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Fahreignung ab 75: Die obligatorische Untersuchung in der Schweiz

Fahreignung ab 75: Die obligatorische Untersuchung in der Schweiz

Die Fahreignung ab 75 Jahren ist in der Schweiz ein wichtiges Thema, das alle zwei Jahre überprüft wird, um deine Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. Viele machen sich Sorgen, aber diese obligatorische medizinische Kontrolluntersuchung ist kein Stresstest, sondern eine vorbeugende Massnahme. Ich erkläre dir, wie das Ganze abläuft und worauf es ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz ist die Fahreignung ab 75 obligatorisch alle zwei Jahre medizinisch zu prüfen.
  • Die Untersuchung dient der Sicherheit aller und konzentriert sich auf Sehvermögen, Hörfähigkeit, Beweglichkeit und kognitive Funktionen.
  • Eine gute Vorbereitung und Offenheit beim Arzt helfen, den Prozess reibungslos zu gestalten.

Was ist die Fahreignung ab 75 und warum ist sie Pflicht?

In der Schweiz ist es gesetzlich geregelt: Sobald du das 75. Lebensjahr vollendet hast, musst du dich alle zwei Jahre einer medizinischen Kontrolluntersuchung unterziehen, um deinen Führerausweis behalten zu können. Diese Regelung wurde 2019 angepasst und betrifft alle Personen, die ihren Führerausweis nach dem 1. Februar 2019 erneuern oder neu beantragen. Ziel dieser Überprüfung ist es, sicherzustellen, dass deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit noch ausreicht, um ein Fahrzeug sicher im Strassenverkehr zu führen. Es geht nicht darum, dir die Mobilität zu nehmen, sondern dich und andere zu schützen. Die Untersuchung hilft, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen, damit du weiterhin sicher unterwegs sein kannst. Das Strassenverkehrsamt St.Gallen wird dich rechtzeitig an die Untersuchung erinnern.

Tipp aus der Praxis: Viele meiner Fahrschüler, die die Fahreignung ab 75 absolvieren mussten, erzählen mir, dass das Gespräch mit dem Arzt am wichtigsten ist. Sei offen und ehrlich über deine Fahrpraxis und mögliche Unsicherheiten. Das hilft dem Arzt, eine realistische Einschätzung vorzunehmen und dir bei Bedarf hilfreiche Ratschläge zu geben.

Wie läuft die medizinische Kontrolluntersuchung ab?

Die medizinische Kontrolluntersuchung für die Fahreignung ab 75 ist ein standardisierter Prozess, der bei einem Vertrauensarzt der Anerkennungsstufe 1 durchgeführt wird. Du erhältst vom Strassenverkehrsamt eine Aufforderung, dich innerhalb einer bestimmten Frist untersuchen zu lassen. Der Arzt prüft dabei verschiedene Aspekte deiner Gesundheit, die für das Autofahren relevant sind. Dazu gehören dein Seh- und Hörvermögen, deine Beweglichkeit, insbesondere in Kopf und Nacken, sowie deine kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Orientierung. Es gibt keine «Prüfung» im herkömmlichen Sinne, sondern eine umfassende ärztliche Beurteilung. Der Arzt füllt einen Bericht aus, den er direkt an das Strassenverkehrsamt weiterleitet. Du musst dich also nicht selbst um die Übermittlung kümmern. Die Kosten für diese Untersuchung liegen in der Regel zwischen CHF 100 und CHF 150, je nach Arzt und Aufwand.

Seh- und Hörvermögen: Die Basis der Fahreignung

Ein gutes Sehvermögen ist entscheidend für das sichere Fahren. Der Arzt wird deine Sehschärfe testen und auch das Gesichtsfeld überprüfen. Das ist wichtig, um Gefahren im Augenwinkel oder von der Seite rechtzeitig wahrzunehmen. Auch das Hörvermögen spielt eine Rolle, zum Beispiel um Hupen, Martinshörner oder andere akustische Warnsignale im Verkehr zu erkennen. Wenn du eine Brille, Kontaktlinsen oder Hörgeräte trägst, bringe diese unbedingt zur Untersuchung mit. Der Arzt berücksichtigt diese Hilfsmittel bei der Beurteilung deiner Fahreignung ab 75.

Beweglichkeit und Medikamente: Was du beachten solltest

Für die Fahreignung ab 75 ist auch deine körperliche Beweglichkeit wichtig. Du musst zum Beispiel in der Lage sein, deinen Kopf ausreichend zu drehen, um den Schulterblick zu machen oder rückwärts einzuparken. Der Arzt wird Gelenke und Muskeln überprüfen, die für das Führen eines Fahrzeugs relevant sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einnahme von Medikamenten. Bring eine aktuelle Liste all deiner Medikamente mit, einschliesslich rezeptfreier Präparate. Manche Medikamente können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, zum Beispiel durch Müdigkeit oder verlangsamte Reaktionen. Der Arzt kann dann beurteilen, ob deine Medikation angepasst werden muss oder ob du unter bestimmten Umständen nicht fahren solltest.

