Motorrad

Motorradhelm auswählen: Dein Guide für den perfekten Schutz

Motorradhelm auswählen: Dein Guide für den perfekten Schutz

Einen Motorradhelm auswählen ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du als Motorradfahrer triffst. Dein Helm ist mehr als nur ein Accessoire; er ist dein Lebensretter und dein Komfortfaktor auf jeder Fahrt – egal ob auf den kurvigen Strassen im Appenzellerland oder auf der Autobahn Richtung Zürich. Als Fahrlehrer sehe ich immer wieder, wie wichtig der richtige Helm für die Sicherheit und das Vertrauen meiner Fahrschüler ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die richtige Passform ist beim Motorradhelm auswählen absolut entscheidend für deine Sicherheit und Komfort.
  • Achte auf die aktuelle Prüfnorm ECE 22.06, die seit 2021 für alle neuen Helme Pflicht ist und höchste Sicherheitsstandards garantiert.
  • Nimm dir Zeit für die Anprobe im Fachgeschäft und lass dich beraten, um den Helm zu finden, der perfekt zu dir und deinem Fahrstil passt.

Warum der richtige Motorradhelm unverzichtbar ist: Sicherheit geht vor

Dein Kopf ist dein wichtigstes Gut. Ein Motorradhelm schützt ihn im Falle eines Sturzes vor schweren Verletzungen. Das ist keine Theorie, das ist Praxis. Moderne Helme sind Hightech-Produkte, die Stossenergie absorbieren und auf eine grosse Fläche verteilen. Ohne Helm wäre jede Kollision mit dem Boden oder einem Hindernis lebensgefährlich. Ich betone in meinen Motorrad-Fahrstunden in St.Gallen immer wieder: Investiere in einen guten Helm – es lohnt sich.

Tipp aus der Praxis: Viele Fahrschüler denken, ein teurer Helm sei nur etwas für Profis. Das stimmt nicht. Ein qualitativ hochwertiger Helm bietet nicht nur besseren Schutz, sondern oft auch mehr Komfort und bessere Aerodynamik. Das macht gerade am Anfang einen grossen Unterschied für dein Fahrgefühl.

Zudem schützt der Helm dich vor Wind, Wetter, Insekten und Steinschlag. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten ist das entscheidend, um die Konzentration auf den Verkehr zu halten und nicht abgelenkt zu werden. Ein guter Helm sorgt dafür, dass du dich auf das Fahren konzentrieren kannst, statt dich mit Zugluft oder blendender Sonne herumzuschlagen.

Die verschiedenen Helmtypen im Überblick: Welcher passt zu dir?

Bevor du einen Motorradhelm auswählen kannst, musst du wissen, welche Typen es gibt und wofür sie geeignet sind. Jeder Helmtyp hat seine spezifischen Vor- und Nachteile, die zum jeweiligen Fahrstil und Einsatzzweck passen.

Hier sind die gängigsten Helmtypen:

  • Integralhelm: Das ist der Klassiker und bietet den höchsten Schutz. Er umschliesst den gesamten Kopf und hat ein fest integriertes Visier. Ideal für sportliche Fahrer, Tourenfahrer und alle, die maximalen Schutz suchen. Er ist aerodynamisch und relativ leise.
  • Klapphelm (Systemhelm): Eine Mischung aus Integral- und Jethelm. Das Kinnteil lässt sich hochklappen, was praktisch für kurze Stopps, Tanken oder Kommunikation ist. Er bietet fast den gleichen Schutz wie ein Integralhelm, ist aber oft etwas schwerer und lauter. Viele Tourenfahrer schwören auf ihn.
  • Jethelm: Bietet ein offenes Fahrgefühl, da das Kinn frei liegt. Er schützt nur den oberen Kopfbereich. Häufig bei Rollerfahrern, Cruisern oder im Stadtverkehr beliebt. Weniger Schutz bei Stürzen auf das Kinn. Oft mit Visier oder passender Brille kombinierbar.
  • Crosshelm: Speziell für Offroad-Fahrten entwickelt, mit langem Kinnschutz und Schirm gegen Sonne und Schmutz. Er wird immer mit einer Crossbrille getragen. Für die Strasse weniger geeignet, da er offen und laut ist.
  • Endurohelm: Eine Hybridform aus Integral- und Crosshelm. Er hat einen Kinnschutz, einen Schirm und oft ein Visier, das sich hochklappen lässt. Ideal für Adventure-Biker, die sowohl auf der Strasse als auch im Gelände unterwegs sind.

