Handy am Steuer – das kostet es in der Schweiz
Handy am Steuer: Eine kurze Nachricht kann dich den Führerausweis kosten. Erfahre hier, welche Bussen in der Schweiz …
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Die Kupplung schalten lernen ist für die meisten meiner Fahrschüler am Anfang die grösste Hürde auf dem Weg zum Führerausweis. Doch keine Sorge: Das Zusammenspiel von Gas, Kupplungspedal und Schaltknüppel ist reine Übungssache. Sobald du den Schleifpunkt einmal gefühlt hast, übernimmt das Muskelgedächtnis. In meinen Fahrstunden in St.Gallen zeige ich dir genau, wie du das Auto sanft anfahren lässt, ohne dass der Motor abstirbt.
Die Kupplung ist das Bindeglied zwischen dem Motor und den Rädern. Wenn du das linke Pedal ganz durchdrückst, trennst du diese Verbindung. Der Motor läuft weiter, aber die Kraft kommt nicht mehr an den Rädern an. Lässt du das Pedal langsam los, schliessen sich die Kupplungsscheiben wieder und die Kraft wird übertragen. Genau dieser Übergang ist der berühmte Schleifpunkt, den wir beim Anfahren suchen.
Das Anfahren aus dem Stand erfordert am Anfang etwas Geduld. Drücke die Kupplung mit dem linken Fuss ganz durch und lege den ersten Gang ein. Gib nun mit dem rechten Fuss leicht Gas, bis du den Motor leise hörst. Lass jetzt das Kupplungspedal millimeterweise kommen, bis du merkst, dass das Auto nach vorne ziehen will. Halte den Fuss genau an diesem Schleifpunkt für etwa zwei Sekunden ruhig, während das Auto losrollt. Erst wenn du stabil fährst, lässt du das Pedal ganz los.
Lies auch: Theorie und Praxis verbinden: So klappt es in der Fahrstunde
Das Anfahren an einer Steigung sorgt bei vielen für Schweissausbrüche, ist aber mit der richtigen Technik gut machbar. Hier nutzen wir oft die Handbremse zur Hilfe. Du ziehst die Handbremse an, suchst den Schleifpunkt und gibst etwas mehr Gas als in der Ebene. Sobald du spürst, dass das Auto gegen die Bremse ankämpft und sich hinten leicht senkt, löst du die Handbremse. So rollst du keinen Millimeter rückwärts. Mit etwas mehr Erfahrung klappt das später auch fliessend nur mit der Fussbremse.
Sobald du fährst, musst du die Gänge der Geschwindigkeit anpassen. Zum Raufschalten gehst du komplett vom Gas, drückst die Kupplung zügig durch, legst den nächsten Gang ein und lässt die Kupplung flüssig wieder los, während du sanft wieder Gas gibst. Das Runterschalten funktioniert ähnlich, allerdings bremst du das Auto vorher ab, damit die Drehzahl zum tieferen Gang passt. Ein sanftes Einkuppeln verhindert hier das unangenehme Ruckeln, das viele Neulenker am Anfang spüren.
Ein gutes Gespür für das Tempo hilft dir auch in anderen Situationen. Lies auch: Geschwindigkeit anpassen: Sicher fahren bei jedem Wetter.
Ein häufiger Fehler ist der sogenannte «Kupplungsfuss»: Viele lassen den linken Fuss während der Fahrt leicht auf dem Pedal ruhen. Das führt zu einem ständigen, leichten Schleifen und verschleisst die Kupplungsscheibe extrem schnell. Stelle den linken Fuss nach jedem Schaltvorgang immer links neben das Pedal auf die Ablagefläche. Ein weiterer Klassiker ist der Blick auf den Schalthebel. Deine Augen gehören auf die Strasse, nicht auf die Gänge. Das blinde Schalten üben wir intensiv, damit du dich voll auf den Verkehr konzentrieren kannst.
Für mehr Sicherheit im Strassenverkehr empfiehlt auch der TCS in seinen Grundsätzen zur Verkehrssicherheit, die Fahrzeugbedienung so schnell wie möglich zu automatisieren, um Ablenkungen zu vermeiden.
Seit 2021 hat sich in der Schweiz eine wichtige Regel geändert: Wenn du die praktische Führerprüfung auf einem Automatikfahrzeug absolvierst, darfst du danach trotzdem Autos mit Handschaltung fahren. Es gibt keinen entsprechenden Eintrag mehr im Führerausweis. Viele meiner Fahrschüler in St.Gallen entscheiden sich daher für die Prüfung im Automaten, um sich voll auf den Verkehr zu konzentrieren. Trotzdem empfehle ich, das manuelle Schalten in ein paar Fahrstunden zu üben, damit du im Alltag sicher unterwegs bist, falls du mal einen Handschalter fährst.
Mehr zum Ablauf der Ausbildung findest du beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) oder direkt in unserem Ratgeber Ablauf Fahrausbildung: Dein Weg zum Ausweis in St.Gallen.
Lass das Kupplungspedal auf einer ebenen Fläche ohne Gaspedal millimeterweise los. Sobald sich das Motorengeräusch leicht verändert oder die Motorhaube minimal vibriert, hast du den Schleifpunkt erreicht. Halte den Fuss dort ruhig.
Nein, das solltest du vermeiden. Wenn du an einer Ampel oder im Stau stehst, nimm den Gang raus (in den Leerlauf) und lass die Kupplung los. Das schont das Ausrücklager und verhindert unnötigen Verschleiss am Auto.
Wenn du das Pedal ruckartig loslässt, wird die Kraft des Motors schlagartig auf das stehende Getriebe übertragen. Das Auto macht einen Satz nach vorne und der Motor stirbt ab (abwürgen). Das ist nicht schlimm, erfordert aber einen Neustart.
In der Regel ja. Die Automatisierung der Schaltvorgänge erfordert etwas Zeit. Wer von Anfang an auf Automatik fährt, spart oft ein paar Lektionen, da die volle Konzentration direkt auf den Verkehr und das Vortrittsrecht beim Linksabbiegen oder an Kreuzungen gelegt werden kann.