Schulweg Verkehr: So schützt du Kinder im Strassenverkehr
Das Thema Schulweg Verkehr fordert Lernfahrer besonders. Erfahre, welche Regeln in St.Gallen gelten und wie du am Fussgängerstreifen …
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Die Tunnelregeln in der Schweiz gehören zum wichtigsten Basiswissen für deine Theorieprüfung und die spätere Praxis auf der Strasse. Wer in unserem Land Auto oder Motorrad fährt, kommt an Tunneln nicht vorbei – schliesslich haben wir über 200 davon im Nationalstrassennetz. Doch das Fahren in der dunklen Röhre erfordert höchste Konzentration. Unfälle unter Tage haben oft weitaus dramatischere Folgen als unter freiem Himmel. Ich zeige dir genau, worauf du achten musst, damit du sicher ans Ziel kommst und bei der Führerprüfung souverän bestehst.
Die strengen Tunnelregeln existieren nicht, um dich bei der Theorieprüfung mit auswendig gelernten Fakten zu ärgern. Sie retten im absoluten Ernstfall Leben. Ein Tunnel ist ein geschlossener Raum. Rauch, Feuer und Panik breiten sich hier rasend schnell aus und verzeihen keine Fehler. Wenn du die Verhaltensregeln verinnerlicht hast, reagierst du in Stresssituationen instinktiv richtig.
Seit dem tragischen Unfall im Gotthard-Strassentunnel im Jahr 2001 hat die Schweiz massiv in die Sicherheit investiert. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) rüstete unzählige Röhren mit modernster Belüftung, hellerer Beleuchtung und besseren Fluchtwegen aus. Doch die beste Technik nützt wenig, wenn wir Fahrerinnen und Fahrer die grundlegenden Tunnelregeln missachten. In meinen Fahrstunden in St.Gallen und Umgebung lege ich deshalb grossen Wert darauf, dass du nicht nur weisst, was du tun musst, sondern auch verstehst, warum du es tust. Weitere Details zur Infrastruktur findest du bei der Tunnelsicherheit des ASTRA.
Die Vorbereitung auf den Tunnel beginnt bereits hunderte Meter vor dem eigentlichen Portal. Wer erst im Dunkeln nach dem Lichtschalter sucht, gefährdet sich und andere. Bereite dich rechtzeitig vor.
Zuerst schaltest du das Abblendlicht ein. Verlasse dich nicht blind auf die Lichtautomatik deines Autos. Manchmal reagieren die Sensoren verzögert, oder sie aktivieren nur das Tagfahrlicht. Das Problem beim Tagfahrlicht: Die Rückleuchten bleiben bei vielen Modellen aus. Im dunklen Tunnel bist du so für den nachfolgenden Verkehr fast unsichtbar. Nimm ausserdem deine Sonnenbrille ab, bevor du in die Röhre fährst. Der plötzliche Wechsel von grellem Sonnenlicht in die dunkle Röhre überfordert unsere Augen ohnehin für einen kurzen Moment. Mit Sonnenbrille fährst du die ersten Sekunden faktisch blind.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Tunnelregeln: Schalte das Radio ein und wähle einen Sender mit Verkehrsfunk (z. B. SRF 1 oder SRF 3). Bei einem Zwischenfall im Tunnel nutzt die Polizei genau diese Frequenzen, um direkte Durchsagen an alle Fahrer in der Röhre zu machen. Lies auch unseren Beitrag zum Thema Theorie entspannt lernen, um solche Abläufe stressfrei zu verinnerlichen.
Sobald du im Tunnel bist, gilt höchste Aufmerksamkeit. Halte dich strikt an die signalisierte Höchstgeschwindigkeit und halte ausreichend Abstand zum Vordermann. Die Zwei-Sekunden-Regel ist hier dein bester Freund.
Warum ist der Abstand so wichtig? Im Tunnel fehlt uns oft das Gefühl für die Geschwindigkeit, da die optischen Referenzpunkte am Strassenrand (Bäume, Häuser, weite Landschaft) fehlen. Wir neigen dazu, schneller zu fahren und dichter aufzufahren, als wir denken. Wenn der Vordermann plötzlich bremst, hast du bei zu wenig Abstand keine Chance mehr. Ein Auffahrunfall im Tunnel verursacht fast immer einen massiven Stau und birgt eine hohe Brandgefahr.
