Probe-Prüfung Fahrlehrer: So läuft der Test in St.Gallen ab
Eine Probe-Prüfung beim Fahrlehrer zeigt dir ungeschönt, ob du bereit für das Strassenverkehrsamt bist. Ablauf, Kosten und Praxis-Tipps …
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Ein Prüfungsexperte sitzt bei der praktischen Führerprüfung in St.Gallen neben dir – und sein Hauptziel ist nicht, dich durchfallen zu lassen. Er arbeitet im Auftrag des Strassenverkehrsamtes und prüft objektiv, ob du dich und andere sicher durch den Strassenverkehr bewegst. Wenn wir in den Fahrstunden sauber gearbeitet haben und du die Abläufe automatisiert hast, ist diese Kontrollfahrt am Ende nur noch Formsache.
Ein Prüfungsexperte ist ein speziell ausgebildeter Mitarbeiter des kantonalen Strassenverkehrsamtes. In St.Gallen und der restlichen Schweiz sorgt er dafür, dass nur Personen einen Führerausweis erhalten, die ein Fahrzeug sicher und verantwortungsvoll lenken. Er ist eine neutrale Amtsperson, die deine Fahrleistung objektiv anhand standardisierter Kriterien beurteilt.
Ich höre in den Fahrstunden oft wilde Geschichten von meinen Fahrschülern. «Der Prüfer hat absichtlich eine falsche Anweisung gegeben, um mich zu testen!» Das ist Quatsch. Die Experten halten sich an strenge Richtlinien. Sie dürfen dich nicht in Fallen locken oder zu rechtswidrigem Verhalten auffordern. Ihre Aufgabe ist es, eine realistische Fahrtroute auszuwählen und zu beobachten, wie du alltägliche Verkehrssituationen meisterst. Sie sind keine Feinde, sondern Qualitätsprüfer für unsere Strassen. Um dich mental optimal auf diese Situation vorzubereiten, empfehle ich dir meinen Beitrag darüber, wie du souverän den Prüfungstag meisterst.
Um diese Position zu erreichen, braucht es viel Erfahrung und eine intensive Ausbildung. Die meisten Experten sind ehemalige Fahrlehrer oder Polizisten. Sie müssen mindestens 25 Jahre alt sein, eine makellose Fahrpraxis vorweisen und eine mehrwöchige Weiterbildung durchlaufen, bevor sie Prüfungen abnehmen dürfen.
Historisch gesehen war die Fahrprüfung in der Schweiz deutlich weniger reguliert. In den 1930er-Jahren reichte es oft, eine kurze Runde um den Block zu fahren, ohne einen Unfall zu bauen. Die Prüfer waren damals oft einfache Beamte ohne spezielle verkehrspädagogische Ausbildung. Heute, Stand September 2026, ist das komplett anders. Jeder Prüfungsexperte durchläuft psychologische Schulungen, um mit der Nervosität der Kandidaten professionell umzugehen. Er muss regelmässig Weiterbildungen besuchen, um auf dem neuesten Stand der Technik und Gesetzgebung zu bleiben. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) gibt den rechtlichen Rahmen vor, damit die Prüfungen in St.Gallen exakt genauso fair und standardisiert ablaufen wie in Genf oder Zürich. Die Ausbildung wird massgeblich von der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) koordiniert.
Die Bewertung basiert nicht auf einem Bauchgefühl, sondern auf einem detaillierten, standardisierten Protokoll. Der Experte achtet auf die vorausschauende Verkehrsbeobachtung, die strikte Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgaben, die korrekte Fahrzeugbedienung und dein Verhalten gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern.
Die praktische Fahrt dauert in der Regel rund 45 Minuten. Vor dem Start stellt sich der Prüfer vor, kontrolliert deinen Lernfahrausweis und erklärt kurz den Ablauf. Dann geht es los. Er gibt dir rechtzeitig Anweisungen, wohin du fahren sollst. Wenn er nichts sagt, fährst du geradeaus weiter. Oft wird im Mittelteil der Prüfung auch das selbstständige Fahren nach Wegweisern verlangt – zum Beispiel «Fahren Sie Richtung Autobahn Zürich». Er notiert sich während der Fahrt Dinge auf seinem Tablet. Lass dich davon nicht verunsichern; er dokumentiert auch positive Aspekte. Du bist dir nicht sicher, ob du schon bereit für diesen Tag bist? Mach unseren Selbsttest zur Autoprüfung und finde heraus, wo du stehst.
| Bewertungskriterium | Konkrete Beispiele | Wichtigkeit für das Bestehen |
|---|---|---|
| Verkehrsbeobachtung | Spiegelblick, toter Winkel, weite Blickführung | Sehr hoch (Sicherheitsrelevant) |
| Fahrzeugbedienung | Kupplung, Lenktechnik, Bremseinsatz | Hoch |
| Verkehrsdynamik | Zügiges Beschleunigen, flüssiges Einspuren | Mittel bis Hoch |
| Regelkenntnis | Vortritt, Signale, Einbahnstrassen, Markierungen | Sehr hoch (Ausschlusskriterium bei groben Fehlern) |
| Umweltschonendes Fahren | Frühzeitiges Hochschalten, vorausschauendes Rollen | Mittel (Fliessen in die Gesamtnote ein) |
Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass ein Prüfungsexperte eine feste Durchfallquote erfüllen muss und am Ende des Monats absichtlich Leute durchfallen lässt. Das ist schlichtweg falsch. Jeder, der sicher fährt, besteht. Es gibt keine Quoten und keine versteckten Tricks.
