Prüfung

Prüfung schlechtes Wetter: So bestehst du im Regen sicher

Prüfung schlechtes Wetter: So bestehst du im Regen sicher

Wenn für deine Prüfung schlechtes Wetter vorhergesagt ist, bleib ganz entspannt. Regen, Nebel oder nasses Herbstlaub am Prüfungstag in St.Gallen machen viele nervös. Dabei ist genau das deine beste Chance, dem Verkehrsexperten deine sichere und vorausschauende Fahrweise zu beweisen. Wer bei Sonnenschein fahren kann, ist gut – wer bei strömendem Regen souverän bleibt, hat den Führerausweis wirklich verdient.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die praktische Führerprüfung findet auch bei starkem Regen, Nebel oder leichtem Schneefall fast immer statt.
  • Passe deine Geschwindigkeit zwingend den Sicht- und Strassenverhältnissen an – das erwartet der Experte.
  • Bedienung ist alles: Scheibenwischer, Abblendlicht und Lüftung musst du blind beherrschen.

Findet die praktische Prüfung bei Regen und Schnee überhaupt statt?

Ja, in aller Regel findet die Fahrt statt. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen sagt Termine nur ab, wenn extreme Bedingungen wie massives Blitzeis oder schwerste Unwetter herrschen. Solange die Strassen sicher befahrbar sind, steigst du mit dem Experten ins Auto. Schliesslich musst du später mit dem eigenen Fahrzeug ebenfalls bei jedem Wetter sicher nach Hause kommen.

Gerade heute, am 30. September 2026, haben wir typisches Ostschweizer Herbstwetter: Es ist nass, die Strassen sind rutschig und die Sicht ist oft eingeschränkt. Wenn du an einem solchen Tag direkt vor dem Prüfungsstart stehst, atme tief durch. Der Experte weiss, dass die Bedingungen schwieriger sind. Er erwartet keine fehlerfreie Rallye-Fahrt, sondern eine angepasste, sichere Fahrweise. Wenn du bei Regen etwas langsamer fährst als bei trockener Strasse, wird dir das positiv als vorausschauendes Fahren angerechnet.

Prüfung schlechtes Wetter: Wie du das Fahrzeug richtig vorbereitest

Sobald du im Auto sitzt, musst du für klare Sicht sorgen. Schalte das Abblendlicht manuell ein, verlasse dich nicht auf die Lichtautomatik, und stelle die Lüftung auf die Frontscheibe. Wenn du die Scheibenwischer erst suchen musst, während die Scheibe bereits voller Tropfen ist, wirkst du unsicher.

Bei Nässe beschlagen die Scheiben von innen extrem schnell. Das passiert, weil du mit nasser Kleidung ins Auto steigst und Feuchtigkeit mitbringst. Schalte die Klimaanlage (A/C) ein, auch wenn es draussen kalt ist. Die Klimaanlage entzieht der Luft die Feuchtigkeit und hält deine Scheiben frei. Teste vor der Abfahrt kurz, wo die Schalter für die Heckscheibenheizung und die Nebelscheinwerfer sind. Ein souveräner Umgang mit diesen Instrumenten gibt dem Experten von der ersten Minute an ein gutes Gefühl.

Tipp aus der Praxis: In der ersten Minute der Prüfung beschlagen bei Regen fast immer die Scheiben, weil Fahrschüler oft nervös atmen und nasse Jacken tragen. Ziehe dicke, nasse Regenjacken vor dem Einsteigen aus. Das verhindert nicht nur beschlagene Scheiben, sondern du hast auch viel mehr Bewegungsfreiheit beim Lenken und beim Schulterblick.

Die Fahrphysik bei Nässe: Was du zwingend wissen musst

Nasse Strassen verändern das Fahrverhalten deines Autos drastisch. Der Bremsweg verlängert sich, die Bodenhaftung in Kurven nimmt ab und es besteht die Gefahr von Aquaplaning. Passe deinen Abstand zum vorderen Fahrzeug zwingend an und verdopple ihn im Zweifelsfall.