Absolut verboten – und das ist eine der heiligsten Tunnelregeln überhaupt – sind Wenden und Rückwärtsfahren. Selbst wenn du die falsche Ausfahrt verpasst hast oder vor dir der Verkehr stockt: Du fährst immer in Fahrtrichtung weiter. Spurwechsel solltest du auf ein absolutes Minimum reduzieren. In Tunneln mit Gegenverkehr (nur eine Spur pro Richtung) ist das Überholen in der Regel durch eine Sicherheitslinie strengstens untersagt. Hier heisst es: Geduld haben und vorausschauend fahren.
Ein Stau im Tunnel ist ein beklemmendes Gefühl, aber wenn du die Tunnelregeln kennst, weisst du genau, was zu tun ist. Das oberste Ziel bei stockendem Verkehr ist es, Folgeunfälle zu verhindern und den Rettungskräften den Weg freizumachen.
Sobald du merkst, dass der Verkehr vor dir bremst oder steht, schaltest du sofort die Warnblinkanlage ein. So warnst du den Verkehr hinter dir. Halte einen grossen Abstand zum vorderen Fahrzeug – mindestens fünf Meter. Dieser Platz ist entscheidend, falls du später noch rangieren musst, um Platz für die Feuerwehr zu machen. Bilde umgehend eine Rettungsgasse. In der Schweiz gilt: Bei zwei Spuren fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur so weit wie möglich nach links, die auf der rechten Spur so weit wie möglich nach rechts.
Steht der Verkehr komplett still, stellst du den Motor ab. Das verhindert, dass sich giftige Abgase in der Röhre sammeln. Bleibe im Auto sitzen und höre Radio. Steige nur aus, wenn du über Radio dazu aufgefordert wirst oder wenn eine unmittelbare Gefahr (wie Feuer) besteht. Ein fundiertes Wissen über solche Situationen hilft dir auch in der Gefahrenlehre für deine Theorieprüfung.
Eine Panne im Tunnel ist der Albtraum vieler Autofahrer. Bewahre Ruhe. Schalte sofort den Warnblinker ein und versuche, dein Fahrzeug aus dem fliessenden Verkehr zu bringen. Wenn möglich, fahre bis zur nächsten Nothaltebucht oder zumindest ganz an den rechten Rand.
Stelle den Motor ab und verlasse das Auto vorsichtig. Achte dabei extrem auf den vorbeifahrenden Verkehr. Ziehe deine Leuchtweste an – das ist besonders im dunklen Tunnel überlebenswichtig. Gehe nun zur nächsten SOS-Station (die orangefarbenen Nischen an der Wand). Nutze für den Notruf zwingend das SOS-Telefon in der Nische und nicht dein privates Handy. Der Grund dafür ist simpel, aber entscheidend: Wenn du das SOS-Telefon abhebst, weiss die Leitzentrale auf den Meter genau, wo du dich befindest. Zudem bist du in der Nische besser vor dem Lärm und dem Verkehr geschützt. Wer mit dem Handy telefoniert, muss oft erst mühsam erklären, in welchem Tunnel und bei welchem Kilometer er steht. Wertvolle Minuten verstreichen. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten bei Unfällen bietet der TCS-Ratgeber zum Fahren im Tunnel.
Ein Feuer im Tunnel ist die gefährlichste Situation, die eintreten kann. Hier entscheiden Sekunden. Wenn dein eigenes Auto brennt und du es nicht mehr aus dem Tunnel herausschaffen kannst, fahre an den rechten Rand oder in eine Nothaltebucht. Stelle den Motor ab, aber – und das ist extrem wichtig – lass den Zündschlüssel stecken!
Warum der Schlüssel stecken bleiben muss? Die Feuerwehr muss dein Auto eventuell verschieben, um an den Brandherd zu kommen oder den Weg für schweres Gerät freizumachen. Wenn das Lenkradschloss eingerastet ist, blockiert dein Auto den gesamten Rettungseinsatz.
Verlasse das Fahrzeug sofort. Versuche nicht, den Brand selbst zu löschen, wenn er bereits grösser ist. Dein Leben ist wichtiger als Blech. Achte auf die grünen Fluchtwegschilder an den Tunnelwänden. Sie zeigen dir an, in welcher Richtung der nächste Notausgang liegt und wie viele Meter es bis dorthin sind. Folge diesen Schildern und verlasse den Tunnel durch die Fluchtstollen. Diese Stollen sind rauchfrei und führen dich sicher ins Freie. Gehe niemals in die Richtung, aus der der Rauch kommt, und versuche auf keinen Fall, mit deinem Auto in einem verrauchten Tunnel zu wenden.
