Nothelfer

Atemkontrolle im Notfall: So prüfst du die Atmung richtig

Atemkontrolle im Notfall: So prüfst du die Atmung richtig

Die Atemkontrolle ist ein entscheidender und oft unterschätzter Schritt in der Ersten Hilfe – sie entscheidet, ob du sofort mit der Wiederbelebung beginnst oder die betroffene Person in die stabile Seitenlage bringst. Als Fahrlehrer erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, diesen Handgriff im Nothelferkurs richtig zu lernen und zu verinnerlichen. Eine korrekte Einschätzung kann Leben retten, und ich zeige dir hier, wie du die Atmung einer bewusstlosen Person sicher überprüfst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Atemkontrolle ist der zweite Schritt nach der Bewusstseinskontrolle bei bewusstlosen Personen.
  • Du prüfst die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen für maximal 10 Sekunden.
  • Bei normaler Atmung kommt die Person in die stabile Seitenlage, bei keiner oder nicht normaler Atmung beginnt die Wiederbelebung.

Was bedeutet Atemkontrolle in der Ersten Hilfe?

Die Atemkontrolle ist eine lebenswichtige Massnahme in der Ersten Hilfe, die du bei jeder nicht ansprechbaren oder bewusstlosen Person durchführst. Ihr Ziel ist es, schnell und zuverlässig festzustellen, ob die Person normal atmet. Das ist die Grundlage für alle weiteren Schritte: Entweder du beginnst sofort mit der Wiederbelebung, oder du bringst die Person in die stabile Seitenlage, um die Atemwege freizuhalten. Diese Kontrolle sollte noch vor dem Absetzen des Notrufs erfolgen, um dem Rettungsdienst bereits wichtige Informationen übermitteln zu können.

In meinen Nothelferkursen in St.Gallen legen wir grossen Wert darauf, dass du diesen Schritt sicher beherrschst. Es ist ein Moment, der dir vielleicht kurz den Atem verschlägt, aber genau dann brauchst du die Routine, um richtig zu handeln. Du bist der erste Helfer am Unfallort und deine schnelle, korrekte Entscheidung ist entscheidend.

Wie mache ich eine Atemkontrolle richtig?

Eine korrekte Atemkontrolle ist einfacher, als du vielleicht denkst, erfordert aber Konzentration und die richtige Technik. Der Ablauf ist standardisiert und wird dir in jedem Nothelferkurs beigebracht. Hier erkläre ich dir die wichtigsten Schritte, damit du im Ernstfall weisst, was zu tun ist:

1. Bewusstsein prüfen und Atemwege freimachen

Bevor du die Atmung kontrollierst, musst du feststellen, ob die Person überhaupt ansprechbar ist. Sprich sie laut an und rüttle vorsichtig an ihren Schultern. Reagiert die Person nicht, ist sie bewusstlos. Nun musst du die Atemwege freimachen, denn eine zurückgefallene Zunge ist die häufigste Ursache für eine Atemwegsverlegung bei Bewusstlosigkeit. Neige dazu den Kopf der Person vorsichtig nach hinten, indem du eine Hand auf die Stirn legst und mit zwei Fingern der anderen Hand das Kinn anhebst. Achte dabei darauf, dass der Mund leicht geöffnet ist.

2. Sehen, Hören, Fühlen – die 10-Sekunden-Regel

Sobald die Atemwege frei sind, legst du dein Ohr über Mund und Nase der betroffenen Person. Gleichzeitig blickst du auf ihren Brustkorb. Nun führst du die Atemkontrolle durch:

  • Sehen: Achte darauf, ob sich der Brustkorb oder der Bauch hebt und senkt.
  • Hören: Horche, ob du Atemgeräusche wie ein Rauschen oder Zischen wahrnimmst.
  • Fühlen: Spüre mit deiner Wange, ob ein warmer Lufthauch aus Mund oder Nase strömt.

Diese dreifache Prüfung führst du für maximal 10 Sekunden durch. Das ist wichtig, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Denk daran: In einem Notfall zählt jede Sekunde. Wenn du dir unsicher bist, ob die Atmung normal ist, gehe immer davon aus, dass sie es nicht ist.

Tipp aus der Praxis: Viele Fahrschüler sind am Anfang unsicher, ob sie wirklich etwas hören oder sehen. Mach dir keinen Stress. Wenn du nach 10 Sekunden immer noch Zweifel hast, ob es eine normale Atmung ist, zögere nicht und starte die Wiederbelebung. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wann wird die Atmung kontrolliert?

Die Atmung wird immer dann kontrolliert, wenn du eine Person bewusstlos vorfindest oder den Verdacht hast, dass sie nicht mehr normal atmet. Das kann nach einem Unfall sein, bei einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder bei anderen medizinischen Notfällen. Du kontrollierst die Atmung direkt nachdem du das Bewusstsein geprüft und die Atemwege freigemacht hast. Es ist ein fester Bestandteil der lebensrettenden Sofortmassnahmen und sollte zur Routine werden.

Gerade im Strassenverkehr, wo ich dich im Rahmen deiner Ausbildung auf den Führerausweis begleite, kann es schnell zu Situationen kommen, in denen du als Ersthelfer gefordert bist. Ein Nothelferkurs ist nicht nur eine Pflicht für den Lernfahrausweis, sondern eine Investition in deine Fähigkeit, in kritischen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen und Leben zu retten. Lies auch mehr zum Nothelferkurs Pflicht: Dein Weg zum Führerausweis in St.Gallen.