Oft wird nach einer nicht bestandenen Prüfung die Schuld beim Experten gesucht. «Er war unsympathisch», oder «Er hat mich extra auf die schwierigste Kreuzung in ganz St.Gallen geschickt». Die Wahrheit ist: Die Prüfungsrouten sind standardisiert und decken bewusst verschiedene Schwierigkeitsgrade ab. Du musst zeigen, dass du auch anspruchsvolle Verkehrsknotenpunkte sicher bewältigst. Wenn du durchfällst, liegt es meist an konkreten Sicherheitsmängeln, wie einem vergessenen Schulterblick oder einer missachteten Rechtsvortrittsregel. Welche Fehler das oft sind, kannst du in meinem Artikel über die häufigsten Gründe fürs Durchfallen nachlesen.
Sei höflich, konzentriert und fahre genau so, wie wir es in den vielen Fahrstunden geübt haben. Du musst den Prüfer während der Fahrt nicht unterhalten. Ein kurzes, freundliches «Grüezi» zur Begrüssung reicht völlig; danach gehört deine volle Aufmerksamkeit der Strasse.
Manche Kandidaten reden ununterbrochen, weil sie nervös sind. Andere sind totenstill und atmen kaum. Beides ist okay, solange es dich nicht vom sicheren Fahren ablenkt. Ein guter Prüfungsexperte weiss genau, dass du nervös bist, und wird versuchen, eine ruhige Atmosphäre im Auto zu schaffen. Wenn du eine Weganweisung akustisch nicht verstanden hast, frag einfach nach! «Entschuldigung, sagten Sie an der Ampel rechts oder links?» Das ist völlig legitim und zeigt, dass du kommunizieren kannst, statt panisch im letzten Moment das Lenkrad herumzureissen. Ein Fehler, der extrem oft gemacht wird: Nach einem kleinen Patzer (zum Beispiel Motor beim Anfahren am Hang abgewürgt) denken viele, die Prüfung sei sofort vorbei, und fahren fahrig und unkonzentriert weiter. Bleib ruhig. Korrigiere den Fehler sicher. Ein abgewürgter Motor führt nicht zum Durchfallen, eine panische Fehlreaktion danach schon.
Zurück auf dem Parkplatz beim Strassenverkehrsamt teilt dir der Experte sofort das Ergebnis mit. Er erklärt dir kurz und sachlich, was gut war und wo es noch hapert. Du bekommst ein Feedback, das unabhängig vom Ausgang der Prüfung extrem wertvoll für deine künftige Fahrpraxis ist.
Wenn du bestanden hast, wird dir das direkt bestätigt. In der Regel erhältst du einen Stempel in deinen Lernfahrausweis oder ein provisorisches Dokument, das für kurze Zeit als Fahrausweis dient, bis die echte Karte im Kreditkartenformat per Post zu dir nach Hause kommt. Was du in den Tagen danach beachten solltest und wie du sicher allein unterwegs bist, erfährst du in meinem Ratgeber zu den ersten Schritten nach der Führerprüfung. Fällst du leider durch, besprechen wir das Prüfprotokoll gemeinsam in der nächsten Fahrstunde und arbeiten gezielt an den festgestellten Schwächen, bevor wir dich für den zweiten Versuch anmelden.
Nein, in der Schweiz sind bei der praktischen Führerprüfung in der Regel nur du und der Experte im Auto. Ausnahmen gibt es nur bei Qualitätskontrollen, wenn ein zweiter Prüfer oder ein Vorgesetzter zur Überwachung des ersten Experten mitfährt. Das hat dann aber nichts mit deiner Leistung zu tun.
Das ist absolut kein Problem. Wenn der Prüfer sagt «nächste Strasse rechts» und du fährst aus Versehen links oder geradeaus, fällst du deswegen nicht durch. Wichtig ist nur, dass du das Abbiegen nach links völlig sicher und verkehrsgerecht durchführst. Es wird die Fahrsicherheit bewertet, nicht dein Orientierungssinn.
Nein, die Zuteilung der Prüfer beim Strassenverkehrsamt erfolgt zufällig und kann von uns nicht beeinflusst werden. Alle Experten sind professionell geschult und bewerten nach den gleichen objektiven Kriterien. Gerüchte über «strenge» und «lockere» Prüfer sind meist subjektive Wahrnehmungen nervöser Kandidaten.
Ja, wenn eine konkrete Gefahr für dich oder andere Verkehrsteilnehmer besteht. Er hat Doppelpedale auf der Beifahrerseite. Wenn er stark bremsen oder ins Lenkrad greifen muss, um eine Kollision zu verhindern, ist die Prüfung in den allermeisten Fällen leider nicht bestanden, da die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war.
Das ist theoretisch nicht verboten, wird aber in der Praxis fast nie gemacht. Die volle Konzentration sollte auf dem Verkehr und den Anweisungen des Experten liegen. Ein leises Radio lenkt oft eher ab, als dass es beruhigt. Wir schalten das Radio im Fahrschulauto für die Prüfung grundsätzlich aus.