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Erste Hilfe Blutung: So stoppst du starke Blutungen sicher

Erste Hilfe Blutung: So stoppst du starke Blutungen sicher

Eine starke Erste Hilfe Blutung kann lebensbedrohlich sein, wenn du nicht schnell und richtig handelst. Ob im Strassenverkehr, bei der Arbeit oder im Haushalt: Wissen, wie man Blutungen stoppt, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du im Nothelferkurs lernst. Ich zeige dir hier, welche Schritte du unternehmen musst, um im Ernstfall schnell und sicher zu helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei jeder starken Erste Hilfe Blutung sofort den Notruf 144 wählen.
  • Direkten, starken Druck auf die Wunde ausüben und diese hochlagern.
  • Einen Druckverband anlegen, wenn möglich steril, sonst mit sauberem Material.

Was ist eine starke Blutung und warum ist schnelle Hilfe so wichtig?

Eine starke Blutung liegt vor, wenn Blut schnell und in grösseren Mengen aus einer Wunde austritt. Das kann ein gleichmässiger Schwall sein, der auf eine Venenverletzung hindeutet, oder ein pulsierender Blutstrom, der eine arterielle Blutung signalisiert – Letzteres ist besonders gefährlich. Der Körper eines Erwachsenen hat etwa 5 bis 6 Liter Blut; ein schneller Verlust von nur 1 bis 1,5 Litern kann bereits zu einem lebensbedrohlichen Schock führen. Deshalb ist es entscheidend, sofort zu handeln und die Blutung so schnell wie möglich zu stoppen, um einen weiteren Blutverlust zu verhindern und die Überlebenschancen der betroffenen Person zu erhöhen.

Tipp aus der Praxis: Viele unterschätzen die Geschwindigkeit, mit der Blut verloren gehen kann. Schon ein scheinbar kleiner Schnitt kann, wenn er tief genug ist und eine grössere Vene oder Arterie trifft, zu einem massiven Blutverlust führen. Verlasse dich nicht auf die Grösse der äusseren Verletzung, sondern auf die Menge des austretenden Blutes.

Die ersten Schritte bei einer starken Blutung: So reagierst du richtig

Wenn du mit einer starken Blutung konfrontiert wirst, ist Ruhe bewahren das A und O. Deine Handlungen müssen schnell, aber überlegt sein. Zuerst musst du deine eigene Sicherheit gewährleisten, bevor du Hilfe leistest. Achte auf Gefahrenquellen am Unfallort. Ist dies geschehen, folge diesen Schritten:

  1. Notruf 144 absetzen: Wähle sofort die Notrufnummer 144 in der Schweiz, um professionelle Hilfe anzufordern. Beschreibe die Situation präzise: Wo ist der Unfall passiert? Was ist geschehen? Wie viele Personen sind betroffen? Welche Art von Verletzung liegt vor (starke Blutung)?
  2. Schutzhandschuhe anziehen: Um dich vor Infektionen zu schützen, ziehe, wenn vorhanden, Einweghandschuhe an. Ein Erste-Hilfe-Set im Auto oder Motorrad sollte diese immer enthalten. Lies auch: Erste-Hilfe-Set Auto: Was du in der Schweiz wissen musst.
  3. Person lagern und beruhigen: Lege die betroffene Person flach auf den Rücken. Wenn möglich, lagere die blutende Extremität (Arm oder Bein) über Herzhöhe. Das verlangsamt den Blutfluss. Sprich beruhigend mit der Person, das hilft, Panik zu reduzieren.
  4. Direkten Druck auf die Wunde ausüben: Dies ist der wichtigste Schritt, um eine Erste Hilfe Blutung zu stoppen. Nimm eine sterile Wundauflage oder, falls nicht vorhanden, ein sauberes Tuch (T-Shirt, Schal). Lege es direkt auf die Wunde und drücke fest und konstant darauf. Verwende deine Hände oder, wenn die Person bei Bewusstsein ist, bitte sie, selbst Druck auszuüben.