In St.Gallen haben wir viele Steigungen, Gefälle und markierte Fussgängerstreifen. Nasse Bodenmarkierungen, Schachtdeckel und nasses Herbstlaub sind extrem rutschig. Wenn du auf einem nassen Fussgängerstreifen stark bremsen musst, kann das ABS (Antiblockiersystem) zwar ein Blockieren der Räder verhindern, aber der Bremsweg wird trotzdem deutlich länger. Ein grober Fehler bei der Prüfung ist es, bei Nässe den gleichen geringen Abstand zu halten wie bei trockener Strasse. Der Experte greift bei zu dichtem Auffahren im Regen sehr schnell ein.

Vergleich: Bremsweg bei Trockenheit vs. Nässe

Um dir zu verdeutlichen, wie stark sich das Wetter auswirkt, schauen wir uns die Physik an. Der Anhalteweg setzt sich aus Reaktionsweg und Bremsweg zusammen. Bei Nässe gehen wir von einem deutlich schlechteren Reibungskoeffizienten aus.

Geschwindigkeit Anhalteweg (Trocken) Anhalteweg (Nässe)
30 km/h ca. 13 Meter ca. 18 Meter
50 km/h ca. 27 Meter ca. 40 Meter
80 km/h ca. 56 Meter ca. 88 Meter

Hinweis: Dies sind gerundete Faustwerte. Sie zeigen deutlich, dass du ausserorts bei 80 km/h im Regen fast 30 Meter mehr Platz brauchst, um zum Stillstand zu kommen.

Historischer Rückblick: Warum die Anforderungen heute anders sind

Früher, als Autos noch kein ABS oder ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) hatten, war das Fahren bei schlechtem Wetter ein echter Kraftakt. Blockierende Räder bei einer Notbremsung führten unweigerlich zum Schleudern. Damals lernten Fahrschüler noch die sogenannte „Stotterbremse“.

Heute nehmen uns Assistenzsysteme viel Arbeit ab. Moderne Reifen verdrängen das Wasser viel effizienter. Aber genau das verleitet viele Neulenker zu einer falschen Sicherheit. Die Physik lässt sich auch durch das beste ESP nicht überlisten. Verkehrsexperten wissen das. Sie prüfen heute nicht mehr, ob du eine Stotterbremse beherrschst, sondern ob du die physikalischen Grenzen erkennst und rechtzeitig vom Gas gehst. Ein Blick auf die Richtlinien des Bundesamts für Strassen ASTRA zeigt: Die Unfallzahlen bei Nässe sind nach wie vor hoch, weil die Geschwindigkeit oft nicht angepasst wird.

Typische Fehler auf nassen Strassen in St.Gallen

Fährst du bei schlechtem Wetter zu schnell in einen Kreisverkehr, schiebt das Auto über die Vorderräder nach aussen. Bremst du zu spät vor einer roten Ampel, rutschst du über die Haltelinie. Beides führt bei der Prüfung meistens zum Nichtbestehen.

Ein weiterer Klassiker in der Stadt St.Gallen: Das Anfahren am Hang bei nasser Strasse. Wenn du zu viel Gas gibst und die Kupplung zu schnell kommen lässt, drehen die Räder durch (Wheelspin). Das ist kein Weltuntergang, aber es zeigt dem Experten, dass du das Fahrzeug nicht feinfühlig genug bedienst. Lass dir beim Anfahren Zeit. Gib nur wenig Gas, halte den Schleifpunkt der Kupplung einen Moment länger und fahre sanft an. Auch die Experten beim Strassenverkehrsamt St.Gallen schätzen eine ruhige, überlegte Fahrweise viel mehr als ein hektisches Vorpreschen.