Denk daran: Dein Fahrstil und dein Einsatzbereich bestimmen, welcher Helmtyp für dich der richtige ist. Wenn du mehr über die gesamte Ausrüstung wissen möchtest, lies auch meinen Artikel über Motorrad Schutzkleidung: Deine Grundausrüstung für sicheres Fahren.

Die perfekte Passform finden: Messen, anprobieren, testen

Die Passform ist das A und O beim Motorradhelm auswählen. Ein Helm kann noch so viele Sicherheitsmerkmale haben, wenn er nicht richtig sitzt, schützt er dich nicht optimal und kann sogar gefährlich werden. Stell dir vor, der Helm verrutscht bei einem Aufprall – das willst du auf keinen Fall.

Schritt 1: Kopfumfang messen

Nimm ein flexibles Massband und miss deinen Kopfumfang. Lege es etwa einen Zentimeter über den Augenbrauen an und führe es um die breiteste Stelle am Hinterkopf. Notiere dir den Wert in Zentimetern. Dieser Wert gibt dir eine erste Orientierung für die Helmgrösse (z.B. 57-58 cm entspricht oft Grösse M).

Schritt 2: Anprobieren im Fachgeschäft

Geh unbedingt in ein Fachgeschäft. Online bestellen ist bequem, aber die Anprobe ist unverzichtbar. Setz den Helm auf und achte darauf, wie er sitzt:

  • Eng, aber nicht drückend: Der Helm muss eng am Kopf anliegen. Die Wangenpolster sollten deine Wangen leicht zusammendrücken. Es darf keine grossen Hohlräume geben.
  • Kein Verrutschen: Versuche, den Helm am Kinnriemen festzuhalten und zu drehen. Dein Kopf muss sich mitdrehen. Der Helm darf nicht auf dem Kopf „schwimmen“ oder sich leicht verschieben lassen.
  • Druckpunkte vermeiden: Achtung vor einzelnen Druckpunkten, besonders an Stirn oder Schläfen. Was im Geschäft nach 5 Minuten nur ein bisschen drückt, wird auf einer längeren Fahrt zur Qual.
  • Sichtfeld prüfen: Das Visier muss sich leicht öffnen und schliessen lassen. Dein Sichtfeld sollte nicht eingeschränkt sein.

Schritt 3: Den Helm 10 bis 15 Minuten tragen

Lass den Helm für mindestens 10 bis 15 Minuten auf. Geh ein bisschen damit im Laden herum. Erst dann merkst du wirklich, ob es irgendwo drückt oder ob er unbequem wird. Ein guter Verkäufer wird dir dafür die Zeit geben.

Tipp aus der Praxis: Jeder Kopf ist anders geformt, und jeder Hersteller hat eine leicht andere Helmform. Lass dich nicht entmutigen, wenn der erste Helm nicht passt. Probiere verschiedene Marken und Modelle an. Ich habe schon Fahrschüler gehabt, die dachten, sie hätten eine „unpassende“ Kopfform, aber am Ende haben wir immer den richtigen Helm gefunden.

Materialien und ihre Eigenschaften: Was steckt in deinem Helm?

Die Wahl des Materials beeinflusst Gewicht, Schutzwirkung und Preis deines Motorradhelms. Hier sind die gängigsten Materialien:

  • Thermoplast (Polycarbonat): Günstig in der Herstellung und weit verbreitet. Diese Helme sind robust, aber oft etwas schwerer. Sie bieten einen guten Basisschutz und sind eine solide Wahl für Einsteiger.
  • Fiberglas (Glasfaserverbund): Leichter und stabiler als Thermoplast. Fiberglashelme sind ein guter Kompromiss zwischen Gewicht, Sicherheit und Preis. Sie bieten eine sehr gute Energieabsorption.
  • Carbon (Kohlefaser): Das Nonplusultra in puncto Gewicht und Stabilität. Carbonhelme sind extrem leicht und bieten herausragenden Schutz. Sie sind aber auch die teuersten. Der geringere Gewicht ist ein echter Vorteil auf langen Touren, da er Nacken und Schultern entlastet.

