Helm abnehmen Unfall: Was tun bei Motorradunfall? Dein Guide (16.08.2026)
Beim Motorradunfall den Helm abnehmen? Ich erkläre dir als Fahrlehrer, wann du handeln musst und wann nicht. Dein …
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Motorrad bei Nässe zu fahren, gehört für viele Töff-Fahrer zu den grössten Herausforderungen – und das zu Recht. Regen verändert die Fahrbahn drastisch, reduziert den Grip und erfordert einen angepassten Fahrstil. Als Fahrlehrer in St.Gallen sehe ich oft, wie Neulenker unsicher werden, sobald die ersten Tropfen fallen. Doch mit der richtigen Vorbereitung und Technik ist das Fahren im Regen kein Hexenwerk. Es geht darum, die Gefahren zu kennen und vorausschauend zu handeln, um sicher ans Ziel zu kommen.
Regen macht die Fahrbahn rutschig, und das nicht nur wegen des Wassers selbst. Ölfilme, Gummireste und Staub, die sich bei Trockenheit ansammeln, bilden zusammen mit Wasser eine schmierige Schicht, die den Grip stark reduziert. Besonders die ersten Regentropfen sind tückisch, da sie diesen Film erst lösen. Ich sage meinen Schülern immer: Die ersten 15 Minuten Regen sind die gefährlichsten. Danach spült der Regen die Strasse etwas sauberer.
Zudem verschlechtert sich die Sicht erheblich – sowohl deine eigene durch Visier und Regen als auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Motorradfahren bei Nässe bedeutet auch, dass du langsamer reagieren kannst und Bremswege länger werden. Das erfordert höchste Konzentration und einen vorausschauenden Fahrstil.
Bevor du dich überhaupt auf dein Motorrad schwingst, wenn es regnet oder die Strasse nass ist, solltest du deine Ausrüstung checken. Eine gute Motorradkleidung ist bei Nässe Gold wert. Sie schützt dich nicht nur vor Durchnässung, sondern auch vor Auskühlung, was deine Konzentration stark beeinträchtigen kann. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern der Sicherheit.
Eine hochwertige Regenkombi ist unverzichtbar. Es gibt einteilige und zweiteilige Modelle. Wichtig ist, dass sie absolut wasserdicht ist und du sie schnell über deine normale Motorradkleidung ziehen kannst. Achte auf verschweisste Nähte und gut abschliessende Bündchen an Ärmeln und Beinen. Viele moderne Textil-Motorradjacken und -hosen haben zwar eine Membran, aber nach einer Weile im Dauerregen kann auch diese an ihre Grenzen stossen. Eine zusätzliche Regenkombi darüber ist immer die sicherste Variante.
Nasse Füsse und kalte Hände sind nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich, da sie die Feinfühligkeit beim Bremsen, Schalten und Kuppeln reduzieren. Investiere in wasserdichte Motorradstiefel und Handschuhe. Es gibt spezielle Regenüberhandschuhe, die du schnell anziehen kannst, wenn es überraschend anfängt zu regnen.
Die richtige Regenkombi schützt dich nicht nur vor Nässe, sondern auch vor Auskühlung.
Die grösste Umstellung beim Motorradfahren im Regen ist die Fahrtechnik. Du musst viel sanfter, vorausschauender und defensiver fahren. Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich meinen Schülern im Motorrad-Grundkurs immer wieder ans Herz lege:
Reduziere dein Tempo deutlich. Je langsamer du fährst, desto mehr Zeit hast du zum Reagieren und desto kürzer sind deine Bremswege im Verhältnis zum vorhandenen Grip. Halte einen viel grösseren Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen. Die Faustregel „halber Tacho“ gilt bei Nässe nicht mehr – verdopple oder verdreifache den Abstand, um auf unerwartete Bremsmanöver reagieren zu können.
Das Bremsen ist bei Nässe die Königsdisziplin. Vermeide ruckartige Bremsungen. Bremse frühzeitig und mit Bedacht. Nutze beide Bremsen – Vorder- und Hinterradbremse – gleichzeitig, aber dosiert. Die Vorderradbremse liefert auch bei Nässe den grössten Teil der Bremsleistung, muss aber extrem feinfühlig bedient werden, um ein Blockieren des Vorderrads zu verhindern. ABS ist hier ein Segen, aber verlasse dich nicht blind darauf. Übe das Bremsen bei Nässe auf einem sicheren, freien Platz, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
In Kurven ist der Grip am geringsten. Reduziere deine Schräglage und fahre Kurven mit geringerer Geschwindigkeit. Versuche, die Linie so zu wählen, dass du möglichst wenig auf die rutschigen Mittelstreifen oder Fahrbahnmarkierungen kommst. Vermeide plötzliche Gaswechsel oder ruckartige Lenkbewegungen in der Kurve. Halte das Motorrad so aufrecht wie möglich und nutze dein Körpergewicht, um die Balance zu halten. Ein flüssiger Fahrstil ist hier entscheidend. Lies auch meinen Guide zum Motorrad Langsamfahren, viele Prinzipien der Balance helfen auch hier.
Aquaplaning tritt auf, wenn sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein Wasserfilm bildet, der den Kontakt zur Strasse vollständig unterbricht. Dein Motorrad schwimmt dann auf dem Wasser. Das ist extrem gefährlich. Um Aquaplaning zu vermeiden, reduziere deine Geschwindigkeit bei starkem Regen und fahre Spurrillen oder tiefe Pfützen möglichst langsam und vorsichtig an. Ein gutes Reifenprofil ist hier entscheidend – achte darauf, dass deine Reifen ausreichend Profiltiefe haben (mehr dazu in meinem Reifen-Guide).
