Prüfungsexperte: Seine Rolle bei der Führerprüfung in St.Gallen
Ein Prüfungsexperte sitzt bei der Führerprüfung neben dir. Erfahre, wie er bewertet, was er erwartet und wie du …
Kontakt | +41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch
+41 78 841 51 81 | fahrschule@rafuna.ch

Wenn du wissen willst, ob du wirklich bereit für das Strassenverkehrsamt bist, ist eine Probe-Prüfung Fahrlehrer der ehrlichste Weg. Du sitzt am Steuer, ich sitze daneben – aber ich schweige. Keine Tipps, kein Eingreifen am Doppelpedal, nur klare Richtungsanweisungen. Genau dieses Szenario zeigt uns beiden, ob deine Automatismen auch unter Druck funktionieren und ob du den Führerausweis in greifbarer Nähe hast.
In einer regulären Fahrstunde sind wir ein Team. Ich erkläre, ich greife korrigierend ein und wir besprechen komplexe Verkehrssituationen oft genau in dem Moment, in dem sie passieren. Bei der Probe-Prüfung Fahrlehrer ändert sich diese Dynamik komplett. Für 50 Minuten schlüpfe ich in die Rolle des Experten vom Strassenverkehrsamt. Ich begrüsse dich formell, kontrolliere deinen Lernfahrausweis und ab dann herrscht professionelle Stille im Auto. Du musst jede Entscheidung – vom Rechtsvortritt bis zum Spureinordnen – völlig eigenständig treffen.
Viele, die bei mir anfangen, unterschätzen den psychologischen Effekt dieser Stille. In den ersten Minuten fühlen sich die meisten etwas alleingelassen. Doch genau darum geht es: Du sollst lernen, dir selbst zu vertrauen. Wenn du an eine unübersichtliche Kreuzung in St.Georgen heranfährst, darfst du nicht auf mein Nicken warten. Du musst schauen, entscheiden und fahren. Die Simulation deckt gnadenlos auf, wo du noch unsicher bist und wo deine Routinen bereits prüfungsreif sitzen. Lies auch: Selbsteinschätzung: Bist du prüfungsreif für die Autoprüfung?
Wir starten meist direkt am vereinbarten Treffpunkt in St.Gallen, als wären wir beim Strassenverkehrsamt. Ich erkläre dir kurz die Spielregeln: Ich gebe rechtzeitig Richtungsanweisungen, sage ich nichts, fahren wir geradeaus weiter. Dann startet die Uhr. Die Fahrt dauert exakt so lange wie eine echte Prüfung, in der Regel etwa 45 bis 50 Minuten.
Während dieser Zeit fahren wir einen Mix aus verschiedenen Verkehrssituationen ab, die für St.Gallen typisch sind. Wir navigieren durch enge 30er-Zonen in Rotmonten, meistern die oft hektische Schorenkreuzung und fahren ein Stück auf der Autobahn – meist mit Einfahrt bei St.Gallen-Kreuzbleiche oder Neudorf. Dabei baue ich die klassischen Manöver ein: Rückwärts parkieren, Wenden auf engem Raum oder eine Notbremsung. Ich mache mir während der gesamten Fahrt Notizen auf meinem Klemmbrett. Das irritiert anfangs, gehört aber zur Desensibilisierung.
Sobald wir den Motor am Ende der Fahrt abstellen, wechsle ich wieder in die Rolle deines Fahrlehrers. Wir machen eine detaillierte Nachbesprechung. Ich sage dir ehrlich, ob das heute für den Führerausweis gereicht hätte. Wir gehen meine Notizen Punkt für Punkt durch. Du erfährst nicht nur, was falsch war, sondern vor allem, warum es passiert ist. Lies auch: Führerprüfung: So meisterst du souverän Prüfungstag und Nerven.
Wenn wir ein paar Jahrzehnte zurückblicken, war die Autoprüfung eine völlig andere Hausnummer. In den 1980er- oder 90er-Jahren war der Verkehr in der Ostschweiz deutlich weniger dicht. Es gab weniger komplexe Kreisverkehre, kaum Begegnungszonen und E-Bikes, die lautlos mit 30 km/h von rechts kommen, existierten schlichtweg nicht. Damals reichte es oft, das Auto mechanisch bedienen zu können. Heute verlangt das Bundesamt für Strassen ASTRA eine extrem hohe Verkehrssicht und vorausschauendes Fahren.
Ein weiterer Meilenstein war das Jahr 2021. Seitdem darfst du die Autoprüfung auf einem Automatikfahrzeug ablegen und erhältst trotzdem die Berechtigung, handgeschaltete Autos zu fahren (sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen). Das hat den Fokus der Prüfung massiv verschoben. Es geht heute weniger um das perfekte Zusammenspiel von Kupplung und Gas, sondern um komplexe Verkehrswahrnehmung, Eco-Drive und das Erkennen von Gefahren. Genau diese hohe kognitive Belastung müssen wir simulieren. Eine einfache Fahrstunde reicht dafür nicht mehr aus, weil mein ständiges Coaching dir einen Teil dieser kognitiven Last abnimmt.