Einige Hersteller verwenden auch Mischungen aus diesen Materialien, um die besten Eigenschaften zu kombinieren. Die Schale ist dabei nur ein Teil des Helms. Innen sorgt eine Schicht aus expandiertem Polystyrol (EPS) für die eigentliche Dämpfung der Aufprallenergie. Achte darauf, dass der Helm über eine mehrteilige EPS-Schale verfügt, die unterschiedliche Dichten für verschiedene Aufprallzonen hat.

Haltbarkeit, Alter und Entsorgung deines Motorradhelms

Ein Motorradhelm ist kein Produkt für die Ewigkeit. Auch wenn er von aussen noch gut aussieht, altert das Material im Inneren. UV-Strahlung, Schweiss, Temperaturschwankungen und mechanische Beanspruchung setzen dem Helm zu.

Wann muss ein Motorradhelm ersetzt werden?

  • Nach einem Sturz: Auch wenn keine sichtbaren Schäden vorhanden sind, kann die Schale Haarrisse haben oder die EPS-Dämpfung komprimiert sein. Nach jedem Sturz, auch einem leichten, der den Helm betrifft, muss der Helm ersetzt werden.
  • Alter: Die meisten Hersteller und Experten empfehlen, einen Helm nach etwa fünf bis sieben Jahren auszutauschen. Das liegt daran, dass die Materialien, insbesondere die EPS-Schale und die Klebstoffe, mit der Zeit ihre schützenden Eigenschaften verlieren können. Manche Helme haben ein Produktionsdatum innen eingeprägt.
  • Sichtbare Schäden: Risse in der Schale, ausgefranste Kinnriemen, defekte Visiermechanismen oder stark verschlissene Innenpolster sind klare Anzeichen dafür, dass ein neuer Helm her muss.

Motorradhelm entsorgen

Ein Motorradhelm gehört nicht einfach in den normalen Hausmüll. Aufgrund der verschiedenen Materialien (Kunststoffe, Metalle, Textilien) sollte er fachgerecht entsorgt werden. Viele Fachgeschäfte nehmen alte Helme zurück und leiten sie der korrekten Entsorgung zu. Frage einfach in deinem Motorradfachgeschäft in St.Gallen oder Umgebung nach.

Sicherheitsklassen und Prüfnormen: Was die ECE 22.06 bedeutet

In der Schweiz und in ganz Europa müssen Motorradhelme eine bestimmte Prüfnorm erfüllen, um im Strassenverkehr zugelassen zu sein. Diese Norm garantiert, dass der Helm bestimmte Sicherheitsstandards erfüllt hat. Aktuell ist das die ECE 22.06 Norm, die seit dem 3. Juni 2022 für alle neuen Helme Pflicht ist und die ältere ECE 22.05 abgelöst hat.

Was bedeutet die ECE 22.06 für dich?

  • Höhere Sicherheitsstandards: Die neue Norm testet Helme nicht nur an festen Punkten, sondern auch an variablen Aufprallpunkten und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
  • Rotationsenergie-Tests: Neu ist auch die Prüfung der Rotationsenergie, die bei schrägen Aufprallen entsteht und zu Gehirnverletzungen führen kann.
  • Zusätzliche Tests: Auch Zubehör wie integrierte Sonnenvisiere oder Kommunikationssysteme werden jetzt mitgeprüft, um sicherzustellen, dass sie die Schutzwirkung des Helms nicht beeinträchtigen.

Wenn du einen neuen Motorradhelm auswählen möchtest, achte unbedingt darauf, dass er die ECE 22.06 Norm erfüllt. Dies erkennst du an einem Aufkleber oder einer Einnähmung im Helm, meist am Kinnriemen, mit der Bezeichnung „ECE 22.06“. Das gibt dir die Gewissheit, dass dein Helm nach den neuesten und strengsten Sicherheitskriterien geprüft wurde. Mehr Informationen zu den Prüfnormen findest du auch auf der Webseite der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (ASA).

Denk daran, dass der Weg zum Führerausweis viele Schritte hat. Ich begleite dich nicht nur beim Fahren lernen, sondern gebe dir auch praktische Tipps zur Ausrüstung. Wenn du noch am Anfang stehst, informiere dich über den Motorrad-Grundkurs: Das erwartet dich in drei Teilen in St.Gallen.