Was passiert, wenn die Fahreignung nicht mehr gegeben ist?

Sollte der Arzt bei der Untersuchung feststellen, dass deine Fahreignung ab 75 nicht mehr vollständig gegeben ist, bedeutet das nicht zwingend den sofortigen Entzug des Führerausweises. Oft gibt es abgestufte Massnahmen. Zum Beispiel kann der Arzt empfehlen, dass du nur noch tagsüber oder nur in einem bestimmten Umkreis fährst. Manchmal kann auch eine Fahrberatung oder eine Kontrollfahrt durch das Strassenverkehrsamt angeordnet werden, um deine Fähigkeiten unter realen Bedingungen zu beurteilen. Wenn die Einschränkungen jedoch so gravierend sind, dass ein sicheres Fahren nicht mehr gewährleistet ist, kann der Führerausweis entzogen werden. In solchen Fällen steht deine Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmenden an erster Stelle. Es ist wichtig, dies nicht als Strafe, sondern als Schutzmassnahme zu verstehen.

Solltest du dich unsicher fühlen oder Fragen zum weiteren Vorgehen haben, stehe ich dir als Fahrlehrer gerne beratend zur Seite. Du kannst mich jederzeit unter +41 78 841 51 81 erreichen oder eine E-Mail an fahrschule@rafuna.ch senden.

Tipps zur Vorbereitung auf die Kontrolluntersuchung

Eine gute Vorbereitung kann dir helfen, gelassener in die Untersuchung zur Fahreignung ab 75 zu gehen. Hier sind ein paar praktische Tipps:

  • Terminplanung: Vereinbare den Termin frühzeitig, sobald du die Aufforderung vom Strassenverkehrsamt erhalten hast. So vermeidest du Zeitdruck.
  • Unterlagen vorbereiten: Sammle alle relevanten Dokumente: den Brief vom Strassenverkehrsamt, deinen Führerausweis, eine aktuelle Medikamentenliste und gegebenenfalls deinen Brillen- oder Hörgerätepass.
  • Fragen notieren: Überlege dir im Vorfeld, welche Fragen du dem Arzt stellen möchtest oder welche Bedenken du bezüglich deiner Fahreignung hast.
  • Offenheit: Sei ehrlich und transparent gegenüber dem Arzt. Er ist dazu da, dich zu beraten und eine faire Einschätzung vorzunehmen.
  • Praxistipps: Wenn du unsicher bist, wie es um deine aktuelle Fahrpraxis steht, kann eine Auffrischungsfahrt bei mir als Fahrlehrer hilfreich sein. Wir können gemeinsam deine Fähigkeiten überprüfen und eventuelle Schwachstellen aufdecken, bevor du zur Untersuchung gehst. Das gibt dir mehr Sicherheit. Lies auch meinen Artikel zur Kontrollfahrt Ablauf, falls du dich darauf vorbereiten musst.
Wichtig zu wissen: Die Altersgrenze von 75 Jahren wird immer wieder diskutiert. Stand 25. Juli 2026 gibt es in der Schweiz jedoch keine konkreten Pläne für eine Änderung dieser Altersgrenze oder eine generelle Einführung von obligatorischen Fahrtauglichkeitstests vor dem 75. Lebensjahr, wie sie in manchen anderen Ländern diskutiert werden. Die aktuelle Regelung hat sich bewährt, um die Sicherheit zu gewährleisten, ohne die Mobilität älterer Menschen unnötig einzuschränken.

Um deine Fahrpraxis und Sicherheit im Alter zu überprüfen, kannst du auch selbst aktiv werden. Viele Organisationen bieten sogenannte Fahrberatungen oder Checks an, die nicht obligatorisch sind, dir aber eine gute Einschätzung geben können. Der BfU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) bietet beispielsweise einen FahrsicherheitsCheck an, der dir hilft, deine Fähigkeiten selbst einzuschätzen. Auch der TCS hat Angebote zur Fahreignung im Alter. Solche freiwilligen Tests sind eine gute Möglichkeit, proaktiv zu sein und die eigene Fahreignung zu überprüfen, lange bevor die obligatorische Untersuchung ansteht.

Die regelmässige Überprüfung der Fahreignung ist ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Strassenverkehrsgesetzes, um die Sicherheit auf unseren Strassen zu gewährleisten. Es ist ein Zeichen der Verantwortung, sich dieser Untersuchung zu stellen und aktiv zur Verkehrssicherheit beizutragen. Denke daran, dass Mobilität ein hohes Gut ist, das wir so lange wie möglich sicher und selbstständig geniessen möchten. Der Führerausweis bedeutet Freiheit, und diese Freiheit sollte verantwortungsbewusst genutzt werden.

Häufige Fragen zur Fahreignung ab 75

Soll man mit 75 noch Autofahren?

