondern du musst sie situativ einschätzen. Lieber etwas langsamer einfahren und dann sanft beschleunigen.
Anzeichen für eine zu hohe Kurvengeschwindigkeit sind ein Gefühl von Unsicherheit, das Motorrad drängt nach aussen, du musst in der Kurve stark bremsen oder der Blick geht nicht mehr durch die Kurve, sondern kurz vor das Vorderrad. Auch ein plötzliches Aufrichten des Motorrades beim Bremsen in Schräglage ist ein Warnsignal.
Ja, Korrekturen sind möglich, aber riskant. Wenn du in der Kurve merkst, dass du zu schnell bist, kannst du das Motorrad noch etwas stärker in die Schräglage drücken (Lenkimpuls verstärken) oder sehr sanft und dosiert die Hinterradbremse nutzen. Die Vorderradbremse in starker Schräglage zu benutzen, ist sehr gefährlich, da das Motorrad aufrichten und wegrutschen kann. Besser ist es, die Kurvengeschwindigkeit vor der Kurve richtig zu wählen.
Die Reifen sind deine einzige Verbindung zur Strasse und somit extrem wichtig für die Kurvengeschwindigkeit und die Schräglage. Achte auf den richtigen Reifendruck, ausreichend Profiltiefe und einen guten Zustand der Reifen. Abgefahrene oder alte Reifen bieten weniger Grip und können bei hohen Kurvengeschwindigkeiten oder in starker Schräglage gefährlich werden. Sprich mit mir oder einem Fachhändler, wenn du unsicher bist.
Grundsätzlich gilt: Vor der Kurve bremsen und in der Kurve das Gas halten oder leicht beschleunigen. Starkes Bremsen in der Kurve kann das Motorrad aufrichten und zu einem Sturz führen. Ein sanftes, konstantes Gasgeben stabilisiert das Motorrad in der Schräglage und hilft dir, flüssig aus der Kurve herauszufahren. Nur im Notfall solltest du in der Kurve bremsen, dann aber sehr dosiert und vor allem mit der Hinterradbremse.