Häufige Fragen zum Motorradhelm auswählen

Wie finde ich den passenden Motorradhelm?

Messe zunächst deinen Kopfumfang oberhalb der Augenbrauen und um die breiteste Stelle des Hinterkopfes. Dieser Wert dient als erste Orientierung für die Helmgrösse. Wichtiger ist jedoch die persönliche Anprobe im Fachgeschäft. Der Helm muss eng, aber ohne unangenehme Druckpunkte sitzen und darf sich nicht auf dem Kopf verschieben lassen. Nimm dir Zeit für die Anprobe und trage den Helm mindestens 10 bis 15 Minuten.

Wie finde ich heraus, welchen Motorradhelm ich brauche?

Die Wahl des richtigen Motorradhelms hängt stark von deinem Fahrstil und dem Einsatzzweck ab. Für maximale Sicherheit auf längeren Touren empfehle ich einen Integralhelm. Wenn du Flexibilität schätzt, ist ein Klapphelm eine gute Option. Für Rollerfahrer im Stadtverkehr kann ein Jethelm reichen, bedenke aber den geringeren Schutz. Überlege, wo und wie oft du fährst, bevor du eine Entscheidung triffst.

Was muss ich beim Motorradhelm-Kauf beachten?

Das wichtigste Kriterium ist die richtige Passform, die du nur durch eine ausführliche Anprobe im Fachgeschäft feststellen kannst. Achte zudem auf die aktuelle Prüfnorm ECE 22.06, die ein hohes Sicherheitsniveau garantiert. Berücksichtige auch das Material (Thermoplast, Fiberglas, Carbon) und die Ausstattung (Visier, Belüftung, Innenfutter). Ein guter Helm sollte bequem sein, nicht drücken und ein klares Sichtfeld bieten.

Wie erkenne ich die richtige Passform?

Ein perfekt sitzender Helm umschliesst deinen Kopf fest, ohne zu wackeln oder sich zu verdrehen, wenn du ihn bewegst. Die Wangenpolster sollten leichten Druck auf deine Wangen ausüben. Es dürfen keine einzelnen Druckpunkte entstehen, die nach kurzer Zeit schmerzen. Drücke den Helm nach unten und drehe ihn seitlich; dein Kopf muss sich dabei mitbewegen, nicht nur der Helm.

Wie lange hält ein Motorradhelm?

Ein Motorradhelm sollte in der Regel nach fünf bis sieben Jahren ausgetauscht werden, selbst wenn er von aussen noch intakt aussieht. Die Materialien im Inneren, insbesondere die dämpfende EPS-Schale, altern durch UV-Strahlung, Schweiss und Temperaturschwankungen und verlieren an Schutzwirkung. Nach jedem Sturz, selbst einem leichten, der den Helm betrifft, muss der Helm sofort ersetzt werden.

Wann muss ich meinen Motorradhelm entsorgen?

Deinen Motorradhelm solltest du entsorgen, wenn er die empfohlene Altersgrenze von fünf bis sieben Jahren erreicht hat, nach einem Sturz oder bei sichtbaren Beschädigungen wie Rissen in der Schale oder defekten Riemen. Eine fachgerechte Entsorgung ist wichtig, da Helme aus verschiedenen Materialien bestehen. Viele Motorradfachgeschäfte nehmen alte Helme zur korrekten Entsorgung entgegen.

Welche Helmnorm ist aktuell?

Die aktuell gültige Prüfnorm für Motorradhelme in Europa und somit auch in der Schweiz ist die ECE 22.06. Diese Norm ist seit dem 3. Juni 2022 für alle neu in den Verkehr gebrachten Helme verpflichtend. Sie bietet verbesserte Sicherheitsstandards gegenüber der Vorgängernorm ECE 22.05, indem sie unter anderem Rotationskräfte und weitere Aufprallszenarien berücksichtigt.

R

rafuna

Dein Fahrlehrer für Auto & Motorrad in St.Gallen und Umgebung. Mobil ist das Ziel.

Bereit für die Praxis?

Buche jetzt deine Probelektion in St.Gallen.

Probelektion buchen