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Den Führerausweis erweitern: Ablauf, Kosten & Tipps in St.Gallen

Den Führerausweis erweitern: Ablauf, Kosten & Tipps in St.Gallen

Wenn du deinen Führerausweis erweitern möchtest, hast du einen grossen Vorteil: Viele Pflichtkurse wie den Nothelfer oder den Verkehrskundeunterricht hast du bereits absolviert. Du fängst also nicht wieder bei null an. Egal, ob du vom Auto aufs Motorrad umsteigst, den Anhänger dranhängen willst oder vom Roller aufs Auto wechselst – der Weg ist kürzer als beim Ersterwerb. Ich zeige dir genau, welche Schritte in St.Gallen auf dich zukommen, welche Kurse wegfallen und wie du am schnellsten zu deiner neuen Kategorie kommst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nothelferkurs, VKU und Theorieprüfung fallen bei den gängigsten Erweiterungen (z. B. Auto zu Motorrad) komplett weg.
  • Du musst zwingend einen neuen Lernfahrausweis beim Strassenverkehrsamt beantragen und einen aktuellen Sehtest (nicht älter als 24 Monate) vorweisen.
  • Bei Motorradkategorien ist der praktische Grundkurs Pflicht, bei der Anhängerprüfung (BE) brauchst du nur Fahrstunden und die praktische Prüfung.

Wie läuft es ab, wenn du den Führerausweis erweitern willst?

Der Ablauf beginnt immer mit einem neuen Lernfahrausweis. Auch wenn du schon jahrelang fährst, musst du für die neue Kategorie ein Gesuch beim Strassenverkehrsamt einreichen. Sobald du den gelben Ausweis im Briefkasten hast, darfst du mit dem L-Schild üben, absolvierst die spezifischen Kurse für deine neue Kategorie und meldest dich zur praktischen Führerprüfung an.

Viele meiner Fahrschüler unterschätzen, dass jede neue Fahrzeugkategorie ihre eigenen Tücken hat. Wer ein Auto sicher durch St.Gallen lenkt, weiss noch lange nicht, wie man ein 200 Kilogramm schweres Motorrad in die Kurve legt oder einen Anhänger rückwärts einparkt. Deshalb ist die praktische Ausbildung das Herzstück jeder Erweiterung. Die gute Nachricht: Der mühsame theoretische Teil bleibt dir in den meisten Fällen erspart. Du kannst dich voll auf die Praxis konzentrieren.

Tipp aus der Praxis: Bestelle deinen neuen Lernfahrausweis rechtzeitig. In der Hochsaison im Frühling braucht das Strassenverkehrsamt oft ein bis zwei Wochen für die Bearbeitung. Ohne den physischen Ausweis darfst du weder aufs Motorrad steigen noch den Anhänger ankoppeln.

Welche Kurse musst du nicht noch einmal machen?

Wer bereits eine Hauptkategorie (A1, A oder B) besitzt, ist von den meisten Basiskursen befreit. Der Nothelferkurs, der Verkehrskundeunterricht (VKU) und die Basistheorieprüfung bleiben ein Leben lang gültig, sobald du sie einmal für eine dieser Kategorien bestanden hast.

Das Schweizer Strassenverkehrsgesetz ist hier sehr pragmatisch aufgebaut. Das System geht davon aus, dass du die Vortrittsregeln kennst und weisst, wie man sich an einer Unfallstelle verhält, wenn du bereits einen Ausweis hast. Hier ist eine Übersicht, was bei den häufigsten Wechseln wegfällt (Stand: 12. September 2026):

  • Von Kategorie B (Auto) auf A/A1 (Motorrad/Roller): Kein Nothelfer, kein VKU, keine Theorieprüfung. Du brauchst nur den Lernfahrausweis, den Motorrad-Grundkurs (12 Stunden) und die praktische Prüfung.
  • Von Kategorie A1 (Roller) auf B (Auto): Kein Nothelfer, kein VKU, keine Theorieprüfung. Du brauchst den Lernfahrausweis, Fahrstunden und die praktische Prüfung.
  • Von Kategorie B (Auto) auf BE (Anhänger): Kein Nothelfer, kein VKU, keine Theorieprüfung, kein obligatorischer Grundkurs. Du brauchst den Lernfahrausweis, empfehlenswerte Fahrstunden und die praktische Prüfung.