Ja, selbstverständlich darfst du mit 75 Jahren und älter in der Schweiz weiterhin Autofahren, solange deine Fahreignung gegeben ist. Das Alter allein ist kein Grund, den Führerausweis abzugeben. Wichtig ist die regelmässige medizinische Kontrolluntersuchung, die ab dem 75. Geburtstag alle zwei Jahre stattfindet. Diese Prüfung stellt sicher, dass du körperlich und geistig fit genug bist, um sicher am Strassenverkehr teilzunehmen. Viele ältere Autofahrer fahren sehr umsichtig und sind aufgrund ihrer Erfahrung oft sehr sichere Verkehrsteilnehmer. Die Mobilität im Alter ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität und Selbstständigkeit, die durch diese Regelung nicht unnötig eingeschränkt werden soll.

Wann wird Senioren der Führerausweis entzogen?

Der Führerausweis wird Senioren nicht pauschal aufgrund ihres Alters entzogen, sondern nur, wenn die medizinische Kontrolluntersuchung zur Fahreignung ab 75 ergibt, dass die Fahrtüchtigkeit nicht mehr ausreicht. Gründe für einen Entzug können erhebliche Einschränkungen des Seh- oder Hörvermögens, eine stark verminderte Beweglichkeit oder kognitive Beeinträchtigungen wie Demenz sein. Auch bestimmte Medikamente können die Fahreignung beeinträchtigen. Bevor es zu einem Entzug kommt, werden oft mildere Massnahmen wie Auflagen (z. B. nur noch tagsüber fahren) oder eine Kontrollfahrt geprüft. Der Entzug ist immer die letzte Option und dient der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. In der Regel erfolgt der Entzug erst, wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind und ein sicheres Fahren nicht mehr gewährleistet werden kann.

Was ändert sich 2026 für ältere Autofahrer in der Schweiz?

Stand 25. Juli 2026 gibt es in der Schweiz keine neuen Gesetzesänderungen, die speziell ältere Autofahrer über die bereits bestehende obligatorische medizinische Kontrolluntersuchung ab 75 Jahren hinaus betreffen würden. Die bestehende Regelung, dass du dich ab dem 75. Lebensjahr alle zwei Jahre einer ärztlichen Untersuchung zur Fahreignung unterziehen musst, bleibt unverändert. Diskussionen über eine generelle Fahrtauglichkeitsprüfung für alle Autofahrer, unabhängig vom Alter, gibt es zwar immer wieder, jedoch ohne konkrete gesetzliche Umsetzung in der Schweiz bis dato. Du kannst also davon ausgehen, dass die aktuellen Bestimmungen weiterhin gelten und deine Fahreignung ab 75 wie gewohnt überprüft wird.

Welche Fahrtauglichkeitsprüfungen gibt es für Senioren ab 75 Jahren in der Schweiz?

Für Senioren ab 75 Jahren ist in der Schweiz eine obligatorische medizinische Kontrolluntersuchung die einzige gesetzlich vorgeschriebene Fahrtauglichkeitsprüfung. Diese wird von einem Vertrauensarzt der Anerkennungsstufe 1 durchgeführt und umfasst die Überprüfung von Seh- und Hörvermögen, Beweglichkeit sowie kognitiven Funktionen. Darüber hinaus gibt es freiwillige Angebote, wie den FahrsicherheitsCheck des BfU oder Fahrberatungen von Fahrschulen wie Rafuna. Diese zusätzlichen Tests sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, können dir aber helfen, deine eigene Fahreignung einzuschätzen und gegebenenfalls Auffrischungsfahrten zu nehmen. Sie dienen dazu, deine Sicherheit und dein Selbstvertrauen im Strassenverkehr zu stärken. Eine solche freiwillige Überprüfung kann auch eine gute Vorbereitung auf die obligatorische Untersuchung sein.

Wie kann ich die Fahreignung ab 75 üben oder vorbereiten?

Die „Fahreignung ab 75“ ist keine Prüfung, die man im klassischen Sinne üben kann, da es sich um eine ärztliche Beurteilung deines Gesundheitszustandes handelt. Du kannst dich jedoch gut darauf vorbereiten, indem du sicherstellst, dass du am Tag der Untersuchung ausgeruht bist und alle relevanten Unterlagen wie deinen Führerausweis und eine aktuelle Medikamentenliste dabeihast. Wichtig ist auch, ehrlich über deinen Gesundheitszustand und eventuelle Unsicherheiten beim Fahren zu sprechen. Wenn du deine praktischen Fahrfähigkeiten verbessern möchtest, empfehle ich dir, regelmässig Auto zu fahren, um Routine zu bewahren. Eine freiwillige Fahrberatung oder Auffrischungsfahrten bei einem Fahrlehrer können ebenfalls sehr hilfreich sein, um deine Kompetenzen zu stärken und eventuelle Schwächen gezielt anzugehen. So gehst du sicherer und selbstbewusster in die Untersuchung.

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