Konstanter Druck ist hier entscheidend. Hebe den Druck nicht an, um nachzusehen, ob die Blutung aufgehört hat. Das könnte den Gerinnungsprozess stören. Halte den Druck aufrecht, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Druckverband anlegen: So geht’s Schritt für Schritt

Ein Druckverband ist eine effektive Methode, um eine starke Blutung zu stillen, wenn direkter Druck allein nicht ausreicht oder du die Wunde nicht dauerhaft mit den Händen festhalten kannst. Er hält den Druck aufrecht und ermöglicht es dir, dich um andere Dinge zu kümmern oder weitere Hilfe zu leisten.

  1. Wundauflage auflegen: Lege eine sterile Wundauflage (Kompresse) oder ein sauberes Tuch direkt auf die blutende Wunde. Achte darauf, dass sie gross genug ist, um die gesamte Wunde zu bedecken.
  2. Druckpolster platzieren: Nimm ein weiteres Verbandpäckchen (ungeöffnet) oder einen ähnlich geformten, festen Gegenstand (z.B. eine Rolle Mullbinde) und lege es direkt auf die Wundauflage, über die stärkste Blutungsstelle. Dies dient als Druckpolster.
  3. Mit Binde fixieren: Wickle eine Mullbinde stramm um das Druckpolster und die Extremität. Beginne unterhalb der Wunde und arbeite dich nach oben. Achte darauf, dass der Verband fest sitzt, aber nicht so fest, dass er die Blutzufuhr zur restlichen Extremität komplett abschnürt. Du solltest immer noch einen Puls unterhalb des Verbandes fühlen können.
  4. Kontrolle: Überprüfe regelmässig die Durchblutung unterhalb des Verbandes, indem du auf die Fingernägel oder Zehen drückst. Sie sollten sich nach kurzer Zeit wieder rosa färben. Wenn die Extremität taub wird, kalt ist oder sich bläulich verfärbt, lockere den Verband leicht.

Ein gut angelegter Druckverband kann Leben retten. Er ist ein zentraler Bestandteil des Nothelferkurses, den ich dir auch in St.Gallen anbiete. Lies auch: Nothelferkurs Pflicht: Dein Weg zum Führerausweis in St.Gallen.

Spezielle Situationen: Arterielle Blutung und Blutverdünner

Nicht jede Blutung ist gleich. Einige Situationen erfordern besondere Aufmerksamkeit:

Arterielle Blutung: Erkennen und handeln

Eine arterielle Blutung ist meist an hellrotem, spritzendem oder pulsierendem Blutfluss zu erkennen, der synchron zum Herzschlag auftritt. Sie ist besonders gefährlich, da der Blutverlust sehr schnell sein kann. Bei einer arteriellen Blutung ist es noch wichtiger, sofort und mit maximalem Druck zu handeln. Der Druckverband muss hier extrem fest sitzen. In seltenen, lebensbedrohlichen Fällen kann im militärischen Bereich oder durch speziell geschultes Personal ein Abbinden (Tourniquet) notwendig sein, doch im zivilen Erste-Hilfe-Bereich ist dies in der Regel nicht die erste Wahl und sollte nur als allerletztes Mittel bei massivem, anders nicht kontrollierbarem Blutverlust und bei geschultem Vorgehen angewendet werden, da es zu schwerwiegenden Folgeschäden führen kann. Konzentriere dich auf starken, direkten Druck.

Blutung stillen bei Blutverdünnern

Personen, die blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehmen, haben ein erhöhtes Blutungsrisiko und Blutungen lassen sich schwerer stillen. Bei ihnen ist es noch wichtiger, konsequent und lange Druck auf die Wunde auszuüben. Auch kleine Wunden können hier stärker bluten. Sei geduldig und halte den Druck aufrecht, bis der Rettungsdienst eintrifft. Informiere das Rettungsteam unbedingt über die Einnahme von Blutverdünnern.

Was tun, wenn eine kleine Wunde nicht aufhört zu bluten?