Es ist faszinierend und frustrierend zugleich: In der Simulation passieren Fehler, die wir in den zehn Lektionen davor längst ausgemerzt hatten. Der Druck verändert die Wahrnehmung. Der Tunnelblick setzt ein. Um dir zu zeigen, worauf du achten musst, habe ich die typischen Fehler meiner Schüler in St.Gallen gesammelt.
| Situation | Häufiger Fehler unter Druck | Die Lösung für die Prüfung |
|---|---|---|
| Rechtsvortritt | Wird im 30er-Quartier schlicht übersehen, weil man auf den Tacho starrt. | Blickführung weit nach vorne. Jede Lücke rechts scannen, bremsbereit sein. |
| Spureinordnen | Zu spätes Einspuren vor grossen Kreuzungen (z.B. Zürcher Strasse). | Wegweiser frühzeitig lesen. Innenspiegel, Aussenspiegel, Blinker, Schulterblick. |
| Fussgängerstreifen | Zögern oder zu spätes Anhalten, wenn Fussgänger noch am Rand stehen. | Klare Entscheidungen treffen. Lieber einmal zu viel bremsbereit sein als durchrollen. |
| Autobahneinfahrt | Zu wenig Beschleunigung auf dem Beschleunigungsstreifen. | Gaspedal mutig nutzen. Du musst den Verkehrsfluss auf der A1 erreichen, bevor du einspurst. |
Diese Fehler sind kein Beinbruch, sondern extrem wertvoll. Wenn du einen Rechtsvortritt in der Simulation übersiehst, ärgerst du dich masslos. Aber genau dieser emotionale Anker sorgt dafür, dass dir das bei der echten Fahrt mit dem Experten des Strassenverkehrsamtes St.Gallen garantiert nicht mehr passiert. Lies auch: Gründe Durchfallen Prüfung: Die häufigsten Fehler.
Timing ist bei der Ausbildung alles. Machen wir die Simulation zu früh, frustriert sie dich nur, weil das Fundament noch nicht sitzt. Machen wir sie zu spät, bleibt uns keine Zeit mehr, die entdeckten Lücken zu schliessen. In meiner Fahrschule setze ich diesen Test meistens an, wenn wir das gesamte Ausbildungsprogramm durchgearbeitet haben und du dich eigentlich bereit für die Prüfung fühlst.
Das ist in der Regel etwa zwei bis vier Fahrstunden vor dem geplanten Prüfungstermin. So haben wir den perfekten Puffer. Wenn die Simulation hervorragend läuft, gibt dir das einen massiven Schub an Selbstvertrauen. Wenn wir merken, dass beim seitlichen Parkieren unter Beobachtung doch noch die Nerven flattern, haben wir noch zwei Lektionen Zeit, genau das isoliert zu trainieren. Die Kosten für diese Lektion entsprechen übrigens dem normalen Fahrstunden-Tarif von 85 Franken (Stand September 2026). Es gibt keinen Aufschlag für die Simulation. Lies auch: Was sind die Kosten Führerausweis gesamt in St.Gallen?
Nein, gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. Das ASTRA verlangt lediglich den Nothelferkurs, die Theorieprüfung und den VKU. Aus meiner Praxis weiss ich aber: Wer auf die Simulation verzichtet, fällt bei der echten Prüfung deutlich häufiger durch, weil der plötzliche Wegfall der fahrlehrerlichen Unterstützung einen Schock auslöst.
Bei mir kostet diese spezielle Lektion genau gleich viel wie eine reguläre Fahrstunde, also 85 Franken für 50 Minuten (Stand September 2026). Es ist eine Investition, die dich im besten Fall vor den Kosten einer nicht bestandenen Führerprüfung bewahrt.
Wir fahren typische Strecken in St.Gallen, aber es gibt keine fixen, geheimen Prüfungsrouten. Die Experten variieren die Wege ständig. Es bringt nichts, Strecken auswendig zu lernen. Du musst das System Verkehr verstehen, egal in welche Strasse wir einbiegen.
Gar nichts Schlimmes. Genau dafür ist sie da. Wir analysieren die Fehler schonungslos, besprechen die Ursachen und trainieren diese Schwachstellen in den nächsten ein bis zwei Fahrstunden gezielt nach. Eine verpatzte Simulation ist oft der beste Weckruf vor dem echten Termin.
Ja, massiv. Prüfungsangst entsteht oft aus der Ungewissheit, was auf einen zukommt. Indem wir die Situation 1:1 durchspielen – inklusive Begrüssung, Klemmbrett und Stille – nimmst du der echten Prüfung ihren Schrecken. Du weisst danach exakt, wie sich diese 45 Minuten anfühlen werden.