Einzige Ausnahme: Wenn du von einer Spezialkategorie wie F (Traktoren) oder M (Mofas) auf das Auto (B) umsteigst. In diesem Fall musst du das volle Programm absolvieren, da diese Kategorien nicht die gleichen theoretischen Anforderungen haben.

Von Auto (Kategorie B) auf Motorrad (Kategorie A1 oder A)

Der Wechsel vom Auto aufs Motorrad ist die häufigste Erweiterung in meiner Fahrschule. Da du die Verkehrsregeln bereits kennst, konzentrieren wir uns im praktischen Motorrad-Grundkurs rein auf die Fahrzeugbeherrschung. Der Kurs dauert 12 Stunden, aufgeteilt auf drei Blöcke zu je vier Stunden.

Seit den grossen gesetzlichen Änderungen im Jahr 2021 gibt es den Direkteinstieg in die grosse Motorradkategorie A nicht mehr. Das bedeutet für dich: Wenn du das grosse Motorrad fahren willst, musst du zwingend zuerst die Kategorie A (beschränkt auf 35 kW) absolvieren und diese zwei Jahre klaglos fahren, bevor du die unbeschränkte Kategorie beantragen kannst. Willst du nur Roller oder 125er fahren (bis 11 kW), reicht die Kategorie A1.

Im Grundkurs üben wir das richtige Bremsen, die Blicktechnik in Kurven und das Fahren mit Sozius. Auch wenn du im Auto ein Profi bist: Auf zwei Rädern fehlt dir die Knautschzone. Wir feilen so lange an deiner Technik, bis die Bewegungsabläufe sitzen. Erst danach geht es an die Prüfungsvorbereitung. Wenn du mehr über die verschiedenen Zweirad-Klassen wissen willst, lies meinen Artikel über Führerausweis Kategorien.

Anhängerprüfung (Kategorie BE) an den Autoausweis hängen

Wer mit dem Wohnwagen in die Ferien will oder schwere Lasten transportiert, kommt um die Kategorie BE nicht herum. Der Ablauf hier ist extrem schlank: Du beantragst den Lernfahrausweis, montierst das blaue L-Schild hinten am Anhänger und darfst sofort üben. Es gibt keinen obligatorischen Kurs.

Trotzdem rate ich dir dringend zu ein paar Fahrstunden. Vorwärtsfahren mit Anhänger ist einfach. Die Herausforderung beginnt beim Rückwärtsfahren. In der praktischen Prüfung musst du den Anhänger präzise an eine Rampe manövrieren oder rückwärts um eine Ecke stossen. Viele verzweifeln daran, weil der Anhänger genau in die falsche Richtung lenkt. In meinen Fahrstunden zeige ich dir einen simplen Griff am Lenkrad, mit dem du dieses Knoten im Kopf sofort löst. Ein paar Lektionen sparen dir hier viel Frust und die Kosten für eine zweite Prüfung. Apropos Finanzen: Eine Übersicht der Strassenverkehrsamt-Gebühren findest du in meinem Beitrag über die Kosten der praktischen Prüfung St.Gallen.

Tipp aus der Praxis: Beim Rückwärtsfahren mit dem Anhänger greifen viele Fahrschüler das Lenkrad oben. Greif es stattdessen ganz unten auf 6 Uhr. Wenn du jetzt die Hand nach links bewegst, fährt auch der Anhänger im Spiegel nach links. Ein kleiner Trick, der fast immer sofort funktioniert.

Vom Roller (A1) auf das Auto (B) umsteigen

Wenn du mit 16 Jahren den A1-Ausweis gemacht hast und nun mit 17 oder 18 das Auto in Angriff nimmst, profitierst du massiv. Deine Theorieprüfung und der VKU sind bereits erledigt. Du kannst direkt den Lernfahrausweis für das Auto beantragen.