Wie lange dauert die Atemkontrolle?

Die Atemkontrolle sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern. Diese Zeitspanne ist international standardisiert und hat einen guten Grund: Wenn eine Person nicht normal atmet, muss so schnell wie möglich mit der Wiederbelebung begonnen werden. Jede Sekunde, die du mit der Kontrolle verbringst, ist eine Sekunde, in der das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt wird. Darum ist es so wichtig, die Schritte zu kennen und sicher anzuwenden. Übung macht hier den Meister, und genau dafür sind die praktischen Übungen im Nothelferkurs da.

Was tun nach der Atemkontrolle?

Je nach Ergebnis deiner Atemkontrolle folgen unterschiedliche, aber ebenso wichtige Schritte:

Ergebnis der Atemkontrolle Nächster Schritt
Normale Atmung (regelmässig, tief genug)

1. Notruf absetzen (144 in der Schweiz).

2. Person in die stabile Seitenlage bringen.

3. Regelmässig die Atmung weiter kontrollieren bis der Rettungsdienst eintrifft.

Keine Atmung oder nicht normale Atmung (z.B. Schnappatmung, unregelmässig, sehr flach)

1. Notruf absetzen (144 in der Schweiz).

2. Sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beginnen.

3. Wenn verfügbar: Defibrillator (AED) einsetzen.

Die stabile Seitenlage ist wichtig, damit Erbrochenes oder Blut abfliessen kann und die Atemwege frei bleiben. Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung geht es darum, den Kreislauf aufrechtzuerhalten und das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Mehr Infos dazu findest du auch im Artikel zur Rettungskette: So rettest du Leben in St.Gallen.

Häufige Fragen zur Atemkontrolle im Notfall

Was ist der erste Schritt bei einer bewusstlosen Person?

Der erste Schritt bei einer bewusstlosen Person ist immer die Bewusstseinskontrolle. Sprich die Person laut an und rüttle vorsichtig an ihren Schultern. Reagiert sie nicht, ist sie bewusstlos. Danach musst du die Atemwege freimachen, indem du den Kopf nach hinten neigst und das Kinn anhebst, bevor du mit der eigentlichen Atemkontrolle beginnst. Diese Reihenfolge ist entscheidend, um die richtige Hilfe einzuleiten.

Wie erkenne ich eine nicht normale Atmung?

Eine nicht normale Atmung ist oft flach, unregelmässig, geräuschvoll oder besteht nur aus einzelnen Schnappatmungen. Diese Schnappatmung, auch als Agonale Atmung bekannt, kann wie ein Röcheln oder Keuchen klingen und wird oft fälschlicherweise als normale Atmung interpretiert. Im Zweifel gilt: Wenn du dir unsicher bist, ob die Atmung normal ist, behandle es als nicht normale Atmung und beginne mit der Wiederbelebung. Das ist die sicherste Option.

Muss ich die Atemkontrolle auch nach einem Motorradunfall machen?

Ja, unbedingt. Gerade nach einem Motorradunfall, bei dem oft schwere Verletzungen auftreten können, ist die Atemkontrolle von höchster Bedeutung. Achte dabei besonders auf mögliche Wirbelsäulenverletzungen. Wenn du den Kopf nach hinten neigst, tue dies sehr vorsichtig und halte den Kopf möglichst in einer Linie mit der Wirbelsäule. Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung solltest du die Kopfneigung minimieren und versuchen, die Atemwege durch Anheben des Kiefers (Esmarch-Handgriff) freizuhalten. Dies ist eine fortgeschrittene Technik, die im Nothelferkurs behandelt wird.

Kann ich die Atemkontrolle an einem Kind anders durchführen?

Bei Kindern ist die Atemkontrolle im Prinzip gleich, aber mit einigen wichtigen Nuancen. Die Kopfneigung sollte bei Säuglingen und Kleinkindern nur minimal sein, da ihr Nacken noch sehr weich ist und eine zu starke Überstreckung die Atemwege eher verschliessen kann. Bei Säuglingen genügt oft eine neutrale Kopfposition oder eine leichte Überstreckung, die als „Schnüffelposition“ bezeichnet wird. Ansonsten bleiben die Prinzipien des Sehens, Hörens und Fühlens für 10 Sekunden gleich. Lern mehr dazu bei den Samariter Schweiz.

Was, wenn die Person im Wasser bewusstlos ist?

Wenn eine Person im Wasser bewusstlos ist, ist die Situation besonders kritisch. Die Atemkontrolle muss so schnell wie möglich erfolgen, idealerweise bereits im Wasser, bevor die Person an Land gebracht wird. Stelle sicher, dass du selbst in Sicherheit bist, bevor du dich dem Verunfallten näherst. Bringe die Person so schnell wie möglich aus dem Wasser, da eine Wiederbelebung im Wasser kaum möglich ist. Sobald die Person an Land ist, beginne sofort mit der Atemkontrolle und den weiteren lebensrettenden Massnahmen. Weitere Informationen zum allgemeinen Vorgehen findest du auf ch.ch.

R

rafuna

Dein Fahrlehrer für Auto & Motorrad in St.Gallen und Umgebung. Mobil ist das Ziel.

Bereit für die Praxis?

Buche jetzt deine Probelektion in St.Gallen.

Probelektion buchen