Die richtige Kleidung am Prüfungstag

Was oft vergessen wird, aber extrem wichtig ist: Deine Schuhe. Wenn du durch den Regen läufst, sind deine Schuhsohlen nass. Nasse Gummisohlen rutschen auf den Pedalen aus Metall oder Hartplastik extrem leicht ab.

Wenn du ins Auto steigst, rubbele deine Schuhsohlen kurz an der Fussmatte trocken, bevor du den Motor startest. Ein Abrutschen von der Bremse im falschen Moment kann fatale Folgen haben. Auch nasse Haare im Gesicht stören beim Schulterblick. Binde lange Haare zusammen und lege den Fokus voll auf die Sicht nach draussen. Wenn du all deine Dokumente für die Prüfung trocken im Amt abgegeben hast, sorge dafür, dass du auch im Auto trocken und entspannt arbeiten kannst.

Nach der Prüfung: Die erste Fahrt im Regen allein

Wenn du bestanden hast, wirst du bald allein unterwegs sein. Die erste Fahrt nach der Prüfung ist immer aufregend. Fällt sie auf einen Regentag, erinnere dich an alles, was wir in den Fahrstunden geübt haben.

Schalte das Licht ein, halte Abstand, fahre vor Kurven frühzeitig langsamer. Du hast in der Ausbildung bewiesen, dass du es kannst. Das nasse Wetter verzeiht weniger Fehler, aber mit der richtigen Einstellung und einer defensiven Fahrweise bist du sicher unterwegs. Falls du die Prüfung wegen des Wetters verschieben musstest oder durchgefallen bist, informiere dich über die Wartefrist für die nächste Prüfung und nutze die Zeit, um gezielt bei Regen weiterzuüben.

Häufige Fragen zur Prüfung bei schlechtem Wetter

Darf ich die Prüfung absagen, wenn es stark regnet?

Nein, als Fahrschüler kannst du die Prüfung nicht einfach wegen Regen absagen. Tust du es doch oder erscheinst nicht, musst du die vollen Prüfungsgebühren bezahlen. Nur das Strassenverkehrsamt kann die Prüfung aus Sicherheitsgründen stornieren.

Was passiert, wenn ich bei Aquaplaning ins Schleudern gerate?

Wenn du trotz angepasster Geschwindigkeit leicht aufschwimmst, gilt: Fuss sofort vom Gas, nicht bremsen, Lenkrad gerade halten. Wenn du jedoch ins Schleudern gerätst, weil du ein Tempolimit oder die Wetterverhältnisse ignoriert hast, greift der Experte ein und die Prüfung ist vorbei.

Muss ich bei Nebel die Nebelscheinwerfer einschalten?

Nebelscheinwerfer darfst du einschalten, wenn die Sicht durch Nebel, Schnee oder starken Regen erheblich eingeschränkt ist. Die Nebelschlussleuchte darfst du nur bei Sichtweiten unter 50 Metern aktivieren. Nutze sie bei der Prüfung richtig, das gibt Pluspunkte.

Fährt der Experte bei schlechtem Wetter eine kürzere Strecke?

Die Prüfungszeit von rund 45 bis 50 Minuten bleibt gleich. Da du bei starkem Regen oder Schnee aber langsamer fährst, legst du in der gleichen Zeit weniger Kilometer zurück. Die geforderte Konzentration bleibt jedoch über die gesamte Dauer hoch.

Soll ich bei Regen das Tagfahrlicht oder das Abblendlicht nutzen?

Bei Regen, Schnee oder Dämmerung musst du zwingend das Abblendlicht einschalten. Das Tagfahrlicht leuchtet nur vorne. Bei schlechter Sicht musst du aber auch von hinten gut gesehen werden, was nur mit dem Abblendlicht gewährleistet ist.

R

rafuna

Dein Fahrlehrer für Auto & Motorrad in St.Gallen und Umgebung. Mobil ist das Ziel.

Bereit für die Praxis?

Buche jetzt deine Probelektion in St.Gallen.

Probelektion buchen