Für Motorradfahrer gelten dieselben Tunnelregeln, doch die Praxis ist oft noch anspruchsvoller. Die Luft im Tunnel ist warm, stickig und riecht stark nach Abgasen, was unter dem Helm schnell unangenehm wird. Zudem ist die Fahrbahn in Tunneln oft schmutziger oder rutschiger als draussen, da der Regen den Staub nicht wegwäscht.
Fahre als Motorradfahrer besonders defensiv. Halte dich mittig in deiner Fahrspur, damit du nicht übersehen wirst. Achte auf eine saubere Visier-Einstellung, damit es bei der Einfahrt in den Tunnel nicht beschlägt. Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du auf zwei Rädern sicher unterwegs bist, schau dir unseren Artikel zur Sichtbarkeit Motorrad an.
Damit du die Unterschiede für deine Theorieprüfung in St.Gallen perfekt verinnerlichst, habe ich dir die wichtigsten Abweichungen in einer Tabelle zusammengefasst (Stand 13. September 2026):
| Verhalten / Situation | Auf freier Strecke | Im Tunnel |
|---|---|---|
| Beleuchtung | Tagfahrlicht reicht tagsüber meist aus. | Zwingend Abblendlicht einschalten. |
| Wenden / Rückwärtsfahren | Unter bestimmten Bedingungen erlaubt. | Absolut verboten, lebensgefährlich. |
| Bei Stau (Motor) | Motor abstellen empfohlen. | Motor abstellen zwingend (Abgasgefahr). |
| Notruf bei Panne | Handy oder Notrufsäule. | Immer das SOS-Telefon in der Nische nutzen. |
| Auto verlassen bei Brand | Schlüssel abziehen, Auto abschliessen. | Schlüssel stecken lassen, sofort flüchten. |
Das hängt von der Signalisation ab. In Tunneln mit Gegenverkehr (eine Spur pro Richtung) ist das Überholen durch eine durchgezogene Sicherheitslinie in der Regel strengstens verboten. Auf Autobahntunneln mit mehreren Spuren in dieselbe Richtung darfst du überholen, sofern es nicht durch Schilder explizit untersagt ist. Bleibe aber immer besonders vorsichtig.
Platzangst (Klaustrophobie) im Tunnel betrifft mehr Menschen, als du denkst. Wenn du weisst, dass du anfällig bist: Fahre auf der rechten Spur, halte einen grossen Abstand zum Vordermann, schalte entspannte Musik ein und konzentriere dich fest auf den Lichtpunkt am Ende des Tunnels. Vermeide es, die Wände zu fixieren.
Die Leitzentralen der Polizei und des ASTRA können sich bei einem Notfall direkt in die Radiofrequenzen (Verkehrsfunk) einklinken. Sie unterbrechen das laufende Programm und geben dir über die Lautsprecher deines Autos präzise Anweisungen, wie du dich verhalten musst. Das funktioniert nur, wenn dein Radio läuft.
Sobald der Verkehr komplett zum Erliegen kommt und du im Stau stehst, musst du den Motor sofort abstellen. Ein Tunnel ist ein geschlossenes System. Wenn hunderte Autos im Stau mit laufendem Motor stehen, steigt die Konzentration an giftigem Kohlenmonoxid extrem schnell an, was lebensgefährlich für alle Insassen ist.
Die grünen Lichter markieren die Fluchtwege. Sie leuchten auch bei starkem Rauch oder Stromausfall. Sie zeigen dir an, wo sich der nächste Notausgang befindet und wie viele Meter du noch dorthin gehen musst. Im Ernstfall folgst du immer diesen grünen Lichtern, um den Tunnel durch die sicheren Fluchtstollen zu verlassen.
Nein, auf keinen Fall. Das Halten im Tunnel ist ausschliesslich in absoluten Notfällen (Panne, Unfall, Stau) erlaubt. Für ein privates Telefonat darfst du weder auf dem Pannenstreifen noch in einer Nothaltebucht anhalten. Das ist ein grober Verstoss gegen die Tunnelregeln und wird streng gebüsst.