Manchmal blutet eine scheinbar harmlose Schnittwunde länger als erwartet, selbst wenn sie nicht tief ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie eine oberflächliche Vene, die getroffen wurde, oder die Einnahme von Medikamenten. Auch hier gilt: Übe konstanten, leichten Druck mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch aus. Wenn die Blutung nach 10 bis 15 Minuten immer noch nicht zum Stillstand kommt oder immer wieder neu beginnt, solltest du ärztlichen Rat einholen. Das gilt besonders, wenn die Wunde klafft oder du unsicher bist. Zögere nicht, bei anhaltenden Blutungen oder Zweifeln die Notrufnummer 144 zu wählen oder eine Arztpraxis aufzusuchen.

Häufige Fragen zur Ersten Hilfe bei Blutungen

Was sind die Erste-Hilfe-Massnahmen bei Blutungen?

Die grundlegenden Erste-Hilfe-Massnahmen bei Blutungen umfassen das Anlegen von Schutzhandschuhen, das Lagern und Beruhigen der betroffenen Person, das Hochlagern der blutenden Extremität über Herzhöhe und das Ausüben von direktem, starkem Druck auf die Wunde. Bei stärkeren Blutungen solltest du zusätzlich einen Druckverband anlegen und immer den Notruf 144 wählen. Diese Schritte helfen, den Blutverlust zu minimieren und einen Schockzustand zu verhindern.

Was ist die Erste Hilfe bei starken Blutungen?

Bei starken Blutungen ist es essenziell, sofort zu handeln. Wähle umgehend die Notrufnummer 144. Lege die Person flach hin und lagere die blutende Extremität hoch. Übe mit einer sterilen Wundauflage oder einem sauberen Tuch starken, konstanten Druck direkt auf die Wunde aus. Wenn möglich und nötig, lege einen Druckverband an. Bleibe bei der Person und halte den Druck aufrecht, bis der Rettungsdienst eintrifft. Deine schnelle Reaktion kann Leben retten.

Was sollte man bei einer Blutung tun?

Im Falle einer Blutung solltest du zunächst deine eigene Sicherheit überprüfen. Dann ziehe Schutzhandschuhe an und lagere die verletzte Person. Bei einer äusseren Blutung ist das Wichtigste, direkten Druck auf die Wunde auszuüben. Verwende dazu eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch. Wenn die Blutung stark ist, wähle den Notruf 144 und lege einen Druckverband an. Bleibe ruhig und sprich beruhigend mit der Person.

Was kann man machen, wenn es nicht aufhört zu bluten?

Wenn eine Blutung trotz direktem und konstantem Druck nicht aufhört oder immer wieder neu beginnt, ist ärztliche Hilfe dringend erforderlich. Verstärke den Druck auf die Wunde und überprüfe, ob der Druckverband korrekt sitzt. Rufe erneut den Notruf 144 an oder mache auf dich aufmerksam, wenn du bereits mit dem Rettungsdienst verbunden bist. Halte die blutende Stelle weiterhin hochgelagert und bleibe bei der Person, bis professionelle Hilfe eintrifft. Bei Personen, die Blutverdünner einnehmen, ist besondere Geduld und Aufmerksamkeit gefragt.

Ist Abbinden bei einer Blutung erlaubt?

Das Abbinden einer Extremität (Tourniquet) zur Blutstillung ist im zivilen Bereich der Ersten Hilfe nur in äussersten Notfällen und bei massivem, lebensbedrohlichem Blutverlust, der sich durch direkten Druck oder Druckverband nicht kontrollieren lässt, in Betracht zu ziehen. Es birgt erhebliche Risiken wie Nervenschäden oder Gewebezerstörung und sollte nur von geschultem Personal durchgeführt werden. In den meisten Fällen reicht der direkte und konstante Druck auf die Wunde völlig aus, um eine Erste Hilfe Blutung zu stoppen. Im Nothelferkurs lernst du die korrekten und sicheren Methoden zur Blutstillung.

Quellen & weiterführende Informationen: Google Unternehmensprofil · IHK

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