Ein gutes Reifenprofil ist bei Nässe entscheidend für den Grip und deine Sicherheit.
Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass dein Motorrad im Regen steht – sei es auf einer Tour oder zu Hause, wenn du keine Garage hast. Grundsätzlich sind moderne Motorräder so konstruiert, dass sie Regen aushalten. Die empfindlichsten Bauteile wie Elektrik, Bremssystem, Schalter und Batterie sind weitgehend vor Feuchtigkeit geschützt. Dennoch ist kein Motorrad vollständig wasserdicht, und Dauerregen kann langfristig zu Problemen führen.
Wenn ein Motorrad regelmässig im Regen steht und nicht richtig gepflegt wird, können Korrosion an Metallteilen, oxidierte elektrische Kontakte und Feuchtigkeit in Lagern auftreten. Das kann zu Startschwierigkeiten, Fehlfunktionen der Elektrik oder sogar zu Schäden am Bremssystem führen. Auch die Kette leidet unter Nässe und braucht nach jeder Regenfahrt besondere Pflege.
Nach einer Regenfahrt solltest du dein Motorrad reinigen und trocknen. Eine kurze Fahrt im Trockenen hilft, Wasser aus Ritzen und von den Bremsen zu entfernen. Die Kette sollte gereinigt und neu geschmiert werden, um Rost vorzubeugen. Prüfe die elektrischen Kontakte auf Feuchtigkeit und sprühe sie gegebenenfalls mit Kontaktspray ein. Auch die Bremsen sollten überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie einwandfrei funktionieren. Wenn du dein Motorrad länger draussen stehen lassen musst, decke es mit einer atmungsaktiven, wasserdichten Plane ab.
Ja, Motorrad fahren bei Nässe ist grundsätzlich möglich und gehört zum Alltag vieler Fahrer in der Schweiz. Es erfordert jedoch eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit und einen angepassten Fahrstil. Du musst dein Tempo reduzieren, grössere Abstände halten und besonders vorsichtig beim Bremsen und in Kurven agieren. Die meisten Motorräder sind so gebaut, dass sie Regen standhalten, aber deine persönliche Sicherheit hängt stark von deiner Fahrweise und der richtigen Ausrüstung ab.
Ein Motorrad, das gelegentlich im Regen steht, nimmt in der Regel keinen sofortigen Schaden. Moderne Motorräder sind für den Einsatz bei verschiedenen Witterungsbedingungen konzipiert. Allerdings kann dauerhaftes Stehen im Regen ohne entsprechende Pflege langfristig zu Korrosion an Metallteilen, oxidierten elektrischen Kontakten oder Feuchtigkeit in Lagern führen. Eine gute Abdeckung und regelmässige Wartung nach Regenfahrten sind daher wichtig, um Schäden zu vermeiden.
Wenn ein Motorrad nass wird, funktioniert es in den meisten Fällen weiterhin einwandfrei, da die kritischen Komponenten wie Motor, Elektrik und Bremssystem weitgehend gegen Spritzwasser geschützt sind. Allerdings kann übermässige Feuchtigkeit in die Elektrik eindringen und zu Kurzschlüssen oder Fehlfunktionen führen. Bremsen können vorübergehend an Leistung verlieren, und die Kette rostet schneller, wenn sie nicht gepflegt wird. Nach einer Regenfahrt ist es ratsam, das Motorrad zu reinigen und gründlich zu trocknen.
Theoretisch kann man bei jedem Wetter Motorrad fahren, aber die Praxis sieht anders aus. Während Sonne und milde Temperaturen ideal sind, stellen Kälte, starker Regen, Nebel, Schnee und Eis erhebliche Risiken dar. Diese Bedingungen reduzieren die Sicht, den Grip und können zu Unterkühlung führen, was die Sicherheit massiv beeinträchtigt. Als Fahrlehrer rate ich dir, deine Grenzen und die deines Motorrads realistisch einzuschätzen und bei extrem schlechten Bedingungen lieber auf das Fahren zu verzichten. Deine Sicherheit geht immer vor.
Aquaplaning auf dem Motorrad kannst du am besten vermeiden, indem du bei starkem Regen deine Geschwindigkeit deutlich reduzierst. Das ist der wichtigste Faktor. Achte zudem auf den Zustand deiner Reifen: Eine ausreichende Profiltiefe ist entscheidend, da sie das Wasser besser verdrängen kann. Versuche, tiefen Pfützen und Spurrillen auszuweichen, da sich dort das Wasser am ehesten ansammelt. Halte das Motorrad möglichst aufrecht, wenn du durch Wasser fahren musst, und vermeide plötzliche Lenk- oder Bremsmanöver.
Die beste Regenkombi für Motorradfahrer ist eine, die absolut wasserdicht, atmungsaktiv und schnell anzuziehen ist. Es gibt einteilige und zweiteilige Modelle. Einteilige Kombis bieten oft besseren Schutz vor eindringendem Wasser, können aber umständlicher anzuziehen sein. Zweiteilige Kombis sind flexibler. Achte auf verschweisste Nähte, wasserdichte Reissverschlüsse und gut abschliessende Bündchen. Reflektierende Elemente sind ebenfalls wichtig, um deine Sichtbarkeit bei schlechtem Wetter zu erhöhen. Eine gute Regenkombi hält dich trocken und warm, was deine Konzentration und Sicherheit auf der Strasse massgeblich verbessert.
Quellen & weiterführende Informationen: Google Unternehmensprofil · IHK