In den ersten Fahrstunden merke ich sofort, wer schon Roller gefahren ist. Die Verkehrsbeobachtung, das Einschätzen von Geschwindigkeiten und das Wissen, wer am Kreisel Vortritt hat – das alles sitzt bereits. Wir können uns also direkt auf die Bedienung des Autos konzentrieren: Schalten, Kuppeln (falls du Handschaltung lernst), Einparken und die Fahrzeugdimensionen. Du wirst deutlich weniger Fahrstunden brauchen als jemand, der noch nie motorisiert im Verkehr unterwegs war. Wie lange der Weg dann noch dauert, erkläre ich dir in meiner Übersicht zur Dauer für den Führerausweis gesamt.

Der administrative Ablauf beim Strassenverkehrsamt St.Gallen

Die Bürokratie ist bei einer Erweiterung überschaubar, aber strikt. Der erste Schritt ist immer der Sehtest bei einem anerkannten Optiker in St.Gallen. Auch wenn du erst vor drei Jahren einen gemacht hast: Der Sehtest darf bei der Einreichung des Gesuchs maximal 24 Monate alt sein.

Mit dem ausgefüllten Gesuchsformular, dem Sehtest, einem aktuellen Passfoto und deinem bestehenden Führerausweis gehst du (oder schickst es per Post) zum Strassenverkehrsamt St.Gallen. Da deine Identität bereits vom ersten Ausweis her bestätigt ist, musst du oft nicht einmal mehr persönlich auf der Gemeinde vorbeigehen. Wenige Tage später erhältst du den neuen Lernfahrausweis per Post.

Sobald du die praktische Prüfung bestanden hast, wird dir dein alter Ausweis im Kreditkartenformat abgenommen. Das Strassenverkehrsamt druckt einen neuen Ausweis, auf dem alle deine erworbenen Kategorien aufgeführt sind. Offizielle Details zu allen Buchstaben auf dem Ausweis findest du auch direkt beim Bund auf ch.ch. Und wie es nach der bestandenen Prüfung weitergeht, liest du in meinem Artikel Nach der Führerprüfung: Erste Schritte.

Häufige Fragen zum Thema Führerausweis erweitern

Muss ich den WAB-Kurs (2-Phasen-Ausbildung) nochmals machen?

Nein. Den obligatorischen Weiterbildungskurs (WAB) musst du in deinem Leben nur ein einziges Mal absolvieren. Hast du ihn nach der Autoprüfung bereits gemacht, gilt deine Probezeit als beendet. Wenn du danach den Motorradausweis machst, erhältst du diesen sofort unbefristet und ohne neue Probezeit.

Darf ich mit dem Motorrad-Lernfahrausweis ins Ausland?

Nein, der Schweizer Lernfahrausweis ist im Ausland nicht gültig. Du darfst deine Übungsfahrten ausschliesslich auf Schweizer Strassen absolvieren. Erst wenn du die praktische Prüfung bestanden und den definitiven Ausweis im Portemonnaie hast, darfst du über die Grenze fahren.

Wie lange ist der neue Lernfahrausweis gültig?

Das hängt von der Kategorie ab. Für das Auto (Kategorie B) und den Anhänger (Kategorie BE) ist der Lernfahrausweis 24 Monate gültig. Für das Motorrad (Kategorie A/A1) ist er zunächst nur 4 Monate gültig und verlängert sich nach absolviertem Grundkurs automatisch um weitere 12 Monate.

Kann ich die Autoprüfung auf Automatik machen und trotzdem manuell fahren?

Ja, seit 2021 gibt es in der Schweiz keinen Automatik-Eintrag mehr im Führerausweis (sofern keine medizinischen Gründe vorliegen). Wenn du die Autoprüfung auf einem Automaten bestehst, darfst du danach legal auch handgeschaltete Autos fahren. Ich empfehle dir aber dringend, das Schalten vorher auf einem leeren Platz zu üben.

Brauche ich für die Anhängerprüfung eine eigene Theorieprüfung?

Nein. Wenn du den Autoausweis (Kategorie B) besitzt, hast du die theoretischen Grundlagen bereits bewiesen. Für die Anhängerprüfung (Kategorie BE) gibt es keine zusätzliche Theorieprüfung und auch keine speziellen Theoriekurse. Es zählt rein die praktische Fahrzeugbeherrschung.